Howth feiert Dublins Küsten-Garnele

Junge Dame mit Dublins Küsten-Garnele

Schlemmen in Howth: Beim Seafood-Festival gibt es natürlich frische Garnelen

Liebe Leute, hier schreibt Nadine. Ich war für Euch außerhalb Dublins, in dem schönen Küstenort Howth unterwegs, und habe dort das Dublin Bay Prawn Festival besucht, ein Fest rund um Dublins berühmte Küsten-Garnele. Hier meine Eindrücke. Und weiter unten im Text findet Ihr auch meine Tipps für Dublin für diese neue Woche!

Im Rahmen der Feiern zum St. Patrick´s Day wurden in der vergangenen Woche zahlreiche Großveranstaltungen, Events und Attraktionen geboten. Für alle, die dem „grünen“ Trubel in Dublin entgehen wollten, bot es sich an, in einen der vielen schönen Küstenorte zu fahren, die die irische Hauptstadt umgeben. Neben Malahide und Bray ist Howth eines der beliebtesten Ziele, um ein wenig Seeluft zu schnuppern. Das Dorf liegt auf einer Halbinsel  in der Dublin Bay, ein Stückchen östlich des Zentrums. Vom 18. – 20. März, fand hier das Dublin Bay Prawn Festival, das Garnelen-Festival statt. Hier stand natürlich vor allem einses im Fokus: Dublins bekannte Küsten-Garnele.

Besucherinnen mit Dublins Küsten-Garnele

Diese beiden Frauen probieren die orange-leuchtenden Krabbentiere

Mehrere Tage lang hatten die Besucher die Möglichkeit, die fangfrischen Garnelen zu kosten und sich gleichzeitig von der einzigartigen Atmosphäre dieser schönen Bucht beeindrucken zu lassen. Schon die Anreise mit dem Zug war ein Erlebnis, denn an einem solch´ besonderen Ereignis wollten natürlich viele Menschen teilnehmen und der Großstadt entfliehen. Auch das Wetter spielte mit, es war kein Regen gemeldet. Dementsprechend war der Zug proppevoll, das war fast schon ein Zustand wie in den Straßenbahnen Tokios. Dicht an dicht standen die Passagiere, man konnte sich kaum noch bewegen. Eine gemütliche Fahrt war es wirklich nicht, aber zum Glück erreichte man sehr schnell, nach circa einer halben Stunde Fahrt, den beschaulichen Küstenort.

Der kleine, gemütliche Bahnhof in Howth, seit dem Jahr 1847 in Betrieb, hatte mit den Besuchermassen zu kämpfen. In Irland ist es üblich, dass feststehende Schranken jeweils vor den Gleisen stehen. In Howth sind, aufgrund der beschaulichen Größe des Bahnhofs, nur drei solcher Ticketanlagen vorhanden. Diese können nur mit einem gültigen Fahrschein durchquert werden. Wenn allerdings 200 Menschen nacheinander immer wieder ein- und auschecken und selbst das bestätigende Piepen der Maschinen nicht mehr hinterherkommt, dann darf auch einmal die irische Technik versagen. So war es dann auch. Nichts ging mehr und ein Angestellter des Bahnhofs musste jedes Ticket einzeln kontrollieren. Das dauerte ein wenig, aber die irische Höflichkeit hatte der Kontrolleur auch bei der fünfzigsten Personen, die die Schranke passieren wollte, nicht verloren.

Besucher auf dem Dublin Bay Prawn Festival genossen Dublins Küsten-Garnele

Gemütlicher Hock beim Dublin Bay Prawn Festival

Auf dem Festivalgelände angekommen, war sofort die frische Meeresbrise zu spüren. Hier an der Küste herrscht eine ganz andere Luft als in der überfüllten Innenstadt Dublins. Der Geruch von frischem Fisch und Meer machten Lust, die sogenannte Howth Food Village zu betreten. Der kleine Ort hat sich viel Mühe geben und sich besonders herausgeputzt. Mehrere große Zelten waren aneinander gereiht. Auf einer großen Bühne präsentierten Künstler und Musiker ihr Können. Zahlreiche Kochshows wurden über den Tag verteilt angeboten, auf denen bekannte Köche und Gastronomen ihr Fachwissen mit dem Publikum teilten. Und dann waren da natürlich noch die verschiedensten kleinen Buden mit fangfrischem Fisch und Garnelen direkt aus dem Meer. An einzelnen Verkaufsständen standen sich mehr als 100 hungrige Besucher die Beine in den Bauch. Der Andrang war riesig.

Schlange für Dublins Küsten-Garnele

Eine lange Schlange bildete sich vor dem Stand mit den frischen Garnelen

Sechzehn lokale Restaurants boten in der Howth Food Village ihre Gerichte an, die alle eine besondere Hauptzutat beinhalteten: Die Dubliner Küstengarnele. Sie ist auch unter dem Namen „Norwegischer Hummer“ bekannt. Seit Generationen wird diese Krabbenart in Howth gefangen. Man erkennt sie an ihrer leuchtend orangenen Haut und dem zarten Fleisch. Heutzutage ist sie eine der wichtigsten Einnahmequellen der irischen Fischer. Wie die Einheimischen einräumen, kommt ein Teil des Fangs auch aus anderen Teilen der Welt wie Gibraltar oder Norwegen. Der Name  Dublin Bay Prawn geht  zurück auf die Viktorianische Zeit, in der es üblich war, dass irische Fischer täglich auf ihren Booten die frischen Tiere verkauften. Für diejenigen, die nicht so viel mit dem Krabbentier anfangen konnten, hielten verschiedene Stände  die klassischen Fish´n Chips bereit.

Bunte Cupcakes - es geht auch ohne Dublins Küsten-Garnele

Bunte Cupcakes auf dem Dublin Bay Prawn Festival

Im Jahr 2009 war das Festival  ins Leben gerufen worden. Seitdem wurde immer beliebter. Im vergangenen Jahr zählte das Seafood-Festival bereits 23.000 Besucher. Man setzte alle Hebel in Bewegung, um die Zahl zu steigern. Das ist nicht nur mit den vielen Köstlichkeiten aus dem Meer gelungen, sondern besonders auch durch die Vielfalt anderer Speisen. Von frischem Brot, über Gewürze, bis hin zu vielerlei Süßigkeiten und prächtigen Cupcakes war für jeden Geschmack etwas dabei.

Süßigkeiten - abseits von Dublins Küsten-Garnele

Wie bei Alice im Wunderland leuchten die Süßigkeiten in unterschiedlichen Farben

Für alle, die auch dem Trubel des Festivals entgehen wollten, bietet Howth verschiedene Wanderungen und Rundtouren an. Diese führen weg von den großen Festivalzelten und geben den Blick frei auf wunderschöne Küstenlandschaften und einzigartige Natur. Es ist erstaunlich, dass nur eine halbe Stunde von der überfüllten Großstadt Dublin entfernt ein solches Naturparadies zu finden ist. Man sieht Seehunde und Möwen im wellenumtosten Meer.

Mit dem „Dublin Bay Prawn Festival“ ist Howth eine schöne Mischung von kulinarischen Genüssen und Draußensein an der frischen Seeluft gelungen. Viele Besucher machten sich im späten Nachmittag wieder auf den Rückweg, die meisten nahmen den Zug in Richtung Dublin. Übrigens, die Ticketmaschinen funktionierten an diesem Tag überhaupt nicht mehr, sodass die Passagiere auf ihrem Rückweg wieder dem Kontrolleur begegneten. Seine irische Freundlichkeit und Gelassenheit hatte er auch sechs Stunden später noch nicht verloren.

Fazit: Wenn man  in Dublin ist, hat dieser Küstenort einen Abstecher verdient. Nur knapp eine halbe Stunde von der irischen Hauptstadt entfernt. Ein Muss für alle Irland-Fans!

Bucht von Howth, wo Dublins Küsten-Garnele gfangen wird

Unberührte Meereslandschaft und ein schöner Blick auf die Bucht von Howth erwartet die Besucher

 

Und hier noch die Tipps und Termine für Dublin in der kommenden Woche:

  1. „Citizens in Conflict: Dublin 1916 Exhibition. Guided Tour“: Montag (21. März), 10:30 Uhr, Dublin City Library and Archive, Dublin 2; Während einer Multi-Media Tour lässt sich die Geschichte des „1916 Rising“ hautnah miterleben.
  2. „The Dark Night – Dublin Screening“: Dienstag (22. März), 19:00 Uhr, The Grand Social, Dublin 1; Auf großer Leinwand können Besucher hier den bekannten Film bestaunen.
  3. „Dublin Walking Festival“: Freitag (25. März) bis Sonntag (27. März), Veranstalter: Hilltoptreks; Drei Tage langen lassen sich geführte Touren buchen, die Teilnehmern einmal eine andere Seite von Dublin zeigen: unberührte Natur und verschiedene Buchten.
  4. „Then and when“: jeden Tag im März, mehrmals täglich, 12 Henry Street, Dublin 1 (Arnotts); Architekturstudenten präsentieren ihre Abschlussarbeiten und zeigen, wie stark sich die Gebäude rund um die O´Connell Street in den letzten Jahren verändert haben. Das ist wirklich empfehlenswert und der Eintritt ist frei.
  5. „A Nation´s Voice“: Sonntag (27. März), Collins Barracks Dublin; Anlässlich des „1916 Rising“ erwartet die Besucher hier ein besonderes Event: Insgesamt 1100 Sänger aus 31 verschiedenen Chören und 19 Counties Irlands performen zusammen ein Open-Air-Konzert – ein absolutes Muss für Musikfans.
  6. „Easter Ceremonies at the GPO“: Ostersonntag (27. März), ab 12:00 UhrO´ Connel Street, Dublin 1; Vor genau 100 Jahren erklärte die Republik Irland die Unabhängigkeit zu dem Vereinigten Königreich. Die Verkündung der Proklamation erfolgte von Patrick Pearse auf den Stufen der GPO (General Post Office“. genau an diesen Tag möchte Dublin erinnern. Die Proklamation wird erneut vorgetragen, das Militär wird zur Feier des Tages verschiedene Kunstflüge zeigen.

Nadine Eckmann* Die Autorin: Nadine Eckmann hat Theologie und Medienwissenschaften studiert. Sie lebt seit September 2015 in Dublin und absolviert einen Europäischen Freiwilligendienst bei der Organisation „Friends of the Elderly Ireland“. Mit ihrem plüschigen Reisebegleiter „Zoe“ erkundet sie die Insel und vor allem die Hauptstadt Dublin.

Alle Fotos: Nadine Eckmann

Von |2016-03-21T06:00:15+00:0021. März 2016|1 Kommentar

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Ein Kommentar

  1. […] Dieser Beitrag erschien gestern auch auf der Homepage http://www.irlandnews.com von Markus […]

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