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Die Foto-Story der Woche: Diesen Dienstag reisen wir über den Priest’s-Leap-Pass zwischen den Grafschaften Cork und Kerry zu einem uralten Friedhof.
Irlands Geschichte und Seelen, die in aller Ruhe auf dem Friedhof von St. Feaghna ruhen
Der Friedhof von St. Feaghna liegt hoch oben in den Bergen bei Garranes nahe Bonane im County Kerry, an der schmalen Bergstraße über den Priest’s-Leap. Er zählt zu den ältesten christlichen Begräbnisstätten Irlands, die noch immer genutzt werden. Der heilige Feaghna, in Kealkil im County Cork geboren und Schutzpatron des nahegelegenen Dorfes Bonane, errichtete einst eine Kirche auf dem Gelände dieses Friedhofs.
Der Friedhof besteht aus einer inneren und einer äußeren Mauer. Die innere Mauer ist deutlich älter und geht möglicherweise auf vorchristliche Zeiten zurück. Die äußere Mauer wurde während der Großen Hungersnot in den 1840er-Jahren als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme errichtet – mit der Arbeitskraft der hungernden Menschen, deren Ernte von der Kartoffelfäule zerstört worden waren. Zwischen diesen beiden Mauern liegt nichtgeweihter Boden mit primitiven Gräbern, den sogenannten cilleanachs. Hier sind Selbstmörder, ungetaufte Kinder und Totgeburten bestattet. Sie durften damals nicht im geweihten Teil des Friedhofs beerdigt werden; ihre Gräber erinnern an eine Zeit, in der strenge Kirchenregeln über das Leben gläubiger Menschen bestimmten.
Doch selbst ein so abgelegener alter Friedhof ist eng mit den dramatischen und oft schmerzhaften Ereignissen der irischen Geschichte verknüpft. Die Verbindung von irischem Katholizismus und alten keltischen Glaubenswelten, die Auswirkungen der Großen Hungersnot und die Rolle der britischen Regierung dabei, ebenso wie die häufig sehr harten Praktiken der katholischen Kirche – all dies hat diesen Friedhof geprägt.
Trotzdem strahlt dieser Ort in der Gegenwart eine tiefe Ruhe aus, die der lokalen Gemeinschaft Trost spendet. Zu wissen, dass ihre Vorfahren hier in Frieden ruhen – und dass sie eines Tages selbst an diesem schönen und geschichtsträchtigen Ort ihre letzte Ruhe finden könnten – muss ein großes Gefühl der Geborgenheit schenken.
Für Fotografen: Die Fotos dieser Montage wurden mit unterschiedlichen Brennweiten und Belichtungseinstellungen aufgenommen. Die Bearbeitung erfolgte in Lightroom.
© Kevin Balanda
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