
Dublin Bikes: Fahrradverleihsystem macht Schule

Peinlicher Buchungsfehler im Finanzministerium
Und plötzlich waren es 3,6 Milliarden Euro Schulden weniger: Das Finanzministerium musste diese Woche einräumen, Ende vergangenen Jahres aufgrund eines Buchungsfehlers die Staatsverschuldung um 3,6 Milliarden Euro zu hoch kalkuliert zu haben. Verbindlichkeiten der National Treasury Management Agency (NTMA), die Nationale Vermögens- und Schuldenverwaltung, wurden doppelt verbucht. Nun streiten Finanzministerium und NTMA darüber, wer für den Fehler verantwortlich ist. Und als Beobachter fragt man sich: Welche anderen Buchungsfehler schlummern noch so in den Büchern des Finanzministeriums? (Quelle: Irish Times)
Haushaltsdefizit: Drei Prozent bis 2015 – Mission Impossible?

Irland schließt Botschaft im Vatikanstaat
Irland schließt zum 1. Januar 2012 seine Botschaft im Vatikan. Dies gab diese Woche Außenminister Eamon Gilmore bekannt. Die Schließung der Botschaft erfolge in erster Linie aus Kostengründen, heißt es. Eine ständige Präsenz im Vatikan sei in der gegenwärtigen Zeit nicht tragbar, zumal die Botschaft keinerlei wirtschaftlichen Gegenwert erziele, erklärte Gilmore. Aufmerksame Beobachter werden sich aber erinnern, dass die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Vatikan und dem einstigen Musterschüler Irland nicht mehr die besten sind. Im Juli hatte Premierminister Enda Kenny im Rahmen der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Cloyne-Diözese den Vatikan öffentlich scharf kritisiert, als er dessen Gebaren als „abgehoben, elitär und narzisstisch“ bezeichnet hatte. Damals schon hatte Irland offen in Erwägung gezogen, seine Botschaft im Vatikan zu schließen. (Quelle: Irish Times)
Priory-Hall-Skandal: Sanierungsarbeiten gestoppt
Der Alptraum für die Bewohner und Eigentümer im Priory Hall Apartment-Komplex (siehe auch diese Irlandnews) im Norden von Dublin hält an. Diese Woche rief der Stadtrat die angerückten Bautrupps zurück, weil sich kein nennenswerter Fortschritt bei der Ausführung der angeordneten Sanierungsarbeiten feststellen ließ. Jetzt kümmern sich die Gerichte um die Sache. Doch wie soll es für die vertriebenen Bewohner weitergehen? Der zuständige Bauunternehmer ist pleite und hat kein Geld, die notwendigen Arbeiten zur Beseitigung von Feuerschutzmängeln ausführen zu lassen. Der Stadtrat hat zwar die Räumung des Komplexes angeordnet, hat aber ebenfalls nicht die Mittel, dafür zu sorgen, dass die Bewohner irgendwann auch wieder einziehen dürfen. 250.000 Euro zahlten die Eigentümer seinerzeit für die Apartments, in denen sie jetzt nicht einmal mehr wohnen dürfen. Zu Recht fühlen sie sich im Stich gelassen. Während des Bau-Booms kassierte der Staat bei jedem Bau-Projekt kräftig mit, ohne sich um die ordnungsgemäße Umsetzung der Projekte zu kümmern. (Quelle: Irish Independent)
Halloween: Unruhige Nacht für Polizei und Rettungsdienste

Berühmte Taschenuhr aus „Ulysses“ wird versteigert
Eine echte Kuriosität kommt am 5. Dezember unter den Auktions-Hammer: Die goldene Taschenuhr des Friedhofleiters aus dem James-Joyce-Roman „Ulysses“. Während die meisten Figuren in dem Roman fiktiv sind, hat John O’Connell, der ehemalige Leiter des Friedhofs von Glasnevin, tatsächlich gelebt. Leopold Bloom und Stephen Dedalus, die beiden Hauptfiguren im „Ulysses“, begegnen ihm in der Beerdigungsszene im sechsten Kapitel. Dabei wird auch O’Connells 18-karätige Taschenuhr mit Goldkette erwähnt, die er stets zu tragen pflegte: “The caretaker hung his thumbs in the loops of his gold watch chain and spoke in a discreet tone to their vacant smiles.” O’Connell starb 1925. Seitdem befindet sich seine berühmte Taschenuhr im Familienbesitz. Nun soll sie versteigert werden. Das Auktionshaus Adam’s schätzt, dass die Uhr 8.000 Euro erzielen wird. (Quelle: Irish Times)
Und was bringt die kommende Woche?
Für die irische Fußball-Nationalmannschaft geht es nächste Woche um die Wurst: Am 11. November spielt Trapps Team in den Play-Offs um die Qualifikation für die Endrunde der Europameisterschaft 2012 gegen Estland in Tallinn, vier Tage später folgt das Rückspiel in Dublin. Drücken wir die Daumen.
Wir wünschen allen Lesern und Irland-Fans ein gruseliges Halloween und eine gute erste Novemberwoche.
PS: Mehr von Dirk Huck gibt es auf seinem eigenen (derzeit ruhenden) Blog www.blog-for-ireland.blogspot.com zu lesen.
Alle Fotos: Dirk Huck

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