
Die Tradition des irischen Pilger-Sonntags am Reek soll 1500 Jahre alt sein. Gestern jedenfalls pilgerten 12.000 Menschen zum Gipfel des Heiligen Bergs, wo die Bodenbesatzung Gottes im 30-Minuten-Takt die Messen las. Abgesehen vom üblichen Rummel, von drei Rettungeinsätzen des Helikopters und zahlreichen kleineren Unfällen auf der schwer begehbaren Schotter-Piste war es ein vergleichsweise ruhiger Girlanden-Sonntag am Croagh Patrick. Zu Spitzenzeiten hatten bis zu 25.000 Pilger an der Bergbesteigung teilgenommen, und auch die Zahl der schmerz-affinen Barfuß-Wanderer ist merklich zurück gegangen.
Dass die Teilnehmerzahlen derart deutlich gesunken sind, lag weder am Wetter (es war trocken wie selten am Reek), noch an der Publicity (in der ganzen Welt weiß man mittlerweile um den irischen Reek Sunday), noch an der Begeisterung fürs Bergwandern (die liegt in Irland im Aufwärtstrend). Es könnte also sein, dass es am katholischen Pilger-Ritual selber liegt und dass der Wander-Sonntag am Pilgerberg im Mayo ein Spiegel für die schwindende Macht der katholischen Kirche war.
Foto: Paul McIlroy
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