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Irland-Foto der Woche: Jeden Dienstag zeigt unser Freund Kevin Balanda auf Irlandnews ein besonderes Irlandfoto – und erzählt die Geschichte dahinter. Kevin hat viele Jahre in Dublin gearbeitet und lebt jetzt im schönen West Cork. Die Kamera ist stets sein Reisebegleiter. Heute geht es mit ihm an die Ostküste, in das County Dublin.
Dalkey Island und die Verteidigung gegen vermeintliche und tatsächliche Bedrohungen
Dalkey zählt heute zu den wohlhabendsten Stadtvierteln im Süden Dublins, gegründet einst von Wikingern; im nahen Collimore Harbour brummte einst der Handel. Unweit davon, nur getrennt durch den engen, aber tiefen Dalkey Sound, liegt Dalkey Island. Die Insel bot Schiffen Schutz beim Ankern, geschützt vor Wind und Wetter, während die Fracht gelöscht wurde. Die seichten Gewässer der Dubliner Bucht verhinderten zu jener Zeit direkte Anlieferungen in die Stadt.
Das Foto zeigt die alte Geschützbatterie auf Dalkey Island. Sie und der Martello-Turm Nr. 9 wurden um 1805 errichtet, als Teil eines Verteidigungssystems an Irlands Küste. Man fürchtete eine französische Invasion während der Napoleonischen Kriege – doch das französische Militär kehrte nach den gescheiterten Landungsversuchen an Irlands Westküste in den 1790ern nie zurück. 1886 schließlich verließen Soldaten die Insel für immer.
Eine ganz reale Bedrohung in Europas Geschichte war die Pest. Im Sommer 1348 traf der Schwarze Tod Irlands Ostküste – über den Hafen von Colimore, so die Chroniken. Als sie im Jahr 1575 wiederkehrte, suchten der Überlieferung nach die Wohlhabenden Dublins auf Dalkey Island Schutz vor der Großen Pest. Samuel Lewis erwähnte diesen Zufluchtsort in seinem Topographical Dictionary of Ireland von 1837. Wahrscheinlich diente die Insel schon bei früheren Pestwellen als rettende Zuflucht. Den verzweifelten Armen auf dem Festland blieb nur die Hoffnung.
Für Fotografen: Das Foto wurde an einem Spätsommerabend mit 47mm Brennweite aufgenommen. DieKameraeinstellungen: ISO 100, f/6.7, 1/90s. Es wurde in Lightroom editiert.
© Kevin Balanda 2025
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Lieber Kevin
Dieses Inselchen habe ich nur aus der Ferne bisher gesehen und mich eher nicht für seine Geschichte interessiert – bis eben! Ganz herzlichen Dank für das Foto und diese erhellenden Zeilen über die Dornen- Insel. Ich fand es so interessant, das ich gleich mal – ohne KI – nachlesen musste und fand allein schon die Entwicklung des Namens interessant https://www.logainm.ie/en/17503 :
„Deilginis < dealg (SG delg) "thorn" + inis "island". The English version Dalkey is from a Scandinavian 'translation' of the Irish name, dálk + øy.
(See Dónall Mac Giolla Easpaig, ‘L’influence Scandinave sur la Toponymie Irlandaise’, in É. Ridel (ed.), L’Héritage Maritime des Vikings en Europe de l’Ouest (Caen, 2002), 441‒82.) (CÓC, AMGC)"
Leider habe ich nichts dazu gefunden warum der irische Name Dornen- Insel zustande kam… vielleicht wuchs dort einst der Stechginster überall…
Aber auch, was dort an Vögeln und Tieren daheim ist, zu Pflanzen habe ich leider nichts gefunden…
Dass Leute vor der schlimmsten Epidemie in der Geschichte Europas (die immerhin über die Hälfte der Bevölkerung Europas dahinraffte) auch auf kleinste Inselchen flohen, um sich zu schützen ist verständlich. Dass das wiederum nur Reiche tun konnten war damals (fast irgendwie schon wie heute wieder) leider normal… denn sie mussten ja wohl dort auch eine Ernährung sicherstellen, die man auch damals organisieren und bezahlen können musste.
Da siehst Du mal was so ein Foto alles bewirken kann… mein Horizont ist nun um einiges erweitert worden… nochmals herzlichen Dank
Dear Sylvia,
Thank you for your comment and your further link about the name “Dalkey”. I share your word of caution about AI; I feel that it’s essential in these times that we check the original sources!
Kevin