
Wer an der Küste lebt, kann die Auswirkungen des Klimawandels auf die Meere in den vergangenen Jahrzehnten mit wachem Auge gut studieren – und manchmal sind es kleine Veränderungen, die uns die Augen öffnen. Zum Beispiel die Schwäne von Dromkeal. In einem kleinen ruhigen Seitenarm der Bantry Bay lebt seit Generationen ein Schwanenpaar auf einem kleinen grünen Hügel, der auch bei Flut gewöhnlich aus dem Meerwasser herausragte. Hier hatten die Schwäne zur Freude der Anwohner immer ihr Nest, hier zogen sie ihre Brut auf, ihr zweites Element, das