Die Weltwirtschaftskrise hat die Diskussion um die Rettung des Weltklimas und unserer Lebensgrundlagen auf die hinteren Ränge verwiesen. Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Erst die Wirtschaft, dann die Natur. So denken wir Menschen. In der Realität gibt es diese Prioritäten allerdings nicht: Am Ende wird es das Eine ohne das Andere nicht geben. Ein zerstörter Blauer Planet wird nicht 6, 8 oder 9 Milliarden Menschen ernähren und am Leben halten.

Eine eindringliche Ausstellung über den zerstörerischen Kampf der Menschheit gegen die natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde ist zur Zeit in Irlands Nationalem Botanischen Garten in Dublin zu sehen: „Hard Rain“, eine kommentierte Fotoreihe des Fotografen Mark Edwards zu den Versen des gleichnamigen Liedes von Bob Dylan (Eintritt: kostenlos).

Dylan hatte den apokalyptischen Song „A Hard Rain´s Gonna Fall“ im Sommer 1962 während der Kuba-Krise unter dem Eindruck eines drohenden Atomkriegs geschrieben. 48 Jahre später wirken Dylan´s Metaphern über eine zerstörte Welt fast prophetisch.

Aus Mark Edwards Hard Rain-Ausstellung ist mittlerweile ein weltweit beachtetes Projekt geworden. Die Bilder von Elend, Zerstörung und Leid, die es als Buch, DVD, Website und Diaschau gibt, sollen ein Weckruf für die Menschheit sein – und sie sollen Hoffnung machen, dass wir den Gang der Zerstörung noch aufhalten können, dass die Menschen sich mit der Natur versöhnen können. Hard Rain ruft auf zur radikalen Umkehr – und lässt keinen Zweifel daran, dass wir am Kreuzweg stehen, verdammt dazu, die schwerste Entscheidung zu treffen, die die Menschheit zu treffen hatte: Umkehr oder Ende.

Alle Fotos und die Kommentare von Mark Edwards sind auf der Website des Hard Rain Projekts veröffentlicht. Dazu der Liedtext von Bob Dylan:

A Hard Rain’s A-Gonna Fall
Oh, where have you been, my blue-eyed son?
Oh, where have you been, my darling young one?
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