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Geschichte Für Eilige (2): Kriege, Zoff & Keilerei 2017-03-29T16:25:19+00:00

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111 Gründe Irland zu lieben

111 GRÜNDE IRLAND ZU LIEBEN

Irlandnews-Autoren Markus Bäuchle und Eliane Zimmermann geben Auskunft, was ihre Wahlheimat so liebenswert macht.

Geschichte Für Eilige (2)

Kriege, Zoff & Keilerei

Kriegerische Zeiten

Irische Krieger – ein Werk von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1521

 

Irland Info: Ihr wolltet schon immer mal wissen, was in Irland früher los war? Hier die Geschichte Irlands im Galopp für Eilige, in drei Minuten.  Heute Teil 2, der eigentlich aus drei Teilen besteht; also nehmt Euch 3 mal 3 Minuten Zeit. Es lohnt sich: Das Mittelalter von 1200 bis 1690;  die vor-revolutionäre Zeit bis 1913 und der Osteraufstand von 1916. Viel Spaß.  von Littlewhitepony.

 

Zwei.1 Bloody Brits  von 1200 – bis 1690 oder: Kriege, Zoff und Keilerei.

Mit der Invasion der britischen Normannen im Jahre 1171 begann ein blutiges Kapitel in der irischen Geschichte, das sich über viele Jahrhunderte ziehen sollte. Dabei fing alles so gut an: Zwischen 1200 und 1500 herrschten gälische Fürsten recht einträchtig neben ihren englisch-normannischen Kollegen. Und obwohl schon seit 1366 Mischehen zwischen Iren und Normannen verboten waren, wurde in der Praxis wild hin und her geheiratet. Man könnte sagen, man hatte sich arrangiert auf der Emerald Isle.

I am Henry the VIII, I am

Henry VIII

Heinrich der Achte. Er sorgte für Druck in Irland.

Mit der Eintracht war endgültig Schluss, als Heinrich der Achte im Jahre 1509 den englischen Tron bestieg. Er war wild entschlossen, dem Lotterleben in Irland ein Ende zu bereiten. Dass der Gute gerne mit Konventionen brach, ist allseits bekannt: Er ließ im Laufe seiner Regentschaft zwei seiner sechs Ehefrauen enthaupten und brach einen handfesten Streit mit der katholischen Kirche vom Zaun. Er ernannte sich selbst kurzerhand zum Kirchenoberhaupt und begründete den englischen Protestantismus. Und damit ihm seine irischen Untertanen in seinem Kampf gegen Rom nicht in den Rücken fielen, bestand er darauf, dass sie ihn als ihren König und Kirchenchef anerkannten. Und damit ging der Ärger los.

 Neun Jahre Zoff mit Elisabeth, der Virgin Queen

Richtig in Schwung kam der Konflikt aber erst unter Heinrichs Tochter, Königin Elisabeth I. Während ihrer Regentschaft kam es ununterbrochen zu blutigen Krawallen vor allem mit den irischen Fürsten Hugh O’Neill und Red Hugh O’Donnell aus Ulster. Der Zoff zwischen den beiden und der britischen Armee zog sich von 1594 bis 1603 und ist deswegen auch als der Neunjährige Krieg bekannt. Im Jahre 1601 dann machte die englische Krone in der legendären Schlacht von Kinsale die Armee der Iren endgültig platt. Von da an war die Sache geklärt und die Briten offiziell Herrscher über die Emerald Isle. Die O’Neills und die O’Donnells mussten Irland verlassen. Ihre  Flucht im Jahre 1607 gilt als das Ende der gälischen Aristokratie und ist auch als The Flight of the Earls, die Flucht der Grafen, bekannt.

Wie unberührt war die Maiden Queen?

Auch wenn sie nie heiratete: Ganz so jungfräulich wie ihr Titel verspricht, war Elisabeth nicht. Über viele Jahre pflegte sie eine leidenschaftliche Affaire mit Robert Dudley, dem Sohn des Herzogs von Northumberland. Die beiden hatten sich im Knast kennengelernt, genauer gesagt im Tower von London. Elisabeths Vorgängerin, Königin Mary, hatte sie dort eingekerkert. Vom Kittchen auf den Thron oder umgekehrt – zu dieser Zeit war alles möglich, denn damals ging es rund am englischen Hofe. Dramen, Liebesränke, Intrigen und Hinterhalte bestimmten das Leben in den adligen und königlichen Gemächern.

Jakob I – Krieg, Krieg und noch mehr Krieg

Als Elisabeth I im Jahre 1603 kinderlos das Zeitliche segnete, ergriff ihr Urenkel Jakob I das Zepter. Jakob war niemand anderes als der Sohn der legendären schottischen Königin Maria Stuart und protestantisch bis in die letzte Faser seines Körpers. Er hatte die geniale Idee, englischen Protestanten Land zu schenken und somit Irland durch königstreue Untertanen zu besiedeln. Auch Heinrich und Elisabeth hatten bereits ähnliche Maßnahmen ergriffen, aber Jakob nahm sich vor allem die Rebellenhochburg Ulster vor – weshalb die ‚Plantation von Ulster‘ als bekannteste aller Besiedlungen in die Geschichtsbücher einging.

Die in Ulster ansässigen Iren waren alles andere als begeistert und so es gab ständig Krawall und Aufbegehren. Im Jahre 1641 kam es zu einem richtigen Bürgerkrieg, der furchtbar blutig verlief. So töteten katolische Iren in der Schlacht von Portadown beispielsweise 80 englische Protestanten auf grausamste Weise. Nach zwölf Jahren Gemetzel sorgte Englands neuer Herrscher Oliver Cromwell  für Ruhe –  die Rebellion hatte zu diesem Zeitpunkt über 600,000 Menschen das Leben gekostet.

 

Wer zum Teufel war Oliver Cromwell?

 

Oliver Cromwell in Irland

Oliver Cromwell. Der Umstrittene.

Oliver Cromwell war ein prostestantischer, englische Politiker und ist bis heute eine ziemlich umstrittene Persönlichkeit: Für manche war er ein Königsmörder und Diktator –  denn Mitte des 17. Jahrhunderts kam es in England zu einem Bürgerkrieg, der mit der Hinrichtung des damaligen Königs Karl I endete. Cromwell hatte dabei kräftig seine Finger mit im Spiel, denn er wollte England dauerhaft in eine Republik verwandeln. Kurzzeitig gelang ihm das auch fast: Nach den Bürgerkriegen war erstmal Schluss mit der Monarchie. Das neue Großbritannien nannte sich das Commonwealth of England. Cromwell war zwar der Chef der neuen Ordnung, lehnte die Krone aber strikt ab. Genau deswegen halten ihn viele für einen Freiheitshelden – 2002 wurde er sogar von der BBC unter die Top Zehn der ‚100 Greatest Britons‘ gewählt. Am Ende verlief sich die Sache aber im Sande – nach Cromwells Ableben wurde das Amt des Königs im Jahre 1660 wieder eingeführt.

Die Iren sind auf Oliver Cromwell nicht besonders gut zu sprechen: Im Jahre 1649 landete er mit seiner New Model Army auf der Emerald Isle, um den Königstreuen den Gar auszumachen. Seine Leute gingen dabei so grausam vor, dass diese Kampagne von manchen Historikern als ‚genozidal‘ bezeichnet wird.

Jakob II und Wilhelm – Schon wieder Zoff!

