Telefonieren in Irland: Roaming-Preise sinken


Irland Telefon
Urlaubs-Telefonate aus Irland werden günstiger. Wissen Sie eigentlich, wieviel Sie beim Telefonieren mit deutschem Handy in Irland bezahlen?
 Diejenigen, die schon vor 2007 einen Urlaub auf der grünen Insel Irland verbracht haben, wissen es nur zu gut: die Telefonkosten in die Heimat waren drastisch. Zusätzlich, wie auch in allen anderen EU-Ländern, stiegen die Kosten sogar noch weiter an, wenn Sie beispielsweise das eigene Handy dabei hatten. Roaming-Gebühren für normale Gespräche lagen vor 2007 für Irlandurlauber bei durchschnittlich 1,10 Euro pro Minute, der Datentransfer schlug damals sogar mit bis zu 16 Euro je Megabyte zubuche. Weil davon aber nicht nur Irland, sondern sämtliche EU-Länder betroffen waren, wurde bald schon von Roaming-Abzocke gesprochen. Seit 2007 setzt die Europäische Union nun stufenweise gesenkte Obergrenzen durch mit dem Ziel, innerhalb der EU bald überhaupt keine Roaming-Gebühren mehr zu haben.

 
Im Sommer 2012 wurden die Roaming-Gebühren weiter gesenkt. 
Bereits 2007 begann die zuständige EU-Kommission damit, den Mobilfunkprovidern Obergrenzen bei den Auslandsgebühren aufzuerlegen. Da Irland ein Mitgliedsstaat ist, gelten diese Obergrenzen natürlich auch für Ihren Irlandaufenthalt. Primäres Argument der Kommission war dabei, dass nur wenige, sehr große Provider diese Gebühren unter sich aufteilen würden und keinen Platz mehr für europaweiten Wettbewerb vor allem für kleinere Anbieter ließen. So wurden ab 2007 erstmals Obergrenzen für Telefongebühren und SMS-Kosten festgelegt. Eine weitere deutlich gesunkene Begrenzung gab es dann im Sommer 2012. Neu war nun, dass erstmals auch für den mobilen Datentransfer Obergrenzen ausgerufen wurden. So stellen sich die maximalen Mobilfunkkosten mit dem eigenen Handy von Irland nach Deutschland folgendermaßen dar (Preise ohne Mwst):

 Ausgehende Gespräche: 29 Cent (bisher 35 Cent) pro Minute;  eingehende Gespräche: 8 Cent (bisher 11 Cent) pro Minute; SMS: 9 Cent (bisher 11 Cent); mobile Datenübertragung: 70 Cent (bisher unbegrenzt) pro MB

 Die Roaming-Kosten fallen weiter. Bislang mussten Sie also für 90 Gesprächsminuten 31,50 Euro bezahlen, jetzt noch 26,10 Euro. Am drastischsten ist es jedoch bei der mobilen Datenübertragung. Eine durchschnittliche CD hat in etwa 70 MB Datengröße. Ausgehend von 16 Euro pro MB, die tatsächlich verlangt wurden, hätte das Kosten von satten 1.100 Euro bedeutet. Heute kostet der Download eines solchen Datenvolumens in Irland nur noch knapp 50 Euro. Das sind auch in etwa die Kosten, wenn Sie einen Videochat aus Irland starten. Dennoch ist hier immer noch mit Vorsicht zu agieren, denn ein Videochat kann – je nach verwendeter Software – bis zu 600 MB in der Stunde ziehen. Das wird jedoch in den nächsten Jahren noch erheblich preiswerter, weil die Obergrenzen bis einschließlich 2014 noch deutlich sinken sollen. So bei der mobilen Datenübertragung ab 1. Juli 2014 auf maximal 20 Cent je MB. Dann kosten 70 MB nur noch 14 Euro. Sollten Sie Ihren Urlaub also nach Juli 2013 beziehungsweise nach Juli 2014 planen, können Sie mit den folgenden Kosten kalkulieren:

 Ausgehende Gespräche: ab 2013 24 Cent, ab 2014 19 Cent pro Minute; eingehende Gespräche: ab 2013 noch 7 Cent, ab 2014 noch 5 Cent pro Minute; SMS: ab 2013 8 Cent, ab 2014 6 Cent; mobile Datenübertragung: ab 2013 noch 45 Cent, ab 2014 noch 20 Cent pro MB.

 Ab 2016 soll nach den Vorstellungen der EU-Kommission ein Auslandsgespräch innerhalb der EU nicht mehr als ein reguläres Inlandsgespräch kostet.

 Provider bieten nun auch Urlaubs-Flatrates: Unter Umständen können Sie aber noch anderweitig Kosten einsparen. Zunächst kritisierten die Mobilfunkprovider die Deckelung verständlicherweise. Immerhin machten die Roaming-Gebühren bis zu 7 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Inzwischen hat sich die Lage aber beruhigt und die großen deutschen Provider bieten allesamt Flatrate-Tarife für das Ausland an. Diese kann man als Geschäfts- oder Urlaubstarife zum Beispiel auf einer täglichen oder wöchentlichen Basis bestimmen. Die Flatratekosten beginnen bei 10 Euro. Doch Sie müssen genau wissen, was Sie wollen. Soll womöglich nur eine Telefon-Flatrate oder auch eine Daten-Flatrate gewählt werden?

