Der Countdown läuft: Am 27. Juli werden sich Chaos, Hysterie und Ausnahmezustand im Großraum London noch einmal drastisch verschärfen, am 27. Juli beginnen in der drangvoll engen Hauptstadt Großbritanniens die Olympischen Sommerspiele. Zweieinhalb Wochen Fest der Jugend und des Friedens im dicht besiedelten Hochsicherheitstrakt Metropolis: Die acht Millionen Bewohner von Greater London erhalten während der Olympics Besuch von einer halben Million Dauer-Gästen und fünf Millionen Tagesgästen. da wollen viele einheimische Londoner sicher vorübergehend aus ihrer Heimat fliehen und hinaus in ruhigere Gefilde. Zum Beispiel zu den Nachbarn in „West Britannien“, sprich Irland? Escape the Madness?

Die Reise-Analytiker von ForwardKeys wollen herausgefunden haben, dass 13 Prozent weniger Einheimische während der Spiele verreisen wollen als in einem normalen Londoner Sommer. Sie wollen sich also das Spektakel offensichtlich nicht entgehen lassen und haben ihre Urlaubsreise in den späteren August verschoben.

Dennoch machen sich viele Tourismusvermarkter Hoffnungen, möglichst viele Olympia-Flüchtlinge einfangen und in ihre Richtung lenken zu können. Auch in Irland setzt man auf den Spezial-Effekt „Olympische Spiele“ und wirbt unverdrossen für kleine Fluchten aus dem Grauen ins Grüne. Die Tourismus-Werber von Tourism Ireland haben sich eine besonders smarte Kampagne ausgedacht und stellen die Frage: Wer von den beiden Männern aus dem Großraum London erreicht sein Ziel schneller: Der eine muss in Londons Innenstadt, der andere will nach Irland. Die Antwort ist klar. Als der „Office Boy“ volkommen zerzaust in seinem Londoner Büro ankommt, hat der Kollege Sommerfrischler in Waterford, Irland, bereits sein erstes Pint Guinness intus: „Escape the Madness — Entkomme dem Wahnsinn“ ist ein nettes Filmchen. Ob´s dabei hilft, den Olympia-Nachbarschafts-Bonus einzufahren?

Übrigens: Die Deutschen werden dem Wahnsinn nicht entfliehen, sondern ihn geradezu suchen: Sie werden nach den USA die zweitgrößte Besuchergruppe zu den London Olympics „schicken“.