Im englischen Königshaus war der Streit zwischen Protestanten und Katholiken noch lange nicht ausgefochten. Man nehme zum Beispiel Jakob den Zweiten. Der war Katholik und kaum an der Macht, da wurde er auch schon wieder abgesägt – und zwar von niemand anderem als dem Protestanten Wilhelm von Oranien. Wilhelm kam natürlich aus Holland, hatte aber englische Wurzeln und war genau deshalb scharf auf den britischen Thron. Jakob war außer sich und versuchte mit Hilfe der Fanzosen die Krone zurückzuerobern – auf irischem Boden, weil er sich insgeheim die Unterstützung der irischen Bevölkerung erhoffte.

Leider war Jakob der Sieg nicht gegönnt: in der legendären Schlacht von Boyne am 1. Juli 1690 zeigte Wilhelm, wer der Herr über Großbritannien ist. Kaum im Amt machte Wilhelm den katholischen Iren das Leben schwer: Er verbot ihnen, zu wählen, Land zu kaufen, Waffen zu tragen, in die Schule zu gehen und vieles mehr. Die Pena Laws waren erfunden.

Wer jetzt aber denkt, dass die katholische Religion in Irland deshalb einfach verschwand, der hat sich kräftig geschnitten: nach außen hin wahrten die Iren den Schein – aber im Untergrund und hinter den dichten Hecken blieben sie ihrem Glauben treu.

 

Zwei.2   Mit den Iren spaßt man nicht – ein zähes Revoluzzervolk. Vom 18. Jahrhundert bis 1913


Wir sind alle gleich – ‚Selbst denken‘ kommt in Mode

Im 18. Jahrhundert verbreiteten sich neue Ideen wie Lauffeuer über die ganze westliche Hemisphere unseres Planeten. In der Zeit der Aufklärung war es plötzlich in, eigene Gedanke zu formulieren und die Dinge zu hinterfragen. Die Menschen verlangten nach Freiheit, Gleichheit und Demokratie. Das war bahnbrechend und unglaublich gewagt! In der bisherigen Herrschaftsform, dem Absolutismus, war der König allmächtig und hatte immer Recht – ihn in Frage zu stellen war Blasphemie, Verrat und schlichtweg undenkbar.

Auch in Irland entfachten diese revolutionären Theorien neuen Freiheitsdrang. In Belfast gründeten Protestanten die Society of Unitied Irishmen, die sich für die Rechte aller Menschen – auch Katholiken – einsetzte. Zwar gab es zu dieser Zeit in Dublin ein Parlament, aber es war rein protestantisch und stand komplett unter der englischen Fuchtel. Die Society of United Irishmen wollte mehr – ein freies und vor allem gleiches Irland.

Der erste (große) Putschversuch von Theobald  Wolf Tone

Wolfe Tone

Theobald Wolfe Tone. Statue in Bantry.

Im Jahre 1798 unternahm Theobald Wolf  Tone den ersten Versuch, die verdammten Briten ein für alle mal aus Irland zu vertreiben. Leider hatte die irische Bevölkerung die Nase voll vom ständigen Zoff und Aufbegehren und stand nicht wirklich hinter Theobalds Aufstand. So scheiterte der Putschversuch, nachdem er 30,000 Menschen das Leben gekostet hatte. Als Strafe schaffte England im Jahr 1801 das irische Parlament komplett ab. Unter dem ‚Act of Union‘ waren ab jetzt Großbritannien und Irland vereint und wurden vom britischen Parlament in London regiert.

Der zweite (kleinere) Putschversuch von Robert Emmet

Nur zwei Jahre später kam es zu einer weiteren Mini-Rebellion unter der Führung von Robert Emmet. Robert war jung, dynamisch, mutig — aber unglaublich unorganisiert. Heimlich errichtete er ein Waffenlager in der Nähe der St Patrick’s Katheldrale in Dublin. Leider ging sein Plan gehörig schief: Am 16. Juli 1803 explodierte aus Versehen ein Teil der Munition und so musste Robert mit seiner Rebellion früher als geplant loslegen. Aus dem Stegreif versuchte er, mit nur 300 Mann das Dublin Castle einzunehmen —  ohne Erfolg. Emmet wurde verhaftet und zum Tode verurteilt. Vor seiner Hinrichtung hielt er noch eine feurige Ansprache, die als ‚Speech from the Dock‘ in die Geschichtsbücher einging.

