Ist das die irische Lösung für ein irisches Problem? Über 40 Jahre nach Ihrer Erfindung in „Flower Power San Francisco“  sorgen sogenannte „Head Shops“ in Irland für eine Menge Rauch. In den vergangenen Tagen gingen in Dublin das „Nirvana“ und das „Happy Hippy“ in Flammen auf. Head Shops verkaufen vor allem synthetische und pflanzliche Drogen, die von Staats wegen nicht verboten sind – die deswegen aber noch lange nicht wirklungslos sind.

Die Polizei in der Hauptstadt hat starke Hinweise auf Brandstiftung – und auch darauf, dass Unbekannte ein Problem lösen wollen, das die irische Regierung toleriert. Denn Head Shops sind in Irland –  wie auch andernorts in Europa – nicht verboten. Nun wird spekuliert, ob „besorgte“ Eltern, die Konkurrenz von der organisierten Drogenkriminalität oder gar para-politische Kreise zum Brandbeschleuniger griffen. Interessant auch der Aspekt, dass die Feuerwehr unter der Brandruine des Nirvana in Dublins Capel Street einen Safe mit einer halben Million Euro fand.

Die wahren Abenteuer sind immer noch im Kopf. Was macht die Head Shops im Jahr 2010 in Irland zum florierenden Geschäftmodell? Welche Produkte verkaufen die Drogen-Shops? Flapsig gesagt: Abenteuer für den Kopf. In den 60er Jahren, als die ersten Head Shops in San Franciscos Hippie-Viertel „Haight Ashbury“ auftauchten, versorgten sie den Cannabis-Raucher mit allerlei Accessoires: Blättchen für die Joints, Wasserpfeifen, Pfeifen mit klangvollen Namen wie „Chillums“ oder „Bongs“ – und unter dem Ladentisch natürlich auch mit der eigentlichen Ware – mit Haschisch, Marihuana, auch LSD.

In Deutschland tauchten die Head Shops Ende der 70er-Jahre auf, als Irland sich noch überwiegend sonntagmorgens am Duft des Weihrauchs und danach am Stout berauschte. Doch die Zeiten haben sich auch auf der Insel geändert. Die irische Gesellschaft plagt ein veritables Drogenproblem. Der Konsum illegaler Drogen ist weit verbreitet – und wo es staatliche Verbote gibt, gibt es immer auch Hintertürchen. Eines davon ist der Head Shop, der „Legal Highs“ verkauft, den ganz „legalen Rausch“.

Drogenkonsumenten, denen es nicht reicht, auf irischen Schafswiesen im Dung zu stochern, und psychoaktive Zauberpilze (psylocybin-haltige Magic Mushrooms) zu sammeln, oder in Mutters Ziergarten von der Datura zu naschen, kaufen im Head Shop gerne halluzinogen wirkende Rauchmischungen mit klangvollen Namen. Ein kleiner Blick ins Sortiment, das laut Shop-Management ausdrücklich „nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist“ (sondern nur zum Inhalieren):

* Salvia: Der „Wahrsager-Salbei“ Salvia Divinorum  – in Deutschland mittlerweile verboten – wurde in traditionellen Gesellschaften bei schamanischen Feier- und Heilritualen benutzt. Heute verspricht er entgleisenden Jugendlichen ein „High“, das dem von LSD vergleichbar sei, nur eben legal.

* Smoke XXX:  Wie das inzwischen verbotene „Spice“ wird diese Rauchmischung als Ersatz f