News aus Irland immer aktuellDublins Phoenix Park war Schauplatz einer Groß-Orgie aus Musik, Suff und Gewalt; im Norden marschieren die orangenen Orden und provozieren Gewalt, dieLebenhaltungskosten in Irland sinken : Die Sonnntags-News aus Irland heute wieder kurz und knapp in unserem Wochenrückblick von Tom Brütting.

 

 

Orgie der Gewalt in Phoenix Park

„Das erste, was ich im Park sah, war ein Typ, der einer Frau mit der Faust mit voller Wucht ins Gesicht schlug“: Thema der Woche in Irlands Medien war das Open-Air-Konzert in Dublin´s Phoenix Park am vergangenen Wochenende, das zum totalen Debakel wurde: Zwei Drogentote, neun registrierte Messerstechereien, 33 Verhaftungen, hunderte Jugendliche, die unter Drogen- und Alkoholeinfluss randalierten, zerstörten, verletzten: Der Event der Swedish House Mafia in Dublins größtem Park geriet zu einer Orgie aus Suff und Gewalt und markiert nach dem Urteil von Beobachtern den neuen Tiefpunkt für Irlands Jugend- und Freizeitkultur. 45.000 Menschen hatten das Konzert besucht — und während sich die Mehrheit wie immer unauffällig verhielt, waren es doch wohl auffällig viele Parkbesucher, die sich in Exzessen ergingen. Der Alkohol wurde in prall gefüllten Einkaufswagen in den Park gekarrt, die Orgie begann bereits um 11 Uhr morgens. Nun werden Polizei und Sicherheitskräfte kritisiert, die Sicherheitslage falsch eingesetzt zu haben. Die Wurzeln für das kollektive Ausrasten dürften indes auch mit besseren Sicherheitskonzepten nicht zu identifizieren sein. Ein detailliertes Protokoll der Ereignisse gab gestern die Irish Times.

Alle Jahre wieder: Orange marschiert

Es ist ein trauriges Ritual, das eigentlich keiner braucht. Jedes Jahr im Juli – man kann gewissermaßen schon die Uhr danach stellen – schlagen sich Republikaner und Unionisten irgendwo in Nordirland die Köpfe ein. Der Grund ist die so genannte Marching Season, während der der unionistische Orange Order an den Sieg des protestantischen Königs William III in der Schlacht am Boyne erinnern. Diese Paraden kommen bei den – im historischen Sinne – Nachkommen der Unterlegenen weniger gut an und schnell entladen sich die Spannungen in Gewaltausbrüchen wie diese Woche im Belfaster Stadtteil Ardoyne. 20 Polizeibeamte wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt, als protestantische Marschierer und republikanische Anwohner aufeinandertrafen. Sinn Fein-Parteichef Gerry Adams rief den Orange Order zu Gesprächen mit den von Marschrouten betroffenen Anwohnern und mit Sinn Fein auf. Weitere Gewalt müsse vermieden werden, so Adams. „Ich vermute, dass es vielen anständigen Orangemen lieber wäre, wenn die Menschen über all die vielen Paraden sprächen, die ohne Zwischenfall verlaufen, als über Gewaltszenen, die nur bei wenigen Paraden auftreten.“ (Quelle: breakingnews)

Kupfer-Klau: Sakristei ohne Dach

Dass Kupfer ein von der Industrie extrem gesuchtes Metall ist, ist nichts Neues. Wie gesucht Kupfer ist, musste diese Woche ein Priester in Lettermullen im County Galway feststellen. Unbekannte Diebe haben am Mittwochabend das komplette Kupferdach der Sakristei der Kirche „Realt na Mara“ im Wert von rund 5000 Euro entwendet, ohne dass irgendjemand Verdacht geschöpft hatte. Bei der Suche nach den Dieben setzen die Gardai dennoch auf die Öffentlichkeit, denn wie die Ermittler mitteilten, muss der Diebstahl mehrere Stunden gedauert haben. „Hoffentlich hat jemand aus Lettermullen oder Umgebung am Mittwochabend  etwas Ungewöhnliches oder jemand Ungewöhnlichen beobachtet.“ (Quelle: Irish Independent)

