
Der Irland TV-Überblick für die kommende Woche: Der Burren (Foto: Poulnabrone Dolmen), der sich an die raue Atlantikküste schmiegt, ist eine Landschaft von spröder Kargheit. Auf den ersten Blick wirkt das zerklüftete graue Kalksteinplateau kalt und abweisend, doch in Wirklichkeit ist es ein Naturparadies. Warum der burren auf den Menschen angewiesen ist, zeigt eine interssante Dokumentation. Zudem: Der Ire, der den Vögeln lauscht.
Sonntag, 16. November 2025, arte 7:30 Uhr: Eine neue Welt (Folge 3) – Regeneration
„Nach der Katastrophe eine echte Wiedergeburt. Cyril Dion stellt umfangreiche Initiativen vor, um der Erde, den Ozeanen, aber auch Wirtschaft und politischen Systemen neuen Auftrieb zu schenken. In Mexiko, Australien und Benin entdeckt er die Vorteile der Kreislaufwirtschaft. Außerdem lernt er in Deutschland die Pioniere der Schule von morgen und in Irland neue Formen der Demokratie kennen. Heute braucht es konzertierte Aktionen, um ein gemeinsames Narrativ zu schaffen und der menschlichen Existenz und Zivilisationen wieder einen Sinn zu geben.
In dieser Episode beweist Cyril Dion, dass sich die Erde zu neuem Leben erwecken lässt. Eine der schönsten globalen Initiativen der vergangenen Jahre wurde von einem neunjährigen Jungen initiiert, der in Mexiko eine Wiederaufforstungsorganisation gegründet und weltweit Tausende von Kindern inspiriert hat. Auch die Kreislandwirtschaft spielt eine wichtige Rolle. In Benin produziert ein völlig autonomer Bauernhof ohne Erdöl seine Energie.
Dion ergründet auch, wie eine Gesellschaft mit neuen Vorbildern aussehen könnte. Zum Beispiel bei deutschen Waldorfschülerinnen und -schülern, die viel selbstständiger erzogen werden und aus denen später Erwachsene werden, die sich für einen nachhaltigen, resilienten und lokalen Lebensstil entscheiden.
In Dublin trifft er die Organisatoren einer neuen Parlamentsform, die die Zivilgesellschaft einbezieht und echte Debatten und sogar Referenden durchführt, die selbst bei umstrittenen Themen zu unerwarteten Ergebnissen führen.
Heute braucht es Umweltaktivistinnen und -aktivisten, Ungehorsame, aber auch soziale Unternehmerinnen und Unternehmer, mutige Abgeordnete, NGOs, Filmemacherinnen und Filmemacher sowie Journalistinnen und Journalisten – unter der Voraussetzung, dass von all diesen Akteuren eine gemeinsam koordinierte Strategie verfolgt wird. Hierfür, glaubt Dion, braucht es ein neues, gemeinsames Narrativ, um der menschlichen Existenz und Zivilisation wieder einen Sinn zu geben.“ (Senderinformation)

