Maureen O'Hara Legacy Centre GlengarriffLiegt´s an der guten Luft? Glengarriff, das kleine Urlaubsdorf mit dem großen Namen in West Cork, Irland, war schon immer ein bevorzugter Ort für den Bau von Luftschlössern: Glengarriff sollte einst Dampfschiff-Hafen und Drehkreuz für den Schiffsverkehr in die USA werden, es sollte der luxuriöseste Seebadeort Westeuropas werden und ein international anerkannter Luftkurort dazu; es sollte das landwirtschaftliche Zentrum Irlands und die Kapitale der ländlichen Koop-Bewegung werden; es sollte ein 30-Millionen-Euro-Fünf-Sterne-Hotel erhalten und zuletzt ein Acht-Millilonen-Euro-Denkmal für einen Hollywood-Altstar.

Maureen_O'Hara_GlengarriffGlengarriff ist in all den Jahrzehnten ein kleines Dorf mit großem Namen geblieben — und nun gilt es wohl auch Abschied zu nehmen von der vorerst letzten großen Idee, dem Maureen O´Hara Legacy Center, das eigentlich im kommenden Jahr im Village von Glengarriff seine Pforten öffnen sollte. Denn gestern trat eine rüstige alte Dame in Begleitung ihres New Yorker Rechtsanwalts im örtlichen Eccles Hotel vor die Medien, um mithilfe einer Pressekonferenz Einfluss auf die öffentliche Diskussion zu nehmen. Was Maureen O’Hara (Foto links), Glengarriffs bekannteste Bürgerin, zu Protokoll gab, lässt den Schluss zu: Das Acht-Milionen-Euro-Denkmal mit ihrem Namen (Planskizze oben) bleibt zumindest vorerst eine große Idee. Was ist geschehen?

Die Hollywood-Ikone O’Hara, die im August 1920 in Dublin als Maureen Fitzsimons geboren wurde, war ständige Filmpartnerin von John Wayne (The Quiet Man, Rio Grande, McLintock), James Stewart und Charles Laughton. O’Hara drehte über 50 Filme, wurde als „Königin von Technicolor“ geadelt und gilt auch heute mit fast 92 Jahren als erfolgreichste irische Schauspielerin aller Zeiten, in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde sie als eine der schönsten Frauen der Welt (Foto rechts) gefeiert. Nur ein Oscar blieb ihr versagt. Seit 45 Jahren lebt Maureen O´Hara in Glengarriff, County Cork, im Lugdine House, zwischen Meer und Golfplatz. Als Präsidentin des örtlichen Golfclubs sponsert sie jedes Jahr Ende Juni das nach ihr und ihrem verstorbenen Mann Charles Blair ausgetragene Golfturnier von Glengarriff, seit einigen Jahren gibt es ein MO’H-Filmfestival in Ort.

Damit nicht genug: Unterstützt von der Maureen O’Hara Foundation, einer Stiftung mit ihrem Namen, propagierte die rüstige alte Dame zuletzt den Bau eines großen Kultur-Zentrums in Glengarriff: Das Maureen O’Hara Legacy Center. Es sollte Museum, Denkmal, Filmschule, Kino, Bühne und Weiterbildungsstätte für Filmschaffende in einem sein. Hollywoodstars en masse würden das Zentrum beseelen und beatmen und Glengarriff bald zum  Nabel der Filmwelt in West-Europa machen . . .