 Selbstjustiz? Razzia bei Derrys Bürgermeister

Im Rahmen einer Razzia gegen selbst ernannte Anti-Drogen-Bürgerwehren in Nordirland haben Polizeikräfte am frühen Freitagmorgen mehrere Wohnungen in Derry durchsucht, darunter auch die Wohnung des seit dem 24. Mai amtierenden Bürgermeisters Kevin Campbell (Sinn Fein). Bei der Aktion gegen die „Republican Action Against Drugs“, die für mehrere Bestrafungen in Selbstjustizmanier  verantwortlich gemacht werden, wurden drei Männer festgenommen und mehrere Handfeuerwaffen sichergestellt. Im Haus des Bürgermeisters stellten die Beamten einen dem City Council gehörenden Laptop, eine Kamera und drei Handys sicher. In einer Presseerklärung zeigte sich Bürgermeister Campbell empört und forderte von den Sicherheitsorganen eine Erklärung sowie eine Entschuldigung. Mitglieder der RAAD stehen unter dem Verdacht, in mehreren Fällen des Drogenhandels Verdächtige drangsaliert, angeschossen und in mindesten einem Fall sogar getötet zu haben. (Quelle: breakingnews)

Der lange Tod eines Kampfhundes in Belfast

Mit allen Mitteln und durch alle Instanzen trug eine Belfaster Familie den Kampf um ihren Rüden Lennox, einen Pitbull. Er endete diese Woche mit der Einschläferung des Kampfhundes, nachdem das Oberste Gericht eine  Anordnung des Belfast City Council bestätigt hatte. Zwar war der Pitbull bisher nicht auffällig geworden, die Haltung der Rasse ist in Nordirland jedoch verboten. So kam es, dass der Hund beschlagnahmt wurde und eine Anordnung zur Tötung des Tiere erlassen wurde, gegen die die Eigentümer Einspruch erhoben und vor Gericht zogen. Lennox sei ein braver Hund, hieß es aus der Familie, Lennox sei unberechenbar urteilten Tierexperten. Den Tod von Lennox kommentierte sogar First Minister Peter Robinson auf Twitter:  “Einen Hund zu töten, der keine aggressive Vorgeschichte hat, ist töricht und eine Schande für die Gesellschaft”. (Quelle: Irish Examiner)

Die Lebenshaltungskosten in Irland sinken

Die Lebenshaltungskosten in Irland sind im Juni auf den tiefsten Wert seit 17 Monaten gefallen, berichtet das Central Statistics Office – und die Experten gehen davon aus, dass die Talfahrt weiter anhalten wird. Auch Mieten und Nebenkosten sanken durch den Preisrückgang bei Heizöl- und Gaspreisen. Seit Juni 2011 erhöhten sich die Preise in Irland binnen Jahresfrist dank gesunkener Benzin- und Dieselpreise und starkem Wettbewerb im Einzelhandel um lediglich 1,7 Prozent. (Quelle: Irish Independent)

Irish Rail jetzt mit W-LAN

Wer sich bei der Inter City-Fahrt durch die „forty shades of green“ irischer Landschaften langweilen sollte, der kann sich ab sofort statt über den Blick aus dem Fenster auch über Bits und Bytes freuen, denn die staatliche Eisenbahngesellschaft Iarnrod Eireann / Irish Rail hat alle Inter-Citys mit W-LAN ausrüsten lassen. So können Passagiere künftig im Zug nach Herzenslust im Internet surfen. „Ein großer Vorteil eine Bahnreise ist die Tatsache, dass man seine Reisezeit produktiv nutzen kann, für die Arbeit oder zur Erholung, mit unserem W-LAN ist das im Intercity nun noch einfacher “, wirbt Irish Rail. (Quelle: advertiser.ie)
Hubschrauberlandeplatz auf dem Heiligen Berg?

Mit dem Hubschrauber auf dem Croagh Patrick zu landen ist unmöglich, dabei wäre es für die Bergwacht des Mayo Mountain Rescue Teams eine große Hilfe beim Abtransport verletzter oder geschwächter Bergsteiger. Bisher müssen die Hubschrauber entkräftete Gipfelbesteiger mittels Winde an Bord nehmen, was gerade bei Schlechtwetter am heiligen Berg für alle Beteiligten gefährlich ist. Um die Rettungssituation zu verbessern, will das Mayo County Council nun ein Helipad auf dem Croagh Patrick errichten. Wann und wo genau der Landeplatz entstehen soll, steht jedoch noch nicht fest. (Quelle: Irish Examiner)

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