
Der letzte Irland TV-Überblick hier auf Irlandnews: Das Jahr – und auch der Irland-TV-Tipp – klingt aus mit der Piratenkönigin Grace O’Malley, der Suche nach Liebe und der wilden Natur der grünen Insel. Zum Abschluss verrate ich Euch meine drei Lieblingsfilme (Foto oben: Nothing Personal) aus Irland und verabschiede mich damit von Euch und vom Irland TV-Tipp.
Montag, 29. Dezember 2025, ZDFinfo 13:30 Uhr: Legendäre Piraten – Grace O’Malley (Wiederholung)
„Piraten – in der Populärkultur sind dies meist furchtlose und goldhungrige Männer. Doch auch Frauen haben in der Freibeuterszene mitgemischt – etwa die irische Clanchefin Grace O’Malley.
Fast ein halbes Jahrhundert lang verbreitet sie auf ihren Raubzügen in Irland und an der westeuropäischen Atlantikküste Angst und Schrecken. Sie behauptet sich in einer männerdominierten Welt, fordert die englischen Besatzer Irlands mit ihrem Widerstand heraus.
Schon zu Lebzeiten macht sich Grace O’Malley einen Namen als talentierte Seefahrerin und brillante Strategin. Mit geschickten politischen Schachzügen und wagemutigen Überfällen kann sie ihren Machtbereich im Westen Irlands stetig vergrößern und sich die Unterstützung anderer Clans sichern.
Selbst die rigide englische Regentin Queen Elizabeth I. – ihre größte Widersacherin – ist so angetan von der selbstbewussten Frau, dass sie ihr eine Audienz gewährt und sich beträchtliche Zugeständnisse von ihr abringen lässt.
Noch heute gilt Grace O’Malley in Irland als Nationalheldin und Ikone des Widerstandes gegen die Engländer. Sie ist als „Piratenkönigin“ in die Geschichte eingegangen.
„Legendäre Piraten“ erzählt von blutigen Plündereien, versteckten Reichtümern und unvergessenen Legenden. Es sind Geschichten der berüchtigtsten Seeräuber aller Zeiten, die einst die Weltmeere beherrschten und die uns bis heute faszinieren.“ (Senderinformation)
Wiederholung:
Mittwoch, 31. Dezember 2025, ZDFinfo 2:00 Uhr

Sie ist Seefahrerin, Clanführerin und Piratin: Grace O’Mally.
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Montag, 29. Dezember 2025, TLC 21:15 Uhr: Match Me Abroad – Partnersuche im Ausland
„In der neuen Staffel suchen amerikanische Singles mithilfe von Dating-Coaches weltweit nach ihrem Traumpartner. Zwischen Kulturschock, Romantik und Selbstfindung führt der Weg zum Glück rund um den Globus.
Die Suche nach der großen Liebe nimmt Fahrt auf: In Brasilien funkt es zwischen Monica und Bernardo – doch Matchmakerin Luiza mahnt zur Vorsicht. In Irland trifft Amber auf Paul, einen Naturburschen mit ungewöhnlichen Lebensgewohnheiten, die sie schnell an ihre Grenzen bringen. Während Victoria in Prag ein turbulentes Date erlebt, sorgt Sarah in Singapur mit Glamour und hohen Ansprüchen für Aufsehen. Ihre Matchmakerin Dolly versucht, sie auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen – und ihr beizubringen, dass wahre Liebe mehr ist als nur ein perfektes Äußeres und teure Fassade.“ (Senderinformation)
Freitag, 2. Januar 2026, Phoenix 22:30 Uhr: Wildes Irland – Die grüne Insel
(Wiederholung)
„Die wilde Atlantikküste Irlands galt vor der Entdeckung Amerikas als das Ende der Welt. Die spektakulären Landschaften ziehen Menschen seit jeher in ihren Bann, dienen oft als Kulisse für große Hollywoodproduktionen wie zuletzt „Star Wars“. Die Helden in diesem Film sind jedoch die überraschend vielen Tierarten, die es auf der „Grünen Insel“ gibt: Wale und Riesenhaie, die im Ozean nach Nahrung suchen, Papageientaucher und Steinadler, die die Lüfte beherrschen, Rothirsche, deren Brunftrufe im Herbst über die Seen von Killarney schallen. Wildes Irland zeigt die faszinierende Natur und bunte Tierwelt eines Landes, das den Elementen des Atlantiks ausgesetzt ist.
Wie ein Smaragd ganz im Westen Europas war Irland schon immer ein verzauberter Ort, das letzte Stück Land vor der überwältigenden Weite des Ozeans. Die Reise führt von den Brutkolonien der Papageientaucher und Atlantiksturmtaucher auf den Spitzen der Skellig Rocks in die Tiefen des Ozeans zu Buckelwalen und Riesenhaien.
Die spektakulär aus dem Atlantik ragenden und kaum zugänglichen Felsen von Skellig Michael, erst kürzlich Kulisse für einige atemberaubende „Stars Wars“-Sequenzen, beherbergen die Ruinen eines frühmittelalterlichen Klosters. In den Felsen brüten Papageientaucher. Die Sturmtaucher dagegen nutzen die Steinnischen der alten Mönchsbehausungen als für sie perfekte Brutplätze. In den Meeresströmungen rund um die Insel finden Wale und Haie ein reiches Nahrungsangebot: Plankton und Fischschwärme, die vor der Küste aus den Tiefen des Meeres auftauchen.
Auf Blasket Islands versammeln sich im Winter Kegelrobben an den Sandstränden. Die Männchen testen ihre Stärke in blutigen Kämpfen und streiten sich um die Weibchen. Das nördliche Hochland ist das Revier des Steinadlers. Nach vielen Jahrzehnten ist er in die Berge von Donegal zurückgekehrt. Einige Paare wurden wiederangesiedelt. Noch ist nicht sicher, ob sich der noch kleine Bestand halten kann. Im Südwesten der Insel, im Killarney Nationalpark, hallt im Herbst das Röhren der Rothirsche über die malerischen Seen. Die Brunftkämpfe der Männchen sind kräfteraubend. Nicht selten verenden die unterlegenen Hirsche an ihren schweren Verletzungen.
Es ist gerade diese Vielfalt, die den preisgekrönten Naturfilmer John Murray so an seiner Heimat fasziniert. Er ist an der irischen Westküste aufgewachsen und hat mit diesem Film ein einzigartiges Porträt der Natur Irlands geschaffen.“ (Senderinformation)

