Island of Ireland

Was können wir tun, wenn das Virus unsere Gedanken befällt und unsere Seele belagert? Wenn ein komplizierter Alltag uns zusetzt und erschöpft? Hier sammeln wir Vorschläge für die tägliche Auszeit, für die kleinen kreativen Fluchten, für unsere Auftank-Momente.

Abschalten. Einfach täglich eine Zeitlang abschalten. Bei einem Spaziergang in der Natur. Wenn ich beladen bin, voller Sorgen und Gedanken, dann gehe ich hinaus, in die Berge oder ans Meer. In dieser urtümlichen Landschaft im Südwesten Irlands fällt es mir leicht, den inneren Hebel umzulegen und zur Ruhe zu kommen. Ich ahne, wie schon vor vielen hundert oder gar tausend Jahren die Menschen genau hier an der Atlantikküste entlang gegangen sind. Sie haben gesehen, was ich heute sehe. Seitdem hat sich in dieser Landschaft nicht viel verändert. Das Meer spricht noch immer dieselbe Sprache, wenn es seine Wellen gegen die Küste schickt.

Heute: Ein Spaziergang in die Vergangenheit

Wenn ich entlang der Felsen nach Westen schaue, sehe ich Skellig Michael, die sagenumwobene Klosterinsel im Atlantik vor der Kerry-Halbinsel. Dort in der Abgeschiedenheit eines einsamen Felsens haben sich Mönche im 7. Jahrhundert nieder gelassen. Sie suchten nicht das einfache Leben, sie suchten Gott. Sie glaubten, ihm dort draußen in der Wildnis des Meres näher zu sein. Wenn sie in ihre Boote stiegen, ruderten sie manchmal auch nach Süden zur Beara Halbinsel. Ich komme an den Grundmauern einer alten Mönchszelle vorbei. Diese Männer, das wissen die Archäologen, standen in Kontakt mit den Glaubensbrüdern von Skellig Michael.