Ruinen symbolisieren die Hoffnung auf Rückkehr

Famine Haus IrlandZeugen der Vergangenheit: Irland wird eine direktere Verbindung zur Vergangenheit nachgesagt als anderen Ländern. Das mag auch daran liegen, dass die Spuren vergangener Generationen heute allgegenwärtig sind. Gerade im ländlichen Irland stehen noch immer tausende verlassene Hausruinen aus der Zeit des großen Hungers Mitte des 19. Jahrhunderts. Viele Hausbewohner sind in den vergangenen eineinhalb Jahrhunderten ausgewandert und ließen ihre schlichten Cottages zurück — oft mit zerstörtem Dach, um der Steuerpflicht zu entgehen. Besucher unterstellen bisweilen, dass die Ruinen „aus Bequemlichkeit“ nie entfernt wurden. Tatsächlich symbolisieren die alten verlassenen Gemäuer die Hoffnung und die Zuversicht, dass geliebte und vermisste Menschen einst zurückkehren würden aus der Ferne und der Familie und den Nachbarn zuhause wieder nah sein würden.

Foto: Hausruine in einem „Famine Village“ in den Bergen von West Cork. Im Hintergrund der Hungry Hill; © 2013 Markus Bäuchle / Wanderlust

Von | 2013-06-10T08:17:28+00:00 10. Juni 2013|2 Kommentare

Über den Autor:

Autor, Journalist und Wanderer. Lebt in Glengarriff im Südwesten Irlands. Mit Markus und seiner irischen Outdoor-Firma Wanderlust können Sie Irlands faszinierende Natur von den schönsten Seiten erleben.

2 Kommentare

  1. tina 10. Juni 2013 um 8:57 Uhr - Antworten

    Ich mag diese Ruinen( auch wenn sie ein eher trauriges Zeugnis abgeben ), gehören sie für mich zu Irland dazu und sind fast immer ein Foto wert .
    Es gibt bestimmt zu jeder eine Geschichte, die den Lauf des Lebens wieder gibt. Da man sie aber meistens nicht erfährt, kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen und sich überlegen wie hier wohl gelebt wurde.

  2. Susanne 10. Juni 2013 um 11:39 Uhr - Antworten

    Ist es so? Symbolisieren sie die Hoffnung auf Rückkehr? Ich habe sie immer eher wie Denk-mäler emfpunden, ähnlich wie Grabsteine.
    Besonders eindrucksvoll und innerlich angerührt habe ich vor einigen Jahren ein verlassenes Dorf – oder wie Heinrich Böll es nennt „Skelett einer menschlichen Siedlung“ – auf Achill Island erlebt. Mit Bölls Worten im Ohr: „…Zeit und Elemente haben alles in unendlicher Geduld weggefressen, was nicht Stein war, und aus der Erde wachsen Polster, auf denen diese Gebeine wie Reliquien ruhen: Moos und Gras.“

Hinterlassen Sie einen Kommentar