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Foto-Story der Woche: Diesen Dienstag nimmt uns Kevin Balanda mit in das County Offaly:

Als Offaly im Zentrum des menschlichen Strebens nach Erkenntnis über den Kosmos stand

In den frühen 1840er Jahren entwarf und baute der dritte Earl of Rosse auf dem Gelände des Birr Castle Demesne im County Offaly das größte Teleskop der Welt, bekannt als Leviathan of Parsonstown. Von 1845 bis 1917 war es das größte Teleskop weltweit.

Sinn dieses Teleskops war es, zu klären, ob kosmische Nebel lediglich unaufgelöste Sternhaufen oder tatsächlich nebulöse Bereiche im Weltall sind. Mit dem Leviathan konnte man entdecken, dass mehrere Nebel eine Spiralstruktur aufweisen, was auf das Wirken dynamischer Gesetze hindeutete. Wer die spiralige Beschaffenheit von Galaxien beobachten wollte, reiste aus aller Welt zur Birr Castle Demesne.

Das Spiegelteleskop ist 72 Fuß (etwa 22 Meter) lang und besitzt einen Spiegel von 6 Fuß (knapp 1,83 Meter) Durchmesser. Bis 1890 blieb es in Betrieb; nach dem Tod des vierten Earls von Rosse im Jahr 1908 wurde es teilweise abgebaut. Einer der Spiegel mit Spiegelkasten wurde 1914 an das Science Museum in London übergeben.

Der Leviathan war weit mehr als ein wissenschaftliches Instrument und Spiegel modernster Ingenieurskunst seiner Zeit. Er wurde zum Symbol für menschliche Neugier und für Innovationsgeist. Die astronomische Forschung lebt am Birr Castle Demesne bis heute weiter: Das Gelände ist Standort des internationalen Radioteleskop-Projekts I-LOFAR, das in Irland vom Trinity College Dublin koordiniert wird.

Die Earls of Rosse waren wohlhabende Gentleman-Wissenschaftler. Heute ist Wissenschaft durch Entwicklungen wie die Bürgerwissenschaften („citizen sciences“) offener und inklusiver geworden.

Irland besitzt drei historische Observatorien, Birr, Armagh und Dunsink, die bis heute in Betrieb sind. Sie haben sich zusammengeschlossen und streben eine Aufnahme als UNESCO-Weltkulturerbe an, damit sie erhalten und von kommenden Generationen genutzt werden können.

 

 

Für Fotografen: Dieses Foto wurde mit einer Brennweite von 10mm aufgenommen. Die Kameraeinstellungen waren ISO 100, Blende f/11 und 1/80 Sekunde Belichtungszeit. Die Bildbearbeitung erfolgte in Lightroom.

© Kevin Balanda

 

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