Irland genießen – statt nur drüber zu schreiben: „Warum bloggen wir?“ hatten wir im vergangenen Jahr an dieser Stelle einmal diskutiert. Heute ist der 12. Juli – und der Wanderer stellt sich die Frage erneut. Hier nur ein paar Hinweise: Ich blogge, weil ich gerne schreibe, weil der Blog so etwas wie ein geistiger Steinbruch ist, in dem das Rohmaterial für meine Geschichten gefördert wird. Ich blogge, weil ich Interesse für Irland wecken und das Verständnis für das Land ein wenig fördern will. Ich blogge, weil ich hier für mein Lieblingsthema Wandern in angemessener Weise werben kann. Vor allem aber: Ich blogge, weil ich Irland, die Menschen und das Leben auf der Insel mag – und dem Mögen (und manchmal auch weniger Mögen) so Ausdruck verleihen kann.


Die Kehrseite der Medaille ist diese: Tägliches Schreiben für den Blog ist zeitaufwendig und durchaus anstrengend.  Es funktioniert nach dem Prinzip der gepflegten Selbstausbeutung und führt die Autoren einmal durch blühende Landschaften der Kreativität, dann wieder durch die gelbsandigen Steppen der Ideendürre. Vor allem aber: Schreiben findet, so man sich nicht zu den flüchtigen Handy-Bloggern zählt, am Schreibtisch statt, einem behaglichen und einsamen Ort – einem Ort jedenfalls, der auch im Industriegebiet von Castrop-Rauxel oder in einem Hinterzimmer in Lhasa liegen könnte. 


Die große Kunst, unser Leben in den 10-er-Jahren des 21. Jahrhunderts zu meistern, besteht darin, die Balance zu finden. Die Balance zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen Schaffen und Konsumieren, zwischen Geben und Nehmen, ja auch zwischen Erfahren und Verarbeiten, zwischen Erleben und Schreiben in diesem Fall. Der langen Vorrede kurzer Sinn: Es ist Zeit rauszugehen, Irland zu erleben, in die Berge, ans Meer, auf die saftig grünen Wiesen, in die alten Eichenwälder, an die Flüsse – dorthin, wo ich weiß, dass ich nicht in Castrop-Rauxel, nicht in Lhasa und nicht in München, Frankfurt oder Mannheim bin. In einer Woche geht es wieder los, raus, in die Weite.   


In dieser Zeit wird wenig Zeit für den Blog übrig bleiben. Es ist die Gelegenheit für alle, die den täglichen Irland-Blog gerne lesen, etwas Eigenes beizusteuern und ihn am Laufen zu halten. Geben und Nehmen: Schickt uns ein Foto oder ein paar Zeilen, die mit Irland zu tun haben: 


* Euer Lieblingsphoto von Irland
* Euren irischen Lieblingswitz
* Eine in Irland erlebte Geschichte