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Irland-Foto der Woche: Jeden Dienstag zeigt unser Freund Kevin Balanda auf Irlandnews ein besonderes Foto aus Irland – und erzählt die Geschichte dahinter. Kevin hat viele Jahre in Dublin gearbeitet und lebt heute in West Cork. Seine Kamera ist immer dabei. Diese Woche kehren wir zurück in die Bantry Bay in West Cork:
Das weniger bekannte Garinish, ein berühmter Astronom und eine rätselhafte Krankheit
Garinish West, unmittelbar vor dem Zetland Pier bei Glengarriff auf der Beara-Halbinsel, ist eine Insel ganz nah am Ufer – „Gar Inish“ bedeutet auf Irisch „nahe Insel“. Anders als das bekannte Garinish in der Bucht von Glengarriff war Garinish West unbewohnt – abgesehen von einem kleinen Ferienhaus, das 1966 von Bernard Lovell gebaut wurde, dem berühmten englischen Astronomen, dem „Vater der Radioastronomie“.
Ende der 1950er Jahre leitete Lovell den Aufbau des weltberühmten Teleskops in Jodrell Bank in Cheshire. Während der Entwicklung türmten sich Schulden, das Projekt stand vor dem Aus; zeitweise wurde Lovell sogar mit Haft bedroht. Als die Sowjetunion jedoch den ersten Satelliten der Welt startete und Jodrell Bank ihn verfolgen konnte, war die Finanzierung zur Fertigstellung des Teleskops gesichert.
Auf Garinish West wollte Lovell es einfach halten. Seine Frau Mary beschrieb die Insel als ihr himmlisches Refugium, die Familie verbrachte dort oft die Ferien. Abgeschiedenheit und ein klarer, unverschmutzter Himmel erlaubten Lovell, die Sternbilder zu betrachten und über die Geheimnisse des Kosmos nachzusinnen.
In posthum veröffentlichten Notizen erklärte Lovell, er sei auf einer Reise zu einer sowjetischen Raumfahrtanlage auf der Krim Opfer eines Vergiftungsversuchs geworden, nachdem er eine Mitarbeit am sowjetischen Raumfahrtprogramm abgelehnt hatte. „Es war, als hätte sich alles Leben plötzlich in Staub und Asche verwandelt“, schrieb er. Glücklicherweise wich die Krankheit während eines Urlaubs auf Garinish West, als er „plötzlich wieder normal zu fühlen begann“. Die wahre Ursache seines Leidens blieb ungeklärt.
Für Fotografen: Das Foto wurde aufgenommen mit einem Apple iPhone 11; gemeldete Brennweite: 5 mm. Belichtung: ISO 32, f/1,8, 1/2000 s. Bearbeitet in Lightroom.
© Kevin Balanda
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Ja, wunderschönes, einladendes Inselchen… wenn man da am Ufer steht, ist man recht versucht einfach mal rüber zu schwimmen … kann ich mir auch als paradiesisches Ferienhabitat vorstellen (für mich und meine family + dog)…
“ Vater der Radioastronomie “ ist ein bisschen britisch hochgestapelt. Das waren vor allem Karl Guthe Jansky und Grote Reber…und der Nobelpreisträger Martin Ryle aber klar war der gute Bernard Lovell ein führender und wegweisender Radioastronom.
Nicht erst seit einigen Jahren sind übrigens immer und überall alles die Russen… Sir Lovell hätte das mit weit über 90 eher nicht daher plaudern sollen … zumal er in jener Zeit des kalten Krieges, als diese Erkrankung(en) ihn heimsuchten selbst mit ziemlich viel Strahlung herumexperimentierte… aber dafür kann das Inselchen nichts, das da in seiner Schönheit und Stille lockt … kann mir gut vorstellen, dass man da in jeder Hinsicht sehr erholt wieder abreist.
Ganz ganz herzlichen Dank Kevin für diese neue landschaftliche und Historienreise!
Yes , it’s a beautiful spot