Nein, wirklich, ich wollte niemandem zu nahe treten, niemandem in Irland und niemandem anderswo, allenfalls mir selbst, als ich diese Woche in Facebook und später hier im Blog schrieb: 

„Denke mir gerade, dass das Leben der Leute, die nur noch im Internet leben, völlig ereignislos ist. Oder anders: Die Ereignisse sind die Meldungen der Einen über die Meldungen der Anderen. Kein Himmel, kein Wasser, kein Feuer, keine Luft, keine Erde.“

Ein Internet-Bekannter (heute „Freund“ genannt) und ein Freund fühlten sich von den Zeilen angesprochen, um nicht zu sagen angegriffen, und so rumorten sie, die Zeilen, ein paar Tage weiter in mir. Zum Sonntag deshalb ein paar Worte über das Internet – und Irland. 

:: Es ist ganz erstaunlich, wie sich ein kleiner Ort in Irland, das Dorf Glengarriff in den vergangenen Monaten ein Abbild im Internet geschaffen hat: Die Leute von Glengarriff haben Facebook entdeckt und sind nun alle virtuelle Freunde. Alle? Natürlich nicht alle; und auch nicht jeder mit jedem. Die alten Feindschaften lassen sich auch in Facebook aufrecht erhalten. Aber viele. 
Sehr viele. Dazu die Pubs und Hotels von Glengarriff, die Parks und die Gärten, der Footballverein, der örtliche Ingenieur, sie alle sind nun auch auf Facebook miteinander verbunden. Das Musikfestival am kommenden Wochenende in Glengarriff wird nur auf Facebook beworben. Offliner haben es bis heute nicht mitbekommen. Die Dorfjugend flirtet nicht mehr nur auf dem Spielplatz, sondern eben in . . . Die Schoolrun-Muttis treffen sich mittags vor der Schule und abends online. Welche Auswirkungen diese Doppelexistenz auf das Leben in einer kleinen Gemeinde haben wird? Eine Bekannte sagte kürzlich: