Die Green Army setzt Zeichen. Randalierende Russen, prügelnde Engländer, gewalt-trunkene Kroaten: Die Hooligans, die hässlichen Fußball-Fanatiker, beherrschen die Schlagzeilen der Fußball-EM in Frankreich. Ganz Gallien ist von fiesen Hools besetzt. Ganz Gallien? Nein. Eine von unbeugsam friedlichen Fußballverrückten dominierte Fan-Gemeinde leistet entschiedenen Widerstand gegen die Gewalt und die Rohheit des Mobs: Die „Green Army“ verzaubert das geschockte Frankreich mit der irischen Kunst des Feierns: Einige tausend irische Fans ziehen derzeit friedlich singend durch Frankreich.
Sie singen, sie tanzen, sie trinken, sie feiern. Sie stimmen Kirchenlieder für eine Nonne in der U-Bahn an, sie lassen Passanten hoch leben, sie wechseln einem Autofahrer mit Panne das Rad am Wagen, sie tauchen ihre Umgebung in Grün und tragen die irische Trikolore mit witzigen Sprüchen: Sie intonieren den Fußball-Schlachtruf „Olé, Olé Olé“ auf Französisch: „Au Lait, au lait, au lait“ – und sie singen die Hymne „Fields of Athenry“ im vielstimmigen Chor. Die irischen Fans, so berichten die Medien in Frankreich, sind wieder einmal die Besten. Der Mythos der friedlichen Green Army lebt – und die Medien daheim nehmen reichlich Anteil am Zug der Ihren von Paris über Bordeaux nach Lille (wo sich Irland morgen gegen Italien behaupten muss, um doch noch in die Finalrunde zu kommen).

Sorgen gibt es daheim auf der Insel, dass alle Landsleute wohlbehalten vom Feier-Trip zurück kehren. Denn ohne massig Alkohol geht es auch bei den gerne dauerblauen Fans in Green nicht. Irische Fans sind für exzessives Trinken bekannt, und so geht der eine und der andere alkoholisierte Paddy in der großen Sause schon einmal verloren.

Und ja: Sharon Curley ist schwanger. Diese Nachricht durften die Iren am Fernsehgerät daheim einer riesigen Trikolore entnehmen, die grüne Fans im Stadion ausgerollt hatten (Foto rechts). Der Nachwuchs der Green Army ist in der Mache. Dass die Neuigkeit auf einer spiegelverkehrten irischen Fahne präsentiert wurde, also der Flagge der Elfenbeinküste, was soll uns das verraten?
Fotos: Google

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