004 :: Ballyroon, Sheeps Head, West Cork; Verlobungsstein
An Gallán, der stehende Stein. Darin ein kreisrundes Loch. Vor vielleicht 3500 Jahren haben Menschen diese ersten Manifestationen der aufziehenden Kultur in die Naturlandschaft am Atlantik gestellt. Wie Generationen vor uns rätseln wir heute, warum und wofür genau. An den durchbohrten Steinen sollen sich früher Paare getroffen haben, um sich ein gemeinsames Leben zu versprechen. Máire, damals Schülerin im Konvent von Skibbereen, hat im Jahr 1938 aufgeschrieben: „In früheren Zeiten war dies ein Hochzeitsstein, an dem sich Liebende trafen und verlobten. Da es auf der Insel keinen Juwelier gab und Verlobungsringe nicht zu bekommen waren, gaben sich die Liebenden an diesem wichtigen Tag durch die runde Öffnung die Hand.“
Wenn die Oberfläche des Steins das Blickfeld konzentriert und ich durch das Loch in den Himmel schaue, empfinde ich Hoffnung. Für mich sind diese Steine Hoffnungssteine. Ich denke an Yoko Ono, die Künstlerin, an deren Seite ein Stück des Weges ein Beatle ging. Yoko schuf im Jahr 1971 eine weiße Postkarte mit einem Loch in der Mitte. Sie nannte das kleine Werk „A HOLE TO SEE THE SKY THROUGH“. Ich fand die Karte im Sommer 1976 am Spalenberg in Basel. Hole, Hope, Hoffnung.
Ortskoordinaten: 51°33’42″N 9°46’09″W (ungefähr, die Suche lohnt)
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Alle Fotos: Markus Bäuchle


lieber Markus Bäuchle ich lese alle deine wahren Begebenheiten und Kommentare mit viel Interesse.
Vielen Dank dafür
Das freut mich sehr, liebe Margaritha. Vielen Dank für Deine kommentierenden Beiträge.