Im Ausland reibt man sich verwundert die Augen über Irland und über Justizminister Dermot Aherns „Blasphemie-Gesetz“, das das irische Parlament nach monatelangem Palaver in der vergangenen Woche beschloss. Das Gesetz bestraft Gottelästerung mit bis zu 25.000 Euro. Der SPIEGEL kommentierte nun ähnlich, wie es auf dem Irland Blog bereits zu lesen war: „Es wirkt wie ein Rückfall ins Mittelalter.“ Manche sehen in dem Machwerk aus einer anderen Zeit einen Kniefall der Regierung vor dem nach wie vor mächtigen erzkatholischen Establishment.


Auch die Zeit der Provokateure ist angebrochen: Ian O’Doherty, Kolumnist des „Irish Independent“, sagte es so: „Jetzt sind wir also offiziell das religiös verblendetste Land der zivilisierten Welt.“ Und er fordert die Strafverfolgungsbehörden mit dieser netten Provokation heraus: „Katholizismus ist ein Kannibalenkult, der seine Anführer frisst. Juden, die glauben, dass es Gottes Wille ist, dass sie im Heiligen Land wohnen, sind verblendete Irre. Muslime, die islamisches Recht einführen wollen, sind faschistische Terroristen, und Scientologen sind Freaks, die vom böswilligen Geschwätz eines gescheiterten Science-Fiction-Autors verleitet wurden.“ Der Autor der unbotmäßigen Zeilen wünscht sich am Ende: „Also, Jungs, ich sehe euch vor Gericht.“


Der