
Die Mehrheit der Iren sieht dem Besuch der Monarchin offensichtlich positiv gestimmt entgegen, es gibt jedoch weiterhin Bevökerungsgruppen in Irland, die mit Elisabeth II als der obersten Repräsentantin der britischen Dauerbesatzer auf Kriegsfuß stehen. Der Besuch wird deshalb von Protesten begleitet werden (Foto).
Die Visite der britischen Monarchin gilt als wichtiges Zeichen der Normalisierung der Beziehungen zwischen einstigen Besetzten und Besatzern. Seit der Unabhängigkeit Irlands im Jahr 1921 hatte kein britischer Monarch die Nachbarinsel mehr besucht. Der letzte königliche Irland-Fahrer war George V, Elisabeths Großvater, der der annektierten Nachbarinsel im Jahr 1911 einen Besuch abgestattet hatte.
Die Sicherheit der Queen wird den Pleitestaat Irland eine schöne Stange Geld kosten: Die Schutzoperationen für Elisabeth und für US-Präsident Barack Obama, der kommende Woche zu einer halbtätigen Stippvisite auf die Insel reist, kosten gut 30 Millionen Euro.
Foto: Dirk Huck
..dieser Besuch der alten Dame ist wichtig und hat eine hohe Symbolkraft. Die meisten middleaged+well-educated Iren warten schon lange auf diese Geste. Es gibt Dinge die sind jenseits von deutschen kleinkrämereien, und der Frage. Was kostet, wer bezahlt?
Cèad mhile failte Elizabeth, ich wünsche dir die richtigen Worte und Gesten.
Der Besuch Obamas hingegen ist nichts anderes als Stimmenfang von den vielen irischen expatriots in USA. Dann wird mal eben schnell ein Ur-Ur-Ur-Ur-Ur….Ahn aus dem Hut gezaubert. Viele US-Präsidenten schmückten sich gerne damit.
„…gilt als wichtiges Zeichen der Normalisierung der Beziehungen zwischen einstigen Besetzten und Besatzern… “
Du meine Güte. Seit der Unabhängigkeit Irlands sind 90 !!!!! Jahre vergangen, das sind drei bis vier Generationen, und noch immer muss man sich aufwändig um eine offizielle „Normalisierung“ bemühen. Da sieht man mal, wie tief manche Geschehnisse in einer Volksseele sitzen können und wie lange die Heilung braucht.
Das zeigt, dass auch Deutschland sich Zeit lassen muss und sich Zeit lassen kann mit den Traumata des letzten Jahrhunderts (Nazi-Zeit / 66 Jahre vorbei – Ost-West-Spaltung / 22 Jahre vorbei). Ungeduld („Das ist doch jetzt schon so lange her, kann man das nicht mal vorbei sein lassen?“) ist nicht angebracht.
Und wer bezahlt das wirklich …? Ich denke mal, Irland könnte auf diese Besuche in Anbetracht der angespannten finanziellen Situation wohl auch verzichten. Natürlich ist es ein wichtiges Zeichen für die Normalisierung der Beziehung. Nur momentan ist dafür kein Geld vorhanden. Es gäbe auch andere Möglichkeiten, guten Willen zu zeigen.
Ich weiß, sich aus dem Ausland negativ zu äußern, ist leicht – aber man wundert sich etwas!
Am Rande: England and good young USA stehen ja im Prinzip auch näher an der Pleite, als zugegeben wird.
Und: Gottseidank, wurde Irlands Blondinen-Auftritt beim Songcontest nicht von Erfolg gekrönt. Das wären wieder rd. 10-20 Mio. gewesen. Wäre ja auch ein zeichen gewesen…