
Dort, im Kirchhof von Rathkeale hatten Arbeiter vor mehr als einem Monat einen Baum umgesägt – und im Baumstumpf offenbarte sich ein Bildnis, das Gläubige schnell als ein Abbild der Heiligen Jungfrau mit Baby (Baby Jesus?) auf dem Arm identifizierten. Die Nachricht von der neuen Marien-Erscheinung machte die Runde auf der Insel in DSL-Geschwindigkeit, tausende Marienverehrer kamen seitdem zum Beten und Staunen zur Marienkriche in Rathkeale.
Nun aber die Tragödie: Unbekannte, die von Einheimischen als Vandalen, Deppen und Schwachköpfe beschimpft werden, haben das Marienbildnis im Schutz der Nacht mit blauer und silberner Farbe übersprüht. Am nächsten Morgen war die Aufregung in Rathkeale groß. Immerhin kommen tagtäglich zahlreiche Fremde in den Ort, um vor die Heilige Jungfrau zu treten, immerhin wird am heiligen Baumstumpf jeden Abend um 21 und um 23 Uhr der Rosenkranz gebetet. Und nun dieser blasphemische Akt (Vorsicht: nach brandneuem Gesetz droht den bösen Buben – Mädchen?- eine Strafe bis 25.000 Euro).
Hochkompetente Hausfrauen haben den Schaden schließlich behoben. Sie rückten der Farbe mit den hochwirksamen Kollegen von Meister Proper auf die Moleküle und polierten die Muttergottes zu alter Pracht. Am Wochenende wird am Baumstumpf nun wie geplant Maria Himmelfahrt gefeiert – und demnächst soll das verehrte Stück Holz mit einer transparenten Vitrine vor aggressiven Ungläubigen wirksam geschützt werden. Die Spendensammlung für die Schutzhülle läuft auf Hochtouren. Öffentliche Zuschüsse gibt es keine. Wobei wir beim ursprünglichen Thema für heute wären, das nun aufgrund der aktuellen Ereignisse auf morgen verschoben wird: Spenden sammeln, Fundraising, Charity Runs.
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