Cyril Dion trifft sich mit Experten und Aktivisten auf der ganzen Welt und fragt: Wie können wir eine neue Welt erschaffen, die in der Lage ist, die größte Krise der Menschheit, den Klimawandel, zu bewältigen?
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Mittwoch, 17. November 2025, MDR 23:25 Uhr: Der Irland-Krimi – Vergebung (4)
(Wiederholung)
„Der jahrzehntelange Kampf in Nordirland hat tiefe Wunden geschlagen, die auch heute noch nicht verheilt sind. Kriminalpsychologin Cathrin Blake steht vor der heiklen Aufgabe, in einem Täter-Opfer-Gespräch vermitteln zu müssen.
Vor 10 Jahren, als Anfang 20-jähriger IRA-Terrorist, war Greg O’Leary an einem Sprengstoffanschlag beteiligt, bei dem ein Unbeteiligter getötet wurde. Greg ist bereit, sich einer Aussprache mit Daniel Ward, dem Sohn des Getöteten, zu stellen. Aus dem kleinen Jungen von damals, der hilflos den Tod seines Vaters mitansehen musste, ist ein bitterer und unsicherer Mann geworden. Greg bereut aufrichtig, aber er kann Daniel nicht überzeugen. Das Gespräch endet in einem Eklat, Daniel entzieht sich auch Cathrin.
Cathrin spürt, dass Daniels Leben noch immer vom Tod des Vaters überschattet wird, und ahnt, dass er etwas im Schilde führt. Doch sie hat keine Beweise und kann Superintendent Kelly nicht zu einem Eingreifen bewegen. Doch Greg und seiner Familie, mit der er nach seiner Haftentlassung ein neues Leben in Galway aufbauen will, droht noch von ganz anderer Seite Gefahr: Denn die alten Mitkämpfer misstrauen Greg und seiner Frau Aideen, sie wittern Verrat. Und wenn es etwas Unverzeihliches gibt, dann ist es Verrat…“ (Senderinformation)

Das Verhältnis zwischen Polizeipsychologin Cathrin Blake (Désirée Nosbusch) und ihrem Sohn Paul (Rafael Gareisen) ist angespannt.
Dienstag, 18. November 2025, arte 2:40 Uhr: Irland – Der Mann, der den Vögeln lauscht
(Wiederholung)
„Der irische Ornithologe Seán Ronayne kann mehr als 200 Vogelarten an ihrem Gesang unterscheiden. Nun hat er es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Laute aufzuzeichnen – ein Wettlauf gegen die Zeit, denn mehr als 60 Prozent der irischen Vögel sind vom Aussterben bedroht. Grund dafür sind Überweidung, Trockenlegung und wirtschaftliche Nutzung der Moore sowie das Verschwinden natürlicher Waldflächen zugunsten von Nadelbaumplantagen. Die Dokumentation begleitet Seán ein Jahr lang bei seiner Arbeit.
Der Ornithologe Seán Ronayne ist schon von Kindesbeinen an ein Naturliebhaber. Den Gesang aller Vögel Irlands aufzunehmen, wurde für ihn zu einer Herzensangelegenheit. Wenn er einen Vogel hört, sieht er die Klangspur mit ihren hohen und tiefen Tonlagen vor seinem geistigen Auge ablaufen. Manche Vögel haben Akzente oder gar Dialekte.
Seán wird oft von seiner katalanischen Lebensgefährtin Alba begleitet. An den abgelegensten und mitunter spektakulärsten Orten des Landes nehmen sie die Gesänge der irischen Vögel auf: Auf der Felsinsel Skellig Michael treffen sie auf eine Schar an Meeresvögeln; die Insel Tory entpuppt sich als Bastion des Wachtelkönigs; im Hochland von Donegal lauschen sie dem Gesang einer Ringdrossel; im zentralirischen Westmeath geht ein sonderbares Raunen durch die Lüfte; bei einem Waldspaziergang hört Seán einen Eichelhäher, der das Bellen seines Hundes imitiert.
Der Ornithologe reagiert hochempfindlich auf akustische Reize – eine Belastung und Stärke zugleich. Im Rahmen seines Großprojekts hat er bereits mehr als 6.000 Aufnahmen gemacht. 90 Prozent davon sind Vogelstimmen. Der Rest sind Fledermaus- und Fliegenlaute, Flügelschläge und Naturgeräusche wie Meeresrauschen, Flussplätschern und Donnerschläge. Seán hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen für die Schönheit des Vogelgesangs und den dramatischen Rückgang der irischen Biodiversität zu sensibilisieren.“ (Senderinformation)