Hundert Jahre Lobbyarbeit und ein bisschen Feminismums – Daniel O’Connell, Charles, Anna und Franny Parnell

Der Befreier – Daniel O’Connell

Im Laufe der nächsten hundert Jahre sollten eine Reihe friedlicher Revolutionsführer die Idee eines freien und gleichen Irland in Schwung halten. Daniel O’Connell beispielsweise war einer der großen Ideenführer, die sich Anfang des 19. Jahrhunderts sehr für die Rechte der Katholiken einsetzten. O’Connell lehnte jegliche Gewalt ab und war ein begnadeter Redner, der die Massen fesselte – ein echter Revolutions-Superstar sozusagen. Hundertausende pilgerten zu seinen Ansprachen. O’Connells Vision war es, das irische Parlament nach Dublin zurückzuholen – was ihm leider nicht gelang. Dafür setzte er andere, bahnbrechende Veränderungen durch, die bis heute als ‚Katholikenemanzipation‘ bekannt sind: Katholiken durften jetzt das Amt des Richters innehaben und sich ins englische Parlament wählen lassen. Bis heute gilt Daniel O’Connell als einer der großen Helden des irischen Freiheitskampfes – weswegen ihn die Iren auch liebevoll ‚The Liberator‘, also den Befreier nennen.

Charles Stewart Parnell

Ein Jahr vor Daniel O’Connells Tod im Jahre 1847 wurde Charles Stewart Parnell geboren und auch er sollte im Laufe seines Lebens entscheidend zur irischen Unabhängigkeit beitragen. Parnells Fokus lag auf zwei Dingen:

Erstens: Er setze sich sehr für die Bauern ein. Während dieser Zeit herrschte nämlich schreckliche Armut in Irland. Parnell sorgte dafür, dass die Pachten im Land fairer wurden und dass die wohlhabenden Landbesitzer ihre Bauern nicht einfach vom Acker werfen konnten.

Zweitens: Wie O’Connell vor ihm, wollte auch Parnell das irische Parlament zurück nach Dublin holen. Er ließ sich ins Parlament nach London wählen und kaum angekommen, startete er eine ‚Home Rule‘ Kampagne, die sich gewaschen hatte. Natürlich gab es deswegen erstmal Zoff: Die königstreuen Protestanten in Irland wollten nämlich, dass das Parlament in London blieb. Für andere hingegen, die Fenians, war Parnells Vorschlag zu lasch: sie wollten die komplette Unabhängigkeit der Emerald Isle. So kam es zu jeder Menge Diskussion und Streit. Am Ende blieb alles so, wie es war. Aber immerhin: Parnell hatte das Thema ‚Home Rule‘ zum Gegenstand politischer Diskussion im englischen Parlament gemacht.

Die Parnell Schwestern

Charles Stewart Parnell hatte zwei Schwestern: Anna und Franny. Genau wie ihr Bruder waren sie engagiert und politisch sehr aktiv. Sie gründeten die Ladies Land League, die sich sehr für das Wohlergehen der Bauern einsetzte. Und natürlich kämpften sie für die Rechte der Frauen, was der konservative Charles überhaupt nicht lustig fand. Besonders Anna war in dieser Hinsicht sehr aktiv – sie war eine feurige und emanzipierte Journalistin, die irische Alice Schwarzer ihrer Zeit sozusagen. Sie geriet schließlich mit ihrem Bruder über ihre Ansichten so sehr in Streit, dass sie am Ende Irland verließ.

