

Keine Behörde, die einschreiten würde. Keine Bürgerinitiative, die sich engagieren möchte. Ein Einzelner sorgt dafür, dass alle anderen einen Nachteil haben – und alle anderen geben sich geschlagen, nehmen den Nachteil in kauf. Warum ist das so in Irland? Ist das typisch irisch? Es ist, und der alte Mathematiklehrer Sean, ein Mann, dem man „a fine brain“ attestiert, erklärt mit Irlands Geschichte der jahrhundertelangen Unterdrückung, warum das so ist: „Wegen unserer Vergangenheit gehen wir Iren auch mit Delinquenten, Abweichlern und Spinnern meist sehr nachsichtig um. Diese Liberalität nannten wir immer ‚Leben und leben lassen‘. Wir wollen einfach nett sein. Heute allerdings wird die Nachsicht gerne ausgenutzt für egoistische Alleingänge, zur eigenen Bereicherung, zum eigenen kleinen Vorteil. Das ist schade“.
Sean sagt es, wie es ist. Ändern wird das im Moment nichts. Morgen vielleicht. Oder übermorgen. Am Ende relativiert der Mann aus der Stadt noch die Bedeutung eines Wanderweges für die Allgemeinheit: „Schau Dir an, was in unserer Stadt all die Jahre passiert ist: Hier verhindert eine einzige Familie zum eigenen Vorteil jegliche Entwicklung, jegliche geschäftliche Konkurrenz. Die Stadt steht still, nur weil diese Familie es will. Das ist schwerwiegend. Und doch sind die Verhinderer weiterhin geachtete Menschen in unserer Mitte. Keiner steht gegen sie auf, keiner klagt sie offen an. Dabei hätten wir allen Grund dazu.„
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