Die Landschaften der großen Steine.
  Irland fasziniert mich, weil man hier Jahrtausende alte Monumente inmitten unberührter Landschaften finden kann. Kein Weg, kein Wegweiser, keine Präsentationstafeln, gar nichts. Nur diese großen Steine, die immer noch in der Erde ruhen, wie sie die frühen Bewohner der Insel vor drei, vier oder gar fünf Jahrtausenden unter großen Mühen aufgestellt haben. Die Megalithen Irlands erzählen den Phantasie-Begabten viele Geschichten. Diese ersten architektonischen Manifestationen in der Landschaft sind Zeugen einer längst vergangenen Zeit, von der wir immer noch sehr wenig wissen.

Anziehende Orte: Ich bin in den letzten Monaten viel unterwegs an den Steinkreisen und Steinreihen, den stehenden Steinen, den Feenkreisen, den Dolmen und den Findlings-Gräbern in unserer Gegend. Nicht weit von unserem Haus liegt ein Ort mit drei großen Boulder Burials (Findlings-Gräbern oder Hünengräbern) und einem Fünfer-Steinkreis (Foto). Ich fragte den Landbesitzer, Farmer John, der nach einem Rekordregen gerade Blockaden aus dem nahen Fluss räumte, was er über die Steine in seinem schönen Feld weiß. John antwortete: “Die sind sehr, sehr alt. Hier wurden wichtige Leute begraben. Es sollen Könige gewesen sein.” Dies sei klar, mehr wisse er aber nicht, meint, John mit einem gewissen Stolz, als wolle er sich in die Ahnengalerie der wichtigen Leute einreihen — und er kommt der Wahrheit wohl näher als all die Fabulierer, die hunderte Geschichten über diese einst bedeutenden Orte erzählen können. Denn die gesicherten Fakten über die Megalithen sind rar. So gehen manche Archäologen mittlerweile sogar auf Distanz zu Begriffen wie Boulder Burial, weil man nicht sicher sein kann, ob es sich dabei wirklich um Begräbnisstätten handelte. In vielen sogenannten Gräbern  wurden nämlich keine Skelette oder aber nur einzelne Knochen gefunden.

So geben uns die großen Steine viele Rätsel auf, und gerade das fasziniert zusätzlich. Sicher ist: In einer Zeit, als die Menschen in großer Unsicherheit lebten, als sie tagtäglich aufs Neue ums Überleben kämpfen mussten, war es keine Kleinigkeit, diese Stein-Monumente zu bauen. Wir können deshalb heute davon ausgehen: Diese Anlagen aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit dienten einem ganz wichtigen Zweck. Und Wünschelruten-Gänger Charlie ist sich sicher: Diese Anlagen liegen alle in hoch aufgeladenen Energiefeldern. Es sind Kraftorte. 

Wir besuchen die Landschaften der großen Steine auch im Rahmen der Wanderlust-Wanderferien: www.wanderlust.de 

 

Foto: Markus Bäuchle

[edit141015]

 

Merken