 

Zwei.3 Endlich frei? Vom Osteraufstand zum Free State – von  1914 bis 1923

Dublin 1916

Dublin in Trümmern. Ostern 1916

Wir schreiben das Jahr 1914 – in Europa herrschte Krieg. Die Regierung in London hatte beschlossen, den Iren das Parlament in Dublin zurückzugeben. Und während die Länder Europas miteinander im Clinch lagen, entbrannte auf der Emerald Isle ein ganz anderer Konflikt:

Die Unionisten unter der Führung von Edward Carson wollten, dass Irland weiterhin Teil des Vereinigten Königreichs blieb. Sie waren strikt gegen ein Parlament in Dublin –  sie fürchteten, dass dann die Katholiken die Übermacht innehätten. Sie schlossen sich zu einer Armee von über 90.000 Mann zusammen, die sich die Ulster Volunteer Force nannte.

Auf der anderen Seite standen die Nationalisten, die weiterhin für ein freies Irland kämpften. Sie wurden von Padraig Pearse angeführt, der zuächst nur die ‚Home Rule‘ forderte, also ein eigenes Parlament in Dublin. Später aber wurde er viel radikaler und Anführer eines Plots, der die absolute Unabhängigkeit Irlands zum Ziel hatte. Getreu dem Motto „Ireland unfree shall never be at peace“ planten Padraig und seine Gefolgsleute einen bewaffneten Aufstand gegen England. Seine Kampftruppe, die Irish Volunteers, schmuggelte Gewehre und Munition nach Irland. Unterstützt wurden sie von James Connolly und seiner Irish Citizen Army. Die beiden planten einen landesweiten Aufstand am Ostersonntag 1916.

Leider kam es zu einer ordentlichen Panne vor der Küste von Kerry, die den Verlauf der Geschichte maßgeblich beinflussen sollte. Die Nationalisten versäumten es, einen Frachter mit einer riesigen, illegalen Waffenlieferung in Empfang zu nehmen. Weil ihn niemand abholte, bekam der Kapitän kalte Füße und versenkte das Schiff  – mitsamt seiner Ladung.

Der Aufstand fand trotzdem statt, allerdings nicht landesweit sondern hauptsächlich in Dublin. Die Rebellen besetzen unter anderem das Post Office auf der Sackville Street, die heutige O’Connell Street im Stadtzentrum der irischen Hauptstadt, und einen Park im Zentrum. Nach sechs Tagen Bombardement und kräftigen Schusswechseln mit der britischen Armee mussten die Freiheitskämpfer klein beigeben. Der Aufstand hatte 230 Bürger und 200 Rebellen das Leben gekostet. Die Innenstadt von Dublin lag in Trümmern.

Die Aktion namens Osteraufstand fand ursprünglich keinen besonders großen Anklang bei der irischen Bevölkerung, die die Schnauze voll hatte vom ständigen Aufruhr. Dann aber machte die britische Armee einen entscheidenden Fehler: um ein Exempel zu statuieren, exekutierte sie fast alle Anführer des Aufstandes. Die irische Bevölkerung fand das harsche Vorgehen der Briten unmöglich, ja sie wurde deswegen richtig sauer. Die Stimmung der Bevölkerung kippte zugunsten der Nationalisten. Aus den unliebsamen Rebellen wurden Märtyrer und Nationalhelden.

Irland wird geteilt und ein eigener Staat – von 1919 – 1923

Eamon de Valera

Eamon_de_Valera

Am Ende bekamen weder die Nationalisten noch die Unionisten so richtig, was sie wollten. Das Ergebnis des andauernden Steites war ein geteiltes Irland: Nordirland blieb Teil Großbritanniens mit einem Parlament in Belfast. Der Süden wurde zur unabhägigen Irischen Republik mit einem eigenen Parlament in Dublin. Wie konnte es so weit kommen? Hier ein Schnelldurchlauf durch vier Jahre Unabhängiskeits- und Teilungsgeschichte:

Januar 1919 –  In Dublin gründeten die Verfechter eines unabhängigen Irlands das Dáil Éireann, ein illegales Parlament mit einem eigenen Präsidenten namens Eamon de Valera. Eamon war einer der wenigen Rebellen, die den Osteraufstand überlebt hatten. Die britische Armee hatte ihn verschont, weil er einen amerikanischen Pass besaß. Glück gehabt. Während in Dublin das Dáil Éireann zusammenkam, startete die Irish Republikanische Armee (IRA) einen Guerillakrieg gegen die Briten, der auch als der Anglo-Irische Krieg in die Geschichtbücher einging.

