Irland — die schlummernde maritime Großmacht?

Wer hätte das gewusst: Der kleine Inselstaat Irland ist einer der größten Flächenstaaten Europas — wenn man das Meer dazu rechnet. Die Landmasse der Republik Irland beträgt 90.000 Quadratkilometer, das Meeresgebiet Irlands ist mit 900.000 Quadratkilometern zehnmal so groß. Insgesamt kommt Irland auf eine Fläche von fast einer Million Quadratkilometern. Als Insel hat Irland eine Küstenlänge von 7.500 Kilometern — mehr als die meisten Staaten Europas. (Die Karte rechts zeigt das irische Staatsgebiet in seiner Gesamtheit).

Irlands Regierung hat sich erst vor wenigen Monaten an die Tatsache maritimer Größe erinnert und versucht nun, ein Programm zur ökonomischen Nutzung und/oder Ausbeutung der Meeres-Resourcen zu entwickeln. Waren die Meeres-Angelegenheiten in den vergangenen Jahrzehnten auf mehrere Ministerien verteilt und deshalb nicht im Fokus der Politik, so versucht die Fine-Gael-Labour-Regierung nun, sich die nasse Resource vor der Haustür kräftig untertan zu machen: „Ocean Wealth“ heißt das Programm, das die Nutzung des Meeres systematisch vorantreiben soll — als Raum für Energiegewinnung (Öl- und Gasvorkommen), Energie-Erzeugung (Windparks) Tourismus Freizeit und Sport, Nahrungsproduktion (Fischfang, Fisch- und Muschelzucht) und für innovative Techologien.

 

Von | 2012-05-09T09:45:10+00:00 9. Mai 2012|6 Kommentare

Der Autor:

Autor, Journalist und Wanderer. Lebt in Glengarriff im Südwesten Irlands. Mit Markus kann man in Irland wandern gehen: www.irland-wandern.de

6 Kommentare

  1. Tom 9. Mai 2012 um 10:15 Uhr- Antworten

    Auf dieser Karte ist auch das Rockall-Massiv eingezeichnet, das aber meines Wissens in den 50er Jahren von Großbritannien in Besitz genommen wurde, das daher auch die 200 Meilen-Zone um das Massiv beansprucht.

  2. Bernd 9. Mai 2012 um 10:19 Uhr- Antworten

    Interessante Karte … da sie Rockall einschliesst. Immerhin beansprucht von Irland, dem UK, den Faroer und auch Island …

  3. Bernd 9. Mai 2012 um 11:04 Uhr- Antworten

    Hmmm, Markus, so einfach ist das nicht – die AWZ/EEZ unter ungeklärten Besitzansprüchen locker auszudehnen ist schlicht Augenwischerei, zumal wohl das UK immer noch den am besten nachzuvollziehenden Anspruch auf Rockall erhebt. Und seit den Landhelgisstríðin weiss man auch, dass sowas schnell eine „heisse Angelegenheit“ wird.

  4. wanderer 9. Mai 2012 um 12:37 Uhr- Antworten

    Für uns ist das einfach genug. Wir mischen uns einfach in den latenten Konflikt nicht ein. An den beschriebenen Größenverhältnissen ändert das grundsätzlich nichts. Vielleicht kannst Du das Thema ja mal vertiefen.

    • Bernd 9. Mai 2012 um 14:57 Uhr- Antworten

      Korrigiere mich: Die AWZ/EEZ Irlands ist anders – siehe etwa die offiziellen Karten auf http://sfpa-ie.access.secure-ssl-servers.biz/index.php?q=maps-irelands-eez oder auch die genaue Beschreibung auf http://www.seaaroundus.org/eez/372.aspx

      Was auf dieser Karte zusätzlich gezeigt wird, das ist das Kontinentalshelf – und das wird mittlerweile so geteilt.

      Rockall spielt da keine Rolle mehr, da die Insel von Irland als „unbewohnbar“ angesehen wird (realistisch) und somit keinen Einfluss auf die AWZ/EEZ haben kann. Interessant würde es erst werden, wenn wieder ein SAS-Mann beweist, dass man auf Rockall durchaus leben kann.

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