Erinnert sich jemand an die Frankfurter Rundschau? Das war noch vor wenigen Jahren eine ernst zu nehmende linkslibarale Zeitung. Und kennt jemand die Frankfurter Fressgass? Die zählte vor wenigen Jahren noch zu den den angenehmen Kontrasten im ansonsten bonusbesoffenen Schillerstraßen-Bankfurt. Und nun?


Seit dieser Woche beherrscht der angeberische Flagship-Store von Apple die ohnedies prächtig aufgemantelte Einkaufsstraße – und die Frankfurter Rundschau widmet am Donnerstag ihre ersten drei Seiten (!) der Vorstellung von Apples neuer Digital-Flunder „iPad“. Weil sich die Zeitungen, diese papiernen Mediensaurier, nicht mehr selbst retten können, soll Apple das tun – mit dem iPad als künftiger Vertriebs- und Kommunikationsplattform für Zeitungen, Artikel, Kommentare. So erscheint die Maßlosigkeit und Hemmungslosigkeit, mit der die deutschen Medien einem Computerkonzern und dessen Chef huldigen als seien sie Religion und Erlöser, in einem etwas milderen Licht.


Ja, es wird einem mittlerweile schwer gemacht, die emotional hochgehypten Apple-Produkte unvoreingenommen zu schätzen. Sie sind ja so cool, so puristisch, so begehrt, so main-streamig und allzu verführerisch. Die noch ältere Liebe des Wanderers zum bedruckten Papier allerdings rostet nicht – bei aller Neigung zum Internet, zum mobilen Internet und zu den elektronischen Medien. Zurück in Irland beenden wir deshalb die nachrichtenkarge Zeit auf diesem Blog mit einem Zeitschriften-Lesetipp: Unweit von Frankfurt, im schönen Taunus, publiziert Jan O. Deiters im zweiten Jahr die „Irland Edition“. Das Magazin macht Lust auf die Grüne Insel. Es erscheint alle zwei Monate und präsentiert ausschließlich Themen aus und über Irland. 


Die Februar-März-Ausgabe kommt jetzt an die gut sortierten Kioske  mit Beiträgen über die irische Piratenkönigin Grace O´Malley, über Iris