Weitere Alternativen: Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie nicht unbedingt Ihr eigenes Handy beziehungsweise die eigene SIM-Karte in Irland nutzen müssen, können Sie auch vor Ort in Irland eine Prepaid-Karte kaufen. Voraussetzung ist dann jedoch, dass Ihr Handy, Smartphone oder Stick für den Tablet-PC keinen SIM-Lock hat. Außerdem gibt es auch immer noch sogenannte Callingcards. Diese stammen eigentlich aus der Zeit vor den Handys bzw. als die Roaminggebühren noch extrem hoch waren. Damit können Sie über Festnetz oder Handy eine kostenlose 0800-Nummer anrufen und dann über einen zuvor definierten Tarif telefonieren. Ergänzend gibt es auch in Irland zahlreiche Vorwahlnummern, mit denen über das Festnetz günstig telefoniert werden kann.

Hier lauern immer noch Kostenfallen: Doch noch immer nicht heißt das, dass Sie mit den gedeckelten Roaming-Gebühren gegen alle Kostenfallen gefeit sind. Falls Sie Ihre Mailbox nutzen, wenn bei Ihnen belegt ist oder sie eben nicht erreichbar sind, leitet es das Gespräch nach Irland und wieder zurück nach Deutschland zur Mailbox. Das Abfragen kostet ebenso. Richten Sie Ihre Mailbox hingegen für alle eingehenden Anrufe ein, kommen diese Kosten nicht hinzu. Dann bleibt es bei den Kosten für das Abfragen. Ein weiterer kritischer Punkt sind einige Apps für Smartphones, Tablets und Netbooks. Manche loggen sich automatisch ein oder nutzen generell den teuren Datentransfer. Alle mobilen Endgeräte können so konfiguriert werden, dass Apps sich nicht eigenständig einwählen können. So vorbereitet bleibt dann bei Ihrem Irlandurlaub mehr als nur ein Irish Coffee für Sie übrig. Wahrscheinlich können Sie ein gesamtes Dinner für sich und Ihre Familie einsparen.

Autorin: Viktoria Dangelzik von tarifhelfer.de

 

Von | 2013-01-07T23:23:01+00:00 7. Januar 2013|4 Kommentare

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4 Kommentare

  1. Christiine 8. Januar 2013 um 10:10 Uhr - Antworten

    Hallo Markus, danke für den ausfühlichen Tipp. Hier noch meiner für die Schweizer Reisende. Da wir ja mit die höchsten Abopreise sowie Roomingkosten in der EU haben und nicht von den Senkungen profitieren. Die meisten haben sicher noch ein „altes“ Handy (meist 2-jährig). Dort sollte der Simlock entfernt sein oder wie im Falle von Iphone und Blackberry, beim Aboanbieter entsperren lassen. Dann in Irland am Flughafen oder in den Shops eine Prepair-Card kaufen. Ist vielleicht etwas umständlich mit 2 Handys, aber spart doch ganz schön Kosten. Vor allem beim telefonieren in Irland (Reservationen, etc.) und kurzem Surfen. Internet-Cafes gibt es in allen größeren Orten oder in den Poststellen wie z.B. in Kenmare. Was mich noch interessieren würde: Die Cards mit Restguthaben verfallen ja nach 6 Monaten und auflanden kann man sie (z.B. Vodaphone) nur über ein irisches Kreditkarten oder Bankkonto bis jetzt. Hat da jemand einen Tipp um nicht immer eine neue Karte kaufen zu müssen? Herzliche Grüße aus den nebligen Voralpen Christine

    • Südwesten 14. Januar 2013 um 16:15 Uhr - Antworten

      Also ich kann tescomobile empfehlen. Für 1ct die Minuten nach Deutschland im O2-Netz telefonieren. 1GB Daten für 6.99€. Ich nutze ein altes Handy und einen mobilen WLAN-Spot mit der Karte. So habe ich Internet für die ganze Familie und ca. 300 Minuten nach Deutschland für 10€. Dazu gibt es „on-top“ nochmals 10€ Extra-Guthaben für Telefonate ins irische Netz. Nach erfolgter Registrierung kann man die SIM-Karte auch online per dt. Kreditkarte aufladen. Einfach bei Tesco im Shop eine Sim-Karte plus 10€ „Top-up“ kaufen (dann entfallen auch die 2,50€ für die SIM-Karte). Bequemer und günstiger geht´s nach meinen Recherchen nicht.

    • Markus Bäuchle 15. Januar 2013 um 10:42 Uhr - Antworten

      Guter Tipp, danke!

  2. Irlandnachrichten 8. Januar 2013 um 14:50 Uhr - Antworten

    au.tor fragte: „Wissen Sie eigentlich, wieviel Sie beim Telefonieren mit deutschem Handy in Irland bezahlen?“

    Nun, dann will ich die Frage mal beantworten: Es geht gegen Null.

    In der Regel ist es während der drei Wochen Urlaub ein kurzes Gespräch bei Antritt des Rückflugs, in dem der netten Nichte, die uns vom Düsseldorfer Flughafen abholt, kurz mitgeteilt wird, wann die Maschine aus Dublin voraussichtlich landet.

    Ach ja, ein Tag vor dem Rückflug wird das Handy auch einmal kurz eingeschaltet, um nachzuschauen, ob Aer Lingus eine SMS von wegen einer Änderung der Abflugzeit geschickt hat.

    Ein schönes neues Jahr
    Jürgen

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