Literatur Irlandnews

»Ich betrete das vereiste Land, ohne zu wissen, welchem Teil der Welt es angehört. Manchmal sehe ich es wie aus der Sicht einer Drohne, so weit unten erstreckt sich die verschneite Landschaft, Berge, Schluchten, Seen und Wälder, die plötzlich aufragen und meine Augen mit ihren weißen Ästen streifen. Dann wieder stecke ich bis zu den Knien darin, kein Horizont zu erkennen, kämpfe mich mühsam voran auf dieser Reise, deren Sinn unklar ist, weiß nicht, woher ich komme und wohin ich gehe.« (S. 9)

 

Im Gestöber der Erinnerungen

 

Reise durch ein fremdes Land von David Park, übersetzt von Michaela Grabinger.

Rezensiert von Ellen Dunne

 

David Parks Reise durch ein fremdes Land setzt den Ton gleich eingangs mit einer (alb)traumartigen Szene, in der sich Berufsfotograf Tom durch einen Schneesturm kämpft, das Ziel des warmen Zuhauses vor Augen, das doch unerreichbar fern ist. Der passende Auftakt für Toms Mission: Es ist Weihnachten, und er will seinen erkrankten Sohn Luke von dessen Studienort für die Feiertage heimholen nach Belfast. Trotz des schlimmen Schneesturmes, der ganz Nordengland und Schottland lahmlegt und die Reise zu einem langwierigen und gefährlichen Unternehmen macht. Denn dieses Jahr zumindest soll die Familie zusammen sein. Koste es, was es wolle.