Im Rahmen seines Großprojekts hat der irische Ornithologe Seán Ronaynebereits mehr als 6.000 Aufnahmen gemacht. 90 Prozent davon sind Vogelstimmen.
Donnerstag, 20. November 2025, arte 5:00 Uhr: Irland – Grüne Insel, graue Steinwüste
(Wiederholung)
„Irland ist für seine üppigen grünen Landschaften und seine wilde Atlantikküste bekannt. Einer seiner größten Naturschätze jedoch ist eine graue Steinwüste, die einige der faszinierendsten Tiere und Pflanzen der grünen Insel beherbergt. Der Burren, der sich an die raue Atlantikküste schmiegt, ist eine Gegend von spröder Kargheit. Auf den ersten Blick wirkt das zerklüftete graue Kalksteinplateau kalt und abweisend, doch in Wirklichkeit ist es ein wahres Naturparadies. Und eine mystische Landschaft, von der viele behaupten, dass sie den „Herr der Ringe“-Autor J.R.R. Tolkien bei einem Besuch zur Beschreibung von Mittelerde inspirierte.
Doch wie lange wird es diese Landschaft noch geben, die vor Tausenden von Jahren durch menschliche Zerstörung entstand und die bis heute auf den Menschen angewiesen ist?
Das irische Wort „boireann“ bedeutet so viel wie „felsiger Ort“, denn charakteristisch für den Burren ist seine hügelige Karstlandschaft aus silbrig glänzendem Kalkstein, die von zahllosen Spalten und unterirdischen Höhlen durchzogen ist. Auf den ersten Blick wirkt der Burren wie ausgestorben, doch das Leben gedeiht hier in einer Vielfalt, wie sie sonst nirgendwo in Irland zu finden ist.
Seltene arktische und mediterrane Blühpflanzen entfalten ihre Pracht in den Felsspalten, mächtige Raubvögel nisten in den Ruinen mittelalterlicher Abteien, Singschwäne aus Island überwintern auf geheimnisvollen, plötzlich verschwindenden Seen, und die riesige Unterwelt des Burren mit ihren Höhlen und Einflugöffnungen für Schwalben ist ein perfektes Versteck für unzählige gefährdete Tiere. Sie bergen auch viele Geheimnisse aus der Vergangenheit und Naturgeschichte Irlands.
Mit mehr Schmetterlingsarten als irgendwo sonst im Land und einigen der stärksten Säugetierpopulationen – vor allem des beliebten irischen Hermelins und des scheuen Baummarders – ist der Burren aufgrund seiner biologischen Vielfalt von internationaler Bedeutung. Es ist dank der umsichtigen Pflege durch Menschen, die dieses steinige Land seit Jahrtausenden bewirtschaften und verwalten, auch aus botanischer Sicht ein echtes Paradies.
Die Dokumentation zeigt die Widersprüche einer Naturlandschaft, die vor Tausenden von Jahren durch menschliche Zerstörung entstanden ist und auch heute noch menschlicher Eingriffe bedarf, um sie als den Schatz zu erhalten, zu dem sie geworden ist.“ (Senderinformation)

Auf den ersten Blick wirkt der Burren wie ausgestorben, doch das Leben gedeiht hier in einer Vielfalt, wie sie sonst nirgendwo in Irland zu finden ist. So entfalten seltene arktische und mediterrane Blühpfanzen ihre Pracht in den Felsspalten.
Foto Credits:
Das Titelbild gehört zur Sendung „Grüne Insel, graue Steinwüste“, © arte/Patryk Kosmider/Shutterstock
Das zweite Bild gehört zur Sendung „Eine neue Welt“, © T. Robert/Galaxie Presse, Foto: ARTE F
Das dritte Foto gehört zum Film „Der Irland-Krimi – Vergebung“, © MDR/ARD Degeto/Züli Aladag
Das vierte Bild gehört zur Sendung „Der Mann, der den Vögeln lauscht“, © True Films/RTE, Foto: ARTE F
Das letzte Bild gehört zur Sendung „Grüne Insel, graue Steinwüste“, © arte/MNStudio/Shutterstock

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