Save our Sprat 2025 09

 

Save Our Sprat –  Rettet die Sprotte und das Leben in Irlands Buchten und Küstengewässern. Wenn es den irischen Fischern weiterhin erlaubt wird, die in der Nahrungskette extrem wichtigen kleinen Fische nach Belieben abzufischen und letztendlich regional auszurotten, dann werden zahlreiche Meeressäuger, Seevögel und größere Fische ebenfalls verschwinden. Das Meer wird zur Todeszone.

Wir haben im vergangenen Winter die Bürger-Initiative Save Our Sprat (SOS) gegründet, um dies zu verhindern. Wir haben uns vorgenommen, der Schleppnetzfischerei in unseren Buchten schon in diesem Herbst ein Ende zu setzen. Dies ist uns nicht gelungen. Der Kampf für das maritime Leben in Irlands Buchten und Küstengewässern geht deshalb jetzt erst richtig los. In wenigen Tagen, maximal Wochen, werden die Trawler wieder in die Buchten einfahren und den Sprottenschwärmen mit ihren mächtigen Schleppnetzen nachstellen, wenn diese zum Laichen vom offenen Atlantik in ruhigere Küstengewässer ziehen.

Wir haben deshalb eine Reihe Aktionen und Veranstaltungen für diesen Herbst geplant. Den Auftakt machte der gestrige Event in Bantry: Viele Naturschützer kamen zusammen um den Namen Save Our Sprat auf einer Wiese am Meer aufzustellen. Der von Menschen ins Gras geschriebene Schriftzug wurde in einer kurzen Wind- und Regenpause von einer SOS-Drohne gefilmt (Foto oben, Video unten). Anschließend wurde in der Marino Church in Bantry David Attenboroughs bewegende neue Dokumentation Ocean gezeigt.

SAVE OUR SPRAT

Die irische Regierung hatte Ende Juli eine zweifelhafte Entscheidung getroffen, die nur auf den ersten Blick wie eine gute wirkte: Die großen industriellen Fischtrawler mit einer Länge über 18 Metern dürfen in den Küstengewässern der Sechs-Meilen-Zone keine Sprotten mehr fischen – allerdings erst ab dem 1. Oktober 2026. Vom 1. Oktober 2025 gilt eine einjährige Übergangsregelgung für die Schleppnetz-Boote mit über 18 Metern Länge. Sie brauchen dafür eine Konzession und es gibt eine einmalige Quote von insgesamt 2000 Tonnen. Die kleineren Trawler mit einer Länge unter 18 Metern dürfen auch künftig nach Belieben und ohne Quote so viele Sprotten fischen, wie deren Eigentümer wollen – und das ist das Problem.

Was ganz gut klingt, ist es nicht, denn der Bann der großen Trawler über 18 Meter Länge ist nicht die Lösung. Deshalb haben wir von Save Our Sprat ein sofortiges Moratorium für den Sprottenfang, also einen kompletten Fangstopp, gefordert – ein Ziel, an dem wir festhalten und für das wir weiter kämpfen müssen. Irlands Buchten dürfen keine leblosen Todeszonen werden.

Aus diesen Gründen ist die Entscheidung der Regierung keine Lösung zum Schutz der Sprotten und zum Erhalt des vielfältigen Lebens in Irlands Meeresbuchten:

  • In den vergangenen Jahren haben kleinere Fangboote mit einer Größe unter 18 Metern 40 – 45 Prozent des gesamten Sprottenfangs eingenetzt. Die gefangenen Mengen lagen insgesamt zwischen acht und zehn Mal über den empfohlenen, sogenannt nachhaltigen Fangmengen.
  • Die kleineren Trawler werden in die Lücke stoßen und die Kapazitäten der größeren Trawler „übernehmen“. Die Leistungsfähigkeit der Fischereischiffe ist heute nur bedingt von der Größe als vielmehr von der Leistungsfähigkeit der Motoren und von der Bauart abhängig. Etwas kleinere Trawler sind fast so leistungsfähig wie große.
  • Nur wenige Firmen und Familien sind in der Sprottenfischerei aktiv. Sie besitzen zumeist sowohl große als auch kleinere Trawler. So stellen sie sicher, dass sie im Geschäft bleiben.
  • Wenn es ganz schlecht läuft, werden deshalb die Fangmengen von 10.000 bis 17.000 Tonnen Sprotten pro Jahr weiterhin so lange erzielt, bis der für das maritime Leben entscheidend wichtige kleine Fisch verschwunden ist.
  • Die Kontrollmechanismen in der irischen Fischerei funktionieren schlecht: Auch die Überwachung der anstehenden Quote von 2000 Tonnen in der Fangsaison 2025/26 für große Trawler gilt als schwer realisierbar. Die Gefahr, dass die Fischer deutlich größere Mengen Sprotten abfischen und diese unter anderen Bezeichnungen kaschieren, ist groß.

Regierungspolitiker feierten ihre Entscheidung als wichtigen Meilenstein zum Schutz der maritimen Nahrungskette und zur Stärkung einer nachhaltigen Fischerei durch kleine Betriebe. Das wird allerdings mit dieser Entscheidung, die es wieder einmal allen Seiten recht machen will, nicht gelingen.

Deshalb wird die Arbeit jetzt erst richtig beginnen. Die Aktionsgruppe Save Our Sprat Bantry Bay wird zusammen mit Gruppen landesweit zu kreativen Formen des Protests gegen die politisch legitimierte Sprat-Fischerei und NAturzerstörung aufrufen. Irlands Küsten steht ein interessanter Herbst bevor.

Was könnt Ihr tun, wenn Ihr auch in Zukunft in Irland Wale, Delfine und Seehunde beobachten wollt? Ihr könnt Save Our Sprat unterstützen: 

Die Website von Save Our Sprat Bantry Bay informiert: www.saveoursprat.ie 
Die Facebook-Seite mit aktuellen Ankündigungen: Save Our Sprat on Facebook
Unsere Petition haben bis jetzt 4700 Menschen unterschrieben. Ihr könnt sie hier unterstützen

Hier könnt Ihr die Arbeit der Bürgerbewegung Save our Sprat mit einer Spende helfen: SPENDEN

Hier geht es zur ganzen Story mit allen Details über den zerstörerischen Sprottenfang in Irlands Buchten: Klick

 

 

Foto und Video: John Reid, Save Our Sprat © Logo: Eliane Zimmermann