Lieblingsorte: Garinish Island, die berühmte Garteninsel in der Bucht von Glengarriff, West Cork, Irland, feiert in diesem Jahr Jubiläum: Vor 100 Jahren kaufte das britische Ehepaar Bryce das wilde kleine Eiland und verwandelte es innerhalb weniger Jahre in einen der bemerkenswertesten botanischen Gärten Europas. Genau gesagt: Die Bryces legten – bevor sie finanziellen Schiffbruch erlitten – mit einer gärtnerischen und landschafts-architektonischen Großtat die Grundlagen für das artenreichste Pflanzenparadies Irlands.

In diesem Jubiläumsjahr wird naturgemäß viel über die glorreiche Vergangenheit von Garinish Island geredet und geschrieben. Das ist gut und wichtig, zumal sich die Geschichte von Garinish Island einmal deutlich anders lesen wird, wenn man die ausgeblendeten, die unterdrückten und die fast vergessenen Aspekte des Insellebens hinzufügen wird.

Wichtiger allerdings – zumindest für kommende Generationen – erscheint der Blick in die Zukunft: Wird es Garinish Island auch in 100 Jahren noch geben? Wird der staatliche Betreiber der Insel den Pflanzenreichtum auf Dauer erhalten können? Wird er die dekorativen Gebäude des Gartenarchitekten Harold Peto in Schuss halten? Wie entwickelt sich das Klima am Golfstrom? Vor allem aber: Wird es genügend Neu- und Nachpflanzungen geben, damit sich auch in 50, 70 oder 100 Jahren Pflanzenliebhaber auf der kleinen Insel in der Bantry Bay wie im Paradies vorkommen können?

Ein Pflanzengarten, zumal ein Baumpark, wächst und entsteht langsam, über Jahrzehnte. Was Besucher in drei oder fünf Dekaden bestaunen sollen, will heute oder morgen gepflanzt werden. Auch manche Fehler, Unterlassungen und Schludrigkeiten, die heute begangen werden, wird man erst in Jahrzehnten erkennen. Gärten haben ihren ganz eigenen Zeit-Duktus. So keimt im Jubiläum „Garinish Island 100“ bereits das Projekt „Garinish Island 200“.

Es gibt zumindest ein paar gute Nachrichten* für diese Langzeitaufgabe „Garinish Island 200“: Die Insel soll für Besucher offener werden. Dass 50 Prozent der Fläche von Garinish Island derzeit gesperrt oder nicht zugänglich sind, könnte sich bald ändern. Das alte, historisch hoch interessante „Gardener´s Cottage, soll innerhalb der nächsten zwei Jahre restauriert und für Besucher geöffnet werden – als kleines Museum mit  Cafeteria und Kunstgalerie. Auch das italienische Teehaus, die Casita, wird für die Besucher in diesem Jahr  erstmals wieder zugünglich sein, wenn auch nur für einige Wochen. Dort in der Casit