West Cork, Irland, mit eigenen und anderen Augen

Gero (r.) und Peter: Unterwegs im Trödel-Shop für das Swiss Inflight Magazine

West Cork, Irland mit anderen Augen. Mitte dieser Woche war ich mit dem Autoren Gero Günther und dem Fotografen Peter Neusser in Wets Cork unterwegs. Das Team aus München hat die schöne Aufgabe, eine Titelgeschichte für das Inflight Magazin der schweizerischen Fluggesellschaft Swiss (ehemals Swissair) zu recherchieren, fotografieren und zu schreiben. Ab 2. Juni und bis zum 29. September fliegt Swiss die neue Strecke Zürich-Cork-Zürich, und pünktlich zum Start wird das Swiss Magazine mit der Story über Cork City und das fabelhafte County Cork erscheinen.

Unterwegs mit Besuchern nehme ich gerne den Blickwinkel des Neuankömmlings ein und vergesse, dass wir seit fast 17 Jahren hier leben. So entdecke ich auch für mich immer wieder mir noch unbekannte Orte und treffe neue Menschen. Wir streiften durch Pubs und Trödel-Shops, durch den verrücktesten Laden in Irlands Südwesten, wir wanderten über den Sheeps Head und hoch oben am Barley Lake. Nun bin ich gespannt, wie die beiden Kollegen unsere irische Wahlheimat im Kundenmagazin von Swiss vorstellen werden.

Im Pub

Die Traditions-Airline wird ab dem 2. Juni zunächst einmal wöchentlich, immer freitags, zwischen Zürich und Cork fliegen. Im Juli und August kommt eine zweite Frequenz am Montag hinzu. Wenn es kommerziell befriedigend läuft, würde der chronisch unterversorgte Cork Airport langfristig eine attraktive Verbindung dazu gewinnen.

Reisejournalisten und Wanderführer haben Vieles gemeinsam: Sie führen Menschen – in Gedanken oder zu Fuß ist egal – zu bislang unbekannten Orten. Der Reise-Journalismus wie der Tourismus dieser Tage funktioniert nach diesem widersprüchlichen Prinzip: Zu Plätzen hingehen und Orte zeigen, die noch unentdeckt, unverbraucht, intakt und authentisch sind – mit der Folge, dass auch diese Orte – wenn die Message ankommt – bald schon „entwickelt“ , durchgestylt, abgenutzt und gewöhnlich, wenn nicht gar zerstört sein werden. Der Tourismus hat schon immer seine eigenen Grundlagen konsumiert. Wenn es gut läuft, knabbert er nur an der Ressource Natur, wenn nicht, zerstört er sie gründlich. Der Südwesten Irlands ist bis heute trotz mittlerweile aggressivem Massen-Marketing kein Ziel für den Massen-Tourismus – nachhaltig ist der Tourismus in dieser Region allerdings  auch nicht mehr.

Am Sheeps Head Lighthouse

Würde ich den Kollegen also auch meine absoluten Lieblingsorte an Irlands Atlantikküste zeigen, damit diese einem breiten Publikum vorgestellt werden?

Mit eigenen Augen sah ich, wie sich der Sheeps Head Way zum bekannten Lighthouse an der Spitze der Halbinsel in wenigen Jahren entwickelt hat: von einem kaum erkennbaren Trampelpfad in einen breiten Wanderweg – eine Notwendigkeit, um die vielen Besucher auf Kurs und fern der fragilen Landschaft zu halten. Zivilisation drängt Natur zurück – oft auch im Namen der Sicherheit: Wo man vor kurzem noch gefahrenbewusst und vorsichtig hoch auf den Klippen am Abhang entlang ging, kehren nun die Absperrungen mit den Warnschildern ein. Zur eigenen Sicherheit, mehr noch: zur Sicherheit des Wegbetreibers, wird der Besucher jetzt vom Klippenerlebnis fern gehalten . . .

Klippenkoller. Vorsicht Gefahr für Wegbetreiber und Benutzer . . .

Fotos (4): Markus Baeuchle 2017 

von | 2017-04-15T17:07:03+00:00 15. April 2017|0 Kommentare

Der Autor:

Autor, Journalist und Wanderer. Lebt in Glengarriff im Südwesten Irlands. Mit Markus kann man in Irland wandern gehen: www.irland-wandern.de

Deine Meinung