Geschichten von der Beara-Halbinsel im Süd-Westen Irlands (Teil 25)

von Peter Bernhardt* 

Heute stellt Peter Bernhardt heilige Orte Südwest-Irlands vor, die Marien-Statuen, Schreine und Kreuzigungs-Monumente auf der Beara-Halbinsel.

Die heiligen Orte Irlands. Wohin man in Irland auch reist, überall trifft man am Wegesrand auf Grotten und Schreine, nur ihr Aussehen variiert. Es kann eine kleine Statue sein, die in eine Wandnische gesetzt wurde, bis hin zu einer aufwändig gestalteten Kreuzigungs-Gruppe, wie der Reisende sie zum Beispiele auf dem Healy-Pass bewundern kann (Foto oben), sowie in Tuosist. (Foto unten) Die größte Anzahl von Marien-Statuen wurden im Jahr 1938 und im „Marian Year“ 1954 errichtet. Gerade 1954 hat sich kaum ein anderes Land so mit Inbrunst vom päpstlichen Aufruf „angesprochen“ gefühlt, dieses Jahr zu Ehren Marias zu zelebrieren, wie das Marien-verliebte Irland. Im Gegensatz zum nächsten vom Papst ausgerufenen Marianischen Jahr im Jahre 1987, das von der irischen Bevölkerung schon nahezu ignoriert wurde.

Kreuzigungs-Gruppe in Tuosist

Es gibt auch andere Grottos, manche huldigen zum Beispiel lokalen Heiligen. Und oft findet man in unmittelbarer Nähe eine heilige Quelle. Da haben es die christlichen Religionsführer/Glaubens-verbreiter wohl verstanden, Orte, wie Holy Wells, sich aus den heidnischen Zeiten einzuverleiben.

Immer ist es eine verantwortliche Person, die dafür sorgt, daß diese Orte sauber gehalten, von Unkraut befreit und regelmäßig mit frischen Blumen geschmückt sind.

Die heilige Maria ist überall: In meiner heutigen Geschichte möchte ich ein paar dieser heiligen Orte auf der Beara Peninsula „besuchen“. Im Jahre 1954 rief Rom das Marianische Jahr aus, was viele eifrige, irisch-katholische Gemeinden veranlaßte sich zusammen zu setzen, um mit der Errichtung einer Grotte für Our Lady einen entsprechenden Beitrag zu leisten.

Heilige Orte Irland

Cahirkeem Grotto

Ein schönes Beispiel ist die Cahirkeem Grotto im Townland von Cahirkeem bei Eyeries. Eine ortsansässige Frau erinnert sich, wie sich im Vorfeld des Marianischen Jahres 1954 eine Gruppe von Einheimischen mit dem festen Willen zusammenkam, an einer geeigneten Stelle im Ort eine Gedenkstätte zu Ehren der in Irland allseits verehrten Mutter Gottes zu errichten. Alles fing mit der Bildung eines Kommitees an, und alle Gemeindemitglieder waren bereit einen Beitrag zu leisten, indem sie ihre Arbeitskraft anboten oder die benötigten Materialien besorgten. Andere sammelten Spendengelder von den örtlichen Geschäftsleuten aus Eyeries und Castletownbere, um die Statue kaufen zu können.

Die Arbeiten begannen im Frühsommer 1953, und im Herbst war das Werk vollbracht. die offizielle Einweihung fand am 8. Dezember statt, bei strahlend-schönem Wetter. Die Menschen kamen von der ganzen Halbinsel zusammen und alle hatten einen großartigen Tag. Die Inschrift am Eingang (Foto rechts) lautet: “Our Lady of Lourdes Grotto, Cahirkeem, Blessed and Opened Dec.8th, 1953, Marian Year 1953 4″.“

Noch viele Jahre nach dieser Eröffnung sprach John O’Mahony an der Grotto jeden Abend pünklich um 6 Uhr ein Rosenkranzgebet, bis er so krank wurde, daß er von dem Ehepaar May und Jeremiah Murphy abgelöst wurde. Inzwischen sind diese Beiden auch verstorben, und es hat sich niemand gefunden, der dieses „Amt“ übernehmen wollte. Trotzdem gehen auch heute noch Menschen aus der Umgebung zur Marien-Grotte und sprechen ein Gebet.

1990 veranlaßte ein berenteter Jounalist und Künstler, daß am Eingang dieser Grotte ein Sitz gebaut wurde, um den Betenden die Möglichkeit zu geben sich sitzend auszuruhen. Ein spezieller Open-Air-Gottesdienst würdigte dieses Engagement.

Ein Reisender bemerkte zu diesem Ort: „One thing about the shrine that struck me above all else was the water. A fresh, living trickle of clean spring water flowed from below the feet of the Virgin and down the steps to the gate. I realized at one time, long before the shrine was built and afterwards, this lovely little spot was likely an important sacred place, a place of prayer and supplication.“

Die Grotto von Ardgroom

Ein anderer Marienschrein aus dem gleichen Jahr  befindet sich in Ardgroom. Der Aufruf aus dem Vatikan hat auch die Menschen von Ardgroom aufgerufen zu Ehren Marias eine Grotte zu errichten. Und da ein solches Unternehmen nicht begonnen werden konnte, ohne vorher ein Kommittee gebildet zu haben, fanden sich schnell ein paar einflußreiche  Bürger bereit, diesen ehrenvollen Job zu übernehmen. Die Arbeit konnte beginnen.