

Puxleys Mansion präsentierte sich seit dem Jahr 1921, nachdem IRA-Leute das viktorianisch-gotische Schlösschen angezündet hatten, als prächtige Ruine. Bis ins Jahr 2004, als irische Investoren mit den Namen Harrington, Murphy, Kelly und Dillon dem Herrn Power das 40 Acre große Grundstück mit der Puxley-Ruine abkauften. Ein 60-Millionen-Euro-Super-Luxus-Hotel und Resort der (kaum ausreichenden) Fünf-Sterne-Klasse samt Hubschrauberlandeplatz für die fett-reiche Golfklientel aus den USA sollte mit neuem irischen Geld aus englischen Ruinen auferstehen.



Einer zumindest glaubt fest an die Zukunft von Dunboy. An den Tagen der offenen Baustellentür schließt Brendan Harrington den notdürftig gesicherten Haupteingang auf und lässt die wenigen Besucher hinein: Was von außen aussieht wie ein feines Haus, ist innen noch komplett nackt: Der Innenausbau des Hotels hatte gerade einmal begonnen, er würde nun viele weitere Millionen verschlingen. In den drei Stockwerken und dem Keller der sanierten Gebäudehülle lässt sich erkennen: Hier wurde mit Detailverliebtheit und Sachverstand restauriert und modernisiert. Doch schon nach wenigen Jahren Stillstand hinterlässt das herbe Wetter an Irlands Atlantikkküste seine Spuren. Nichts ist für ewig, allenfalls das Provisorium. Keinesfals, widerspricht Hausmeister Brendan Harrington, der im übrigen die Geschichte des Hauses bis ins Details kennt. Brednan zeigtsich sicher: Der Verkauf wird kommen, Dunboy hat eine Zukunft. Alles werde irgendwann verkauft, wenn Zeit und Preis stimmten, orakelt Brendan. Schmaumermal, denken wir. Denn auf Dunboy läuft gerade schon zm 2. Mal alles schief.
Im Jahr 1812 hatte John Puxley, ein walisischer Landlord, damit begonnen in den Minen von Allihies Kupfer abzubauen. Einige Jahrzehnte später verwirklichte der dank des Kupfers zu immensem Reichtum gekommene “Copper John” seinen größenwahnsinnigen Lebenstraum. Er baute den besten, größten und schönsten Landsitz weit und breit – manche sagen, in ganz Irland. Puxley Mansion geriet zum grotesken Triumph – nur einen Steinwurf vom echten alten Dunboy Castle entfernt, dort, wo das Schicksal des letzten irischen Chieftains Donal Cam O´Sullivan Bere von den Engländern im Juni 1602 besiegelt worden war.
Die IRA beendete die Ära Puxley im Unabhängigkeitskampf auf ihre Weise. Mit der Fackel. Geschichte wiederholt sich, ätzte einst Karl Marx, nur um zu relativieren: allenfalls als Farce oder als Tragödie. Ob das Fünfeinhalb-Sterne-Hotelprojekt nun zur Farce oder zur Tragödie verkommt, werden wir sehen. Das 60 Millionen-Projekt “Capella Dunboy Castle Hotel” erinnerte manchen Betrachter jedenfalls sehr an den einstigen Größenwahn der Puxleys – und vielleicht erzählen sich kommende Generationen einmal vor den Ruinen eines Hotels, das nie geöffnet wurde, vom Größenwahn der Celtic-Tiger-Jahre.
Zwei Nachträge:
1. Der Irish Examiner hat die Geschichte vom „Dunboy-Puxley-Castle-Hotel-Projekt“ im vergangenen Jahr detailliert nachgezeichnet. Hier geht es zum Beitrag.
2. In Deutschlands Südwesten gibt es einen Mann namens Uli, der nachts bisweilen von Dunboy Castle träumt und den der Ort auf Beara seit Jahren nicht los lässt. Seine Geschichte erzählen wir demnächst hier auf Irlandnews.com .
Alle Fotos: © 2012 Markus Bäuchle / Wanderlust



Ich habe Dunboy Castle , zufällig, Ende der 70ger gefunden.
Seither habe ich die Ruine fast jährlich besucht.
Es ist Traurig was Damit passiert ist.
Die moderne Hotelanlage passt nicht dahin!
Solche Hirnlose Spekulanten haben uns in die Wirtschaftskrise gebracht!
Leider habe ich keine 100 Mio Euro übrig um den Ignoranten das Handwerk zu legen
und der Romantik eine Chance zu lassen
Im Jahr 1995 habe ich mit meiner Frau und unseren Söhnen den Sommerurlaub in Castletownbere verbracht. Im Verlaufe des Urlaubs haben wir natürlich auch die Ruinen von „Dunboy Castle“ und „Puxleys Mansion“ besichtigt.
Die Lage des „Puxleys“, die Bucht mit ihren uralten Bäumen sowie die Aussicht auf die Bucht hatte schon fast etwas Mystisches und haben mich sofort fasziniert und zu der Bemerkung veranlasst, dass ich, hätte ich genügend Geld, aus diesem Anwesen die schönste Hotelanlage Europas schaffen würde.
Ich kann absolut verstehen, dass man dies dort versucht hat…….das milde, fast mediterrane Klima und die Herzlichkeit und Gastfreundschaft dieser liebenswerten Menschen würden den perfekten Rahmen bilden für ein solches Vorhaben. Allerdings hätte ich die Kategorie auf – auch für Normalverbraucher bezahlbare – 4 Sterne beschränkt, auch wenn sich dadurch die Amortisierung der Anlage erst über einen längeren Zeitraum rechnen würde…….für die Superreichen gibt es schon genügend exklusive Plätz auf der Welt!