Papageientaucher auf der Insel „Skellig Michael“; Co. Kerry, Irland
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Dies ist nun der letzte TV-Tipp hier auf Irlandnews. Ich verabschiede mich zum Jahresende von Euch und vom Irland TV-Tipp, der seit 2013 Woche für Woche hier erscheinen ist. Den Irland TV-Tipp zu erstellen war für mich all die Jahre eine echte Herzensangelegenheit.
Zum Abschied möchte ich drei meiner ganz persönlichen Lieblingsfilme mit Euch teilen. Die Filme könnt Ihr bei Eurem Lieblings-Streamings-Dienst schauen und auch als DVD oder auch als BluRay erwerben.
Tschüss, Antje
3) Belfast (2021):
„Sommer 1969 in der nordirischen Hauptstadt. Der neunjährige Buddy (Jude Hill), Sohn einer typischen Familie aus der Arbeiterklasse, liebt Kinobesuche, Matchbox-Autos und seine hingebungsvollen Großeltern, außerdem schwärmt er für eine seiner Mitschülerinnen.
Doch als die gesellschaftspolitischen Spannungen in Belfast eskalieren und es sogar in der sonst so harmonischen Nachbarschaft zu Gewaltausbrüchen kommt, findet seine idyllische Kindheit ein jähes Ende. Und während sein in England arbeitender Vater und seine besorgte Mutter die Zukunft der Familie zu sichern versuchen, bleibt Buddy nichts anderes übrig, als langsam erwachsen zu werden – und trotzdem die Lebensfreude, das Lachen und seine von Film und Fernsehen beflügelte Fantasie nicht zu verlieren.
Die tiefen, liebevollen und bewegenden Einblicke, die Kenneth Branagh in Belfast in den Alltag seiner Heimatstadt und deren Bewohner gibt, basieren auf den ganz persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen des Regisseurs. (Quelle: Universal Pictures Germany)
Den Film habe ich tatsächlich erst vor Kurzem angesehen und war begeistert und tief bewegt. Die Aufnahmen in schwarz-weiß passen einfach so wunderbar zu der Geschichte, die so viel mehr als nur eine Erzählung ist. Die Entscheidungen, die im Laufe des Films getroffen werden (müssen), und die inneren und äußeren Konflikte sind so greifbar und gingen bei mir wirklich tief.

2) Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten (2015):
“Irland, in den 1950er-Jahren: Eilis Lacey (Saoirse Ronan) fasst den Entschluss, nach New York auszuwandern. Ihre ältere Schwester Rose (Fiona Glascott) ermutigt sie, an ihre Zukunft zu denken. Zum ersten Mal auf sich alleine gestellt, macht sich die junge Frau auf die Reise.
Die Ankunft in Amerika ist für Eilis jedoch ein Schock, denn sie sehnt sich in die Heimat zurück und vermisst ihre Familie. Halt gibt ihr Priester Flood (Jim Broadbent), der sich um sie kümmert und Eilis in die irische Gemeinde integriert. Bei einer Tanzveranstaltung lernt sie den charmanten Tony Fiorello (Emory Cohen) kennen. Der junge Klempner aus einer italienischstämmigen Familie schafft es, dass Eilis endlich in ihrem neuen Leben ankommt. Mit seiner aufmerksamen und aufrichtigen Art gewinnt Tony ihr Herz.
Eine traurige Nachricht aus ihrer Heimat zwingt die junge Frau, ihre alleinstehende Mutter (Jane Brennan) zu besuchen. Dort ist alles anders als früher: Als New Yorkerin steht sie im Mittelpunkt des Interesses und bekommt eine reizvolle Position in ihrem neuen Beruf als Buchhalterin angeboten. Sogar Jim Farrell (Domhnall Gleeson), ein attraktiver Junggeselle aus gutem Hause, wirbt charmant um die stilvoll gekleidete Heimkehrerin. Mit jedem Tag fällt ihr die Entscheidung schwerer, ein zweites Mal zu gehen.
Eine subtil erzählte Einwanderergeschichte bietet der Liebesfilm “Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten”, der 2016 ins Rennen für den Oscar als “Bester Film” ging. Im Mittelpunkt steht eine grandios von Saoirse Ronan gespielte Irin, die sich nicht nur zwischen ihrer alten und neuen Heimat, sondern auch zwischen zwei Lieben entscheiden muss. Für ihre schauspielerische Leistung bekam die Hauptdarstellerin nach dem Drama “Abbitte” bereits die zweite Oscar-Nominierung ihrer jungen Karriere. Das Drehbuch nach dem gleichnamigen Roman von Colm Tóibín stammt aus der Feder von Bestsellerautor Nick Hornby und wurde ebenfalls für den Oscar nominiert.”
Den Film sah ich das erste Mal im kleinen Kino in Bantry und war direkt gebannt und mitten in der Geschichte. Und ja, ich konnte dieses Zerrissen sein zwischen alter und neuer Heimat so gut nachvollziehen: Wo ist man zu Hause, wo ist das Herz glücklich? Siegt Verantwortungsbewusstsein über Gefühl?

Eilis Lacey (Saoirse Ronan) mit Tony Fiorello (Emory Cohen)
1) Nothing Personal (2009):
“Die junge Holländerin Anne entflieht ihrem Alltag und trampt nach Irland. Dort trifft sie den älteren Intellektuellen Martin,der allein auf einer kleinen Halbinsel in Connemara lebt. Die Beiden gehen eine Zweckgemeinschaft ein: Arbeit gegen Essen. Einzige Bedingung: Kein persönlicher Kontakt.
Doch Anne und Martin werden neugierig aufeinander. In der traumhaften westirischen Landschaft entwickelt sich eine ganz eigene Liebesgeschichte.”
Diesen Film sah ich irgendwann durch Zufall – oder fand er mich? Zwei Fremde lassen sich auf einen Handel: Essen für Arbeit, kein persönlicher Kontakt, keine Fragen. Ein stiller Film, in dem kaum gesprochen wird, bei dem es sich lohnt, sich darauf einzulassen.

Anne (Lotte Verbeek, l.) und Martin (Stephen Rea) arbeiten zusammen.
Foto Credits:
Das Titelbild und die beiden letzten Bilder gehören zum Film “Nothing Personal”, © WDR/2009 Rinkel Film & TV Productions BV, VPRO, Fastnet Films
Das zweite Foto gehört zur Sendung „Legendäre Piraten – Grace O’Malley“, © ZDF/© Dash Pictures (Holdings) Ltd 2024
Das dritte Bild gehört zur Sendung „Wildes Irland“, © ZDF/ORF/Crossing the Line Productions
Das vierte Foto gehört zum Universal-Film “Belfast”, mit freundlicher Genehmigung durch Universal Pictures Germany (Vielen herzlichen Dank, Anita!), ©/Credit: Rob Youngson/Focus Features
Das fünfte Foto gehört zum Film „Brooklyn“, © Twentieth Century Fox, Foto: Sixx

Liebe Antje
Auch ich bedanke mich für die unermüdlich hier von Dir vorgestellten TV Tipps die mir/uns zu manch sehr interessanten und meist auch schönen Film- Erlebnissen verhalfen. Leider konnte ich nicht eher schreiben weil wir – in einer Art Familienzusammenführung -von unserer Bergeinsamkeit gerade in eine andere schöne Ecke Irlands umgezogen sind.
Rügen ist – wie ich aus so unendlich vielen eigenen Erlebnissen an allen Ecken dort weiss – wirklich wunderschön … für mich allerdings gäbe es keinerlei Gründe in das derzeitig immer mehr nach Inquisition 2.0 gesteuerte Absurdistan zurückzukehren. Du wirst sicher sehr wichtige und persönliche Gründe gehabt haben und ich wünsche ich Dir von Herzen alles erdenklich Gute, Gesundheit und Wohlergehen auch in schweren (politischen) Zeiten. Vielleicht liest Du ja noch ein bisschen hier mit…
Wirklich schade! Danke für all die Inspiration. Alles Gute!
Hallo Antje,
Ganz herzlichen Dank für die vielen und interessanten TV Tipps, die in all den Jahren hier erschienen sind. Immer wieder habe ich davon etwas angeschaut oder aufgenommen, sei es die Irland Krimi Serie oder Dokumentationen wie „Irland mit der Bahn“ ,“Wildes Irland“ und vieles mehr. Ich finde es sehr schade, dass diese jahrelange Tradition nun nicht mehr weitergeht und werde Deine Kolumne garantiert vermissen. Du hast mit Deiner wertvollen Arbeit dazu beigetragen, dass ich auch zu Hause immer ein bisschen mit Irland verbunden blieb
Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute,
Manfred