Blowhole

 

Der Atlantik arbeitet geduldig an Irlands Küste. Er hat alle Zeit der Welt, um Brandungstore zu formen, Höhlen zu graben, Blaslöcher zu bauen. Sind es zehntausende oder hunderttausend Jahre, die steinbewehrte Wellen benötigen, um einen 15 Meter langen Aufwärtsschacht aus dem Sandsteinfelsen heraus zu waschen?  Bei meinen Spaziergängen an der Atlantikküste komme ich öfter an kleinen viereckigen Einzäunungen unweit der Klippen vorbei. Die Einfriedungen haben Farmer gebaut, weil ihre Küche und Schafe nicht in den Löchern auf Nimmerwiedersehen verschwinden sollen.

Blowholes, deutsch Blaslöcher, sind die engen Öffnungen am Ende von Meereshöhlen oder Meeresschächten, die das Meer vom Meeresspiegel aufwärts durch den Küstenfels gegraben hat. Bei starker Brandung drücken die Wellen das Wasser mit großer Wucht durch den Schacht aus dem Boden. So entstehen bisweilen spektakuläre Fontänen wie aus dem Nichts.

Das Blowhole im Foto liegt nur wenige Meter von einer beliebten Sehenswürdigkeit an Irlands Südküste, und doch wird es so gurt wie gar nicht beachtet. Eingezäunt ist es übrigens auch nicht. Wer kennt es?

Ich kannte es bis vor kurzem auch noch nicht. Gezeigt hat es mir der Musiker Patrick Steinbach, als er bei mir zu Besuch in Irland war. LeserInnen von Irlandnews ist Patrick bekannt als Autor vom Music Corner. Er hatte gestern großes Pech auf dem Fahrrad und muss nun mehrere Wochen zwangspausieren. Wir schicken ihm von hier die besten Genesungswünsche nach Neu-Isenburg. Alles Gute, Patrick!

 

Foto: Markus Bäuchle/ Wanderlust