Viele von uns nehmen die scheinbar kostenlosen Services von Google gerne in Anspruch. Wir suchen per Google, wir benutzen G-Mail, wir analysieren unsere Websites mit Google Analytics und schreiben unsere Blogs mit Blogger.com. Dieser Irland-Blog wird auf der Google-Plattform geschrieben. Es ist praktisch, leicht und angenehm, den Service in Anspruch zu nehmen. Kostenlos ist er jedoch nur vordergründig. Wir bezahlen mit unserer elektronischen Fährte, die wir hinterlasssen und die der Suchmaschinenbetreiber aus Mountain View systematisch aufsaugt, auswertet und ausbeutet. Wir bezahlen damit, ständiger Onlinewerbung von Google ausgesetzt zu sein. Und wir zahlen am Ende vielleicht mit der Plünderung unseres gesamten literarischen Kulturguts. 

Stichwort Google Books: Unbemerkt vom normalen Internetnutzer sind bei Google mittlerweile riesige Biobliotheken auf Server gescannt worden. Wer ein aktuelles Buch sucht, findet es oft fast komplett bei Google Books. Es heißt, es seien Sperren eingebaut, es heißt, man zeigt nur Ausschnitte. Doch die Wirklichkeit ist oft eine andere: Alles was man braucht ist ein wenig Geduld, und was nicht auf den deutschen Servern liegt, findet man vielleicht bei Google Luxembourg. Wir kennen Fälle, wo aktuelle wissenschaftliche Bücher fast komplett eingescannt zugänglich sind. Wer wird da noch 40 oder 50 Euro für Papier ausgeben, wenn es online alles umsonst gibt? 
Die deutschen Verlage spielen bis heute eine traurige Rolle, wenn es darum geht, die Urheberrechte der Autoren und ihre eigene Zukunft zu verteidigen. Sie kollaborieren halbherzig mit Google, sie bringen nicht den Mut auf, für ihre Interessen zu kämpfen und lassen zu, dass den professionell schreibenden Menschen in Europa von der US-amerikanischen Datenkrake der materielle Boden unter den Füssen weggezogen wird. Nun hat der Heidelberger Literaturwissenschaftler Roland Reuß in der Frankfurter Rundschau einen lesenswerten provokativen Beitrag über