
TV-Ansprache: Premierminister Enda Kenny wendet sich an die Nation

In seiner TV-Ansprache verkündete Enda Kenny wenig Neues. Man muss ihm jedoch zugute halten, dass er den Anstand hatte, der Nation selbst offen mitzuteilen, dass die Zeiten schlecht sind und sich leider so schnell daran nichts ändern wird. Damit unterschied er sich auffallend von seinem Vorgänger Brian Cowen, der auf die Frage, ob es dem Land schlecht gehe und der IWF womöglich im Anmarsch sei, erst dann zähneknirschend und brummelnd ein „Ja“ hervorbrachte, als die Männer vom IWF bereits auf der Matte standen. (Quelle: Irish Independent)
Stunde der Wahrheit: Regierung präsentiert Haushaltsentwurf für 2012

Man muss der Regierung bescheinigen, einen recht cleveren Haushaltsentwurf ausgearbeitet zu haben. Hier ein paar Milliönchen weniger, da eine Bemessungsgrenze leicht angehoben, dort ein paar Cent höhere Abgaben – es wurde an vielen Stellschrauben ein wenig gedreht, der große Hammer in einigen wenigen Bereichen blieb aus. So wird sich wohl erst im Verlauf des Jahres zeigen, wie sehr jeder betroffen ist. Ob der Etat wirklich dazu beiträgt, Arbeitsplätze zu schaffen, wird sich zeigen. Immerhin enthält der Entwurf steuerliche Anreize für den Kauf von Immobilien und Steuererleichterungen für diejenigen, die während der Hochphase des Booms gekauft haben und nun straucheln.
Interessant wird es Ende nächsten Jahres. Im nächsten Haushaltsentwurf müssen noch einmal etwa vier Milliarden Euro erzielt werden. Da die Wirtschaft auch im nächsten Jahr kaum großartig wachsen wird und der Regierung unverhoffte Einnahmen beschert, wird die Regierung wohl nicht umhin kommen, beim nächsten Haushalt auch bei der Einkommensteuer und anderen Bereichen anzusetzen, die im Budget 2012 verschont wurden.
Gestatten: Bond. Seamus Bond.
Ein unscheinbarer Posten in Brendan Howlins Budget-Zuteilung für 2012 machte neugierig: Der irische Geheimdienst darf im nächsten Jahr über ein Budget von einer Million Euro verfügen. Der irische Geheimdienst? Ganz recht. Über den ist allerdings so wenig bekannt, dass gemunkelt wird, er existiert gar nicht, sondern ist nur eine buchhalterische Kostenstelle für Gemeinschaftsaktionen zwischen der Polizei und dem Nachrichtendienst des Militärs. Aber vielleicht braucht der streng geheime irische Secret Service das Geld, um sich im nächsten Jahr um eine Aufgabe von höchstem nationalen Interesse kümmern zu können: Das Ausspionieren der gegnerischen Mannschafts-Aufstellungen bei der EM in Polen … (Quelle: TheJournal.ie)
Olympische Fackel kommt nach Dublin
Auf ihrem Staffellauf durch England zu den Olympischen Sommerspielen 2012 in London wird die Olympische Fackel auch einen Abstecher nach Dublin einlegen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bestätigte diese Woche eine entsprechende Ausnahmeregelung. Den Regeln des IOC gemäß darf die Route der Fackel eigentlich nur durch das Gastgeberland führen. Man erkannte jedoch an, dass Irlands Olympia-Team alle 32 Grafschaften auf der Insel repräsentiert, und nicht nur die 26 der Republik Irland. Auf ihrer Vier-Tage-Tour durch Nordirland darf die Fackel deshalb auch in Dublin vorbeischauen. Pat Hickey, Präsident des Olympischen Komitees Irlands, begrüßte die Entscheidung des IOC. „Es ist die Erfüllung eines Traums“, sagte er. Nord und Süd vereint unter dem Olympischen Feuer. (Quelle: TheJournal.ie)
Studie: Krebs-Risiko in der Republik höher als in Nordirland

Sinéad O’Connor: Hochzeit Nummer vier in Las Vegas
Das ging fix. Im Sommer noch hatte Sinéad O’Connor (45) öffentlich ihr Pech in der Liebe beklagt. Die exzentrische Sängerin („Nothing Compares To You“) wollte gar die Dienste einer Partnervermittlung in Anspruch nehmen, nahm es dann aber selbst in die Hand mit dem offensiven Aufruf: „Ich suche einen Mann.“ Aber nicht irgendeinen. Sexhungrig sollte er sein, schließlich sei sie in der Blüte ihres Lebens und wolle nicht wie eine Nonne leben. Mit dem 38-jährigen Barry Herridge scheint sie fündig geworden zu sein. Diese Woche düsten Frau O’Connor und ihr Barry, nach eigenem Bekunden ein großer Fan der Sängerin, nach Las Vegas, um dort den Bund der Ehe einzugehen. Drive-Through-Hochzeit in Las Vegas mit Ehemann Nummer vier, der passenderweise ein Therapeut ist: Was soll da schon schiefgehen? (Quelle: Irish Independent)
Peinlich: Freier tappen Undercover-Polizistinnen in die Falle
Im Mittelalter gab es den Pranger, heute gibt es die Zeitung. Einundzwanzig Männer im Alter von Mitte zwanzig bis Mitte sechzig bekannten sich diese Woche vor dem Gericht in Limerick für schuldig, zwischen dem 11. November und 4. Dezember mit Prostituierten Kontakt aufgenommen und um entsprechende Dienste nachgefragt zu haben. Pech für die Herren, dass es sich bei den vermeintlichen Prostituierten um verdeckt operierende Polizeibeamtinnen gehandelt hatte. Zur Strafe fanden die Freier nun ihre Namen in der Zeitung wieder, samt Angabe des Alters und des Wohnortes. Peinlich, peinlich. Da waren die 470 Euro, die sie zusätzlich zur Strafe an eine wohltätige Einrichtung zahlen mussten, das geringste Übel. Einer der Männer bat vor Gericht um einen Pflichtverteidiger. Er sei Sozialhilfeempfänger und könne sich einen Anwalt nicht leisten, erklärte er. Der Richter hatte kein Einsehen: Wer sich eine Prostituierte leisten kann, entschied er, kann sich auch einen Anwalt leisten. (Quelle: Irish Times).
Und noch ein Nachschlag aus eigener Quelle (Irland ist ein kleines Land) für die Englischprofis: Einer der ertappten Männer ist zufällig der Direktor einer Schule in Ennis. Jetzt nennt man ihn den „Vice Principal“ . . .
Wir wünschen allen Lesern und Irland-Fans eine gute Woche.
PS: Mehr von Dirk Huck gibt es auf seinem eigenen (derzeit ruhenden) Blog www.blog-for-ireland.blogspot.com zu lesen.
Fotos: merrionstreet.ie (1)

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