Heute ist Muttertag in Irland. Wie die Briten feiern die Iren ihre Mütter immer drei Wochen vor Ostern. Mitten in der Fastenzeit ist der Muttertag auf der Insel eine traditionell willkommene Gelegenheit, die Fasten-Regeln auszusetzen und kräftig zu schlemmen. Während der westliche Mutter-Kult, der in katholischen Ländern immer eine religiöse Komponente hat, im restlichen Europa und in den USA am zweiten Mai-Sonntag zelebriert wird, lassen die Insel-Europäer ihre Mütter im März hoch leben.

Die Mammy ist eine irische Institution. Hartnäckig hält sich die Auffassung, dass im vermeintlich partriarchalischen Irland seit jeher ganz klar die Frauen die Hosen anhaben – vor allem die in die Jahre gekommenen mehrfachen Mütter. Das Matriarchat regiert die grüne Insel mit unsichtbarer Hand. Es erzieht kleine Jungs zu großen Jungs, die ihre Mammies abgöttisch lieben und über alles verehren. Heute ist es wieder an der Zeit, Mutterliebe unter Beweis zu stellen – zur Freude der Kartenshop-Besitzer, der Floristen, der Spirituosen- und der Devotionalienhändler.

Der Schriftsteller Joseph O’Connor hat das Verhältnis des irischen Mannes zu seiner Mutter einmal treffend beschrieben und allen heiratswilligen Damen geraten, sich die Optionen gut zu überlegen: „Ladies, bitte prüfen Sie sich genau, ob Sie wirklich keine Alternativen haben; es gibt Emigration, eine lesbische Zukunft oder den Eintritt ins Kloster. Wenn Sie aber immer noch glauben, unbedingt mit einem irischen Mann zusammen leben zu müssen, dann sollten Sie sich zumindest dies ganz genau merken: 1. Der irische Mann hat immer Recht. 2. Der irische Mann liebt es zu fluchen, und 3. Sie werden gegen seine