Freitag war Kinonacht. Auf der zwölf Kilometer kurzen Fahrt vom Cinemax nach Hause beschäftigten mich drei Gedanken:

Eins: Noch vor wenigen Jahren fuhren wir hier im Südwesten Irlands entweder 35 Kilometer weit zu Wochenendvorstellungen zu einem alten Holzverschlag namens Cinema, oder aber 50 Kilometer zum nächsten State-of-the-Art-Kino. Die Wirtschaftswunderjahre brachten unserer kleinen Stadt in der Bantry Bay das Kino zurück, ein ansprechendes Filmtheater mit mehreren Kinos. An Freitagabenden standen die Besucherschlangen in den vergangenen Jahren – fast unabhängig vom Angebot – bis auf die Straße hinaus, und man war gut beraten, frühzeitig dort zu sein oder die Karten vorzubestellen. Gestern blieb der Vorraum des Kinos fast menschenleer, für das Reservieren der Karten gab es beim Abholen ein fast mitleidiges Lächeln, das ausdrücken sollte: „Das kannst Du Dir sparen, Du weißt wohl noch nicht , was hier los ist“. Hoffen wir, dass die tiefe irische Rezession nicht auch das Kino frisst. Sonst gibt es wieder Filme übers Internet.

Zwei: Die deutsche Freundin aus der deutschen Stadt seufzte auf einer ähnlichen Rückfahrt vom Kino: „Wie könnt Ihr bloß hier leben?“ Nach einer Woche Ruhe, Einsamkeit, Stille an der Atlantikküste vermisste sie die City, die „Kultur“, den Lärm, die Menschenmassen. Wie können wir bloß hier leben? Auch nach zehn Jahren: Gut. Gerne. Genüsslich. Was wir hier tun? Essen, Beten, Lieben – und Arbeiten. Was braucht es mehr?

Drei: Essen, Beten, Lieben – „Eat Pray Love“ lief gestern auch im Kino unserer kleinen Stadt an. Ein 140 Minuten langer Frauenversteherfilm mit Charme und schönen Bildern. Hauptdarstellerin Julia Roberts wird den Pilgerstrom sinnsuchender Frauen nach Rom, Indien und vor allem nach Bali kräftig anschwellen lassen. Liz Gilbert, eine Frau in der spirituellen Lebenskrise, hat mit ihrem autobiografischen Buch „Eat Pray Love“ einen Trend losgetreten, den der Film nun weiter nähren wird. Auch Männer dürfen übrigens gewinnbringend zusehen.

Klasse, witzig und weise die Monologe des balinesischen Handlesers, Weissagers und Heilers Ketut Liyer, der sich nun auf seine alten Tage Sorgen um einen ruhigen geordneten Alltag machen muss, weil so viele Frauen der westlichen Welt ihn auf ihrer Suche nach Liebe, Glück und Erfüllung, gerne daheim konsultieren möchten. Ketut lehrt eine sehr leicht daher kommende Form der Meditation. Eine Kostprobe:

Why they always look so serious in Yoga?  You make serious face like this, you scare away good energy.  To meditate, only you must smile.  Smile with face, smile with mind, and good energy