Irland-Wetter: „Ich freue mich, wenn es regnet . . .“

“ . . .  denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“

 

Irland und das Wetter: Gestern verabschiedeten wir eine Wandergruppe, die eine sommerlich-sonnige Ferienwoche hätte erleben können: Irland im August, wenn Engel reisen . . .  Es war, vorsichtig ausgedrückt, eine vom Wetter her anspruchsvolle Wanderwoche: kühl wie im Oktober, wechselhaft wie im Februar, regnerisch und neblig wie im November, dazu immerhin ein Sonnentag im August.

Unsere Gäste hielten sich nicht lange auf mit irgendwelchen Erwartungen. Gut ausgerüstet, genossen sie das Wetter wie es kam. Sie sagten Sätze wie: „Ach, die Wanderung im Nebel war herrlich“ oder „Im Regen wandern ist sehr schön“.  Ich erinnerte mich an das weise Bonmot, das Karl Valentin zugeschrieben wird: „Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch“.  Es war mit die schönste Wanderwoche dieses Jahres.

 

Wie schön der Regen sein kann, wenn wir genau schauen.

 

 


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Im Umgang mit dem Wetter können wir erfahren, wir sehr wir uns selber begrenzen und wie viel Energie es kosten kann, sich an seinen Erwartungen abzuarbeiten, wenn sie nicht eintreffen. Warum nur in die Natur gehen, wenn die Sonne scheint? Warum sich um all die anderen Erfahrungen bringen: Wie uns der Nebel einhüllt, uns behütet und gleichzeitig um die Orientierung bringt.  Wie der Wind an uns zerrt, um uns buhlt, wie er uns aus dem Gleichgewicht blasen will. Wie der Regen unsere Haut streichelt, uns kühlt und schließlich in seinen Takt einreiht. Alles gute Erfahrungen, so lange wir nicht anfangen zu leiden. Doch diesen Zeitpunkt bestimmen wir.

 

 

Der Regen spendet und beschützt Leben. Er pflegt die grüne Pflanzenhaut Irlands. Wie schön der Regen sein kann, erkennen wir, wenn wir schauen.

 

 

Wir sind sehr anspruchsvoll geworden in unseren modernen Leben. So vieles ist möglich. Wir können fast immer wählen – und werden allzu leicht wählerisch. Das Wetter ist ein guter Lehrmeister, der uns erden kann: Akzeptieren was ist, den Regen genießen, den Nebel lieben, der Wind sein . . .

 

 

. . . und mitten im Regen können wir sicher sein: Die Sonne kehrt zurück. Bestimmt.

 

Fotos: Markus Baeuchle / Wanderlust und  Stefan Knuettel (1, ganz oben, bearbeitet)

von | 2017-08-28T15:19:41+00:00 27. August 2017|1 Kommentar

Der Autor:

Autor, Journalist und Wanderer. Lebt in Glengarriff im Südwesten Irlands. Mit Markus kann man in Irland wandern gehen: www.irland-wandern.de

One Comment

  1. Tina 28. August 2017 at 16:45 - Reply

    Wer nach Irland fährt und dauernd schönes Wetter erwartet, ist eh im falschen Land .Ich freu mich schon den ganzen schwülen und drückenden Sommer( in Ingolstadt war es teilweise echt ätzend) auf meine Irlandzeit !!! Endlich kühle und frische Luft, gerne auch mit Regen , dafür oder dagegen gibt es Kleidung 😊
    Liebe ,zur Zeit mal wieder verschwitzte Grüße
    Tina

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