Der Sommer 2008 in Irland war ein lausiger Sommer. Wer´s nicht glaubt, kann sich jetzt auch in Deutschland vor der Großleinwand davon überzeugen lassen. In der kommenden Woche läuft der irische Spielfilm „Ondine – das Mädchen aus dem Meer“ in deutschen Kinos. Offizieller Filmstart ist der 21. Oktober, allerdings läuft der Streifen bereits heute und morgen in einigen deutschen Filmburgen.
Der neue Film des irischen Regisseurs Neil Jordan wurde auf der Beara Peninsula im irischen Südwesten gedreht, und wer den Film gesehen hat, weiß, dass Jordan ohne einen einzigen strahlenden Sonnentag auskommen musste.
Der wetter-erprobte Regisseur aus Sligo hat es meisterlich verstanden, Land, Leute und den verhinderten Sommer von Castletownbere, West Cork, in Szene zu setzen. Ihm gelang ein melancholischer und doch heiterer, fast zärtlicher Film, der im rauhen Mileu irischer Fischer spielt. Kreativ die Kamerführung, faszinierend die Aufnahmen Christopher Doyle´s von Land und Meer in der Bantry Bay, amüsant die Dialoge und der irische Slang („You brring me lock“) von Colin Farrell, vom Feinsten die Beichtstuhl-Szenen, die an den Klassiker „The Commitments“ erinnern. Colin Farrell brilliert in der Rolle des clownesken Fischers und Ex-Alkoholikers Syracuse („Circus“). Die Kritik bezeichnete die Produktion, die das Undine-Motiv ganz eigenwillig interpretiert, als „beklemmend, schauerlich und bewegend“. Na,ja. Selber schauen hilft.
Ondine ist trotz seines aufgesetzten Fantasy-Märchen-Motivs ein realistischer Film geworden. In den Hauptrollen spielen Colin Farrell (Syracuse, Foto), Alicja Bachleda (Ondine, Foto) und Alison Barry (Annie). Der Film ist ein Pflichttermin für Irlandfans und solche, die es werden wollen.
Das ist der Plot: An der Küste von Cork geht dem irischen Fischer Syracuse eines Tages ein zauberhafter Fang ins Netz (Foto): Die schöne Frau ohne Vergangenheit, die vor seinen Augen langsam zum Leben erwacht, beflügelt seine Gefühle und Sinne ebenso wie die Fantasie seiner kleinen, an den Rollstuhl gefesselten Tochter. Unter ihrem geheimnisvollen Einfluss nimmt der Alltag im Dorf überraschende Wendungen. Und wie alle Märchen birgt auch dieses dunkle Geheimnisse, hinter denen sich eine andere, düstere Wahrheit verbirgt.
So, jetzt war ich drin. Und finde ihn gut. Nicht bloß wg Irland, der Film könnte auch in Norwegen oder Spanien spielen. Die Landschaft ist die Kulisse für eine treffend realistische Milieu-Studie, technisch und dramaturgisch gut gemacht, und ja, Colin Farrell kann auch so was spielen. Alicja Bachleda ein Superstar in Polen? Nun gut, wenn sie immer so spärlich bekleidet ist…
Der Film bekommt sogar gute Kritiken (muss einer also nicht peinlich sein da reinzugehen, nur weil er in Irland spielt :-) ).
Da freu ich mich auf den Film. Ich kenne Irland nur (fast nur) bei bestem Wetter.
LG Heidi
Hallo Wanderer,
ich war im vom 10. bis zum 28. Juli in Ballinspittle in der Nähe von Kinsale, Co. Cork, in Urlaub und hatte das schönste Wetter. Nur ab Tag meiner Abreise hat es wie aus Eimern geregnet.
Sicher hat der Regisseur sich nur den falschen Termin für seine Dreharbeiten ausgesucht :)
Liebe Grüße