
Die Drogen kamen mit der Makayabella über den Atlantik. Das Boot war Mitte August in Trinidad ausgelaufen, nahm das aus Kolumbien stammende Kokain offenbar vor der Küste Venezuelas auf und erreichte gestern die irischen Hoheitsgewässer, wo die Fahnder der irischen Marine sofort zuschlugen. Die Drogen-Transporteure hatten keine Ahnung, dass sie seit Beginn der Operation unter Beobachtung gestanden hatte. Nun freut sich Irland über den größten europäischen Kokain-Fund der letzten eineinhalb Jahre.
Die Beute der Drogenfischer vor der irischen Cocaine Coast war allerdings schon deutlich größer: Im Jahr 2007 wurde in der Dunlough Bay am Mizen Head Kokain im Wert von 440 Millionen Euro angeschwemmt., nachdem schlecht vorbereitete Drogenkuriere den Benzin-Motor ihres Bootes mit Diesel „gefüttert“ hatten. Ein Jahr später, im November 2008, ergatterten irische Drogenfahnder an der Porcupine Bank südwestlich vom Mizen Head in einem Sturm der Stärke 7 eine Kokain-Ladung im Wert von 750 Millionen Euro.
Die Drogen aus Südamerika sind üblicherweise für den europäischen Markt und nur zum kleinsten Teil für den übersichtlichen irischen Konsumentenmarkt bestimmt. Interessantes Detail:Auf dem europäischen Festland wird Kokain üblicherweise in einer Reinheit von 55 bis 70 Prozent verkauft. In Irland wird Kokain wesentlich unreiner mit einem Gehalt von lediglich 40 Prozent verdealt. Deswegen leben irische Kokser allerdings nicht zwangsläufig gesünder.
PS: County Corks Cocaine Coast dient den Schmugglern schon seit Jahrhunderten: Vor 200 Jahren wurde in den kleinen felsigen Buchten bevorzugt französischer Cognac an Land gebracht — und das Risiko, in den stürmischen Gewässern Schiffbruch zu erleiden, war auch damals oft größer als das, entdeckt zu werden.
Foto: Markus Bäuchle; Quelle: Irish Independent v. 25.9.14
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