Juli-Dezember 1921 – Nach zwei Jahren Keilerei endete der Anglo-Irische Krieg mit einem Waffenstillstand. Beide Parteien setzten sich an einen Tisch und einigten sich schließlich auf den Anglo-Irischen Vertrag, der die (eingeschränkte) Unabhängigkeit und die Entstehung eines irischen Freistaates besiegelte. Einziger Haken: Sechs Grafschaften in Ulster sollten unter dem Namen Nordirland beim Vereinigten Königreich bleiben.

Januar 1922 –  Natürlich sorgte der Vertrag im Parlament in Dublin für heftige Diskussion: Die Mitglieder des Dáil Éireann waren geteilter Meinung und ratifizierten ihn nur mit einer knappen Mehrheit. Nach der Abstimmung verließen die Gegner des Vetrages sauer das Parlament – allen voran Eamon de Valera, der als Präsident zurücktrat. 

Michael Collins

Michael Collins

April 1922 – Es kam, wozu es kommen musste: nämlich zu einem Bürgerkrieg zwischen den Vertragsverfechtern und der Oppositon. Ein Mann namens Michael Collins, der an den Verhandlungen in London teilgenommen hatte, stand an der Spitze der Befürworter,  Eamon de Valera führte die Gegner an. Erneut gab es ordentlich Keilerei und jede Menge unschöne bis widerwärtige Gräueltaten –  4000 Menschen ließen  ihr Leben. Am Ende wurde der West-Cork-Rebell Michael Collins der berühmteste Tote auf der Insel und Eamon de Valera wurde Langzeit-Regierungschef im jungen Staate Irland.

 Mai 1923 – Endlich war mit dem Bürgerkrieg Schluss. Die Vertragsbeführworter hatten sich durchsetzt: Die irische Republik und Nordirland blieben bestehen. Irland war ein geteiltes Land.

 

Sunday, Bloody Sunday

Kennt ihr das Lied der irischen Rockgruppe U2, Sunday Bloody Sunday? Im letzten Jahrhundert gab es gleich zwei Ereignisse, die als Blutsonntage in die Geschichtsbücher eingingen. Einer davon ereignete sich während des irischen Unabhängigkeitskrieges: Am 21. November 1920 erschoß die IRA eine große Anzahl englischer Offiziere in Dublin. Die Antwort der britischen Truppen ließ nicht lange auf sich warten: Bei einem Gaelic-Football-Spiel im Croke Park Stadion feuerten sie mit Maschinengewehren wahllos in die Zuschauermenge – 14 Zivilisten wurden getötet. Erst im Jahr 2011 entschuldigte sich die Queen mit einer Geste für das Gemetzel – bei ihrem Besuch auf der Emerald Isle legte sie einen Kranz im Croke Park Stadion nieder.

 

So, Leute, das war Teil 2 des Galopps durchs Irlands Geschichte.  Geschrieben übrigens von Littlewhitepony, aka Mella aus Dublin. Mehr zum Thema:

Die Geschichte Irlands, Teil 1: Von den Anfängen bis 1500 nach Christus

Die Geschichte Irlands, Teil 3: Der große Hunger 1845 – 1850

Die Geschichte Irlands, Teil 4: Von 1923 bis heute. Der Weg ins moderne Irland (Ende)

Fotos: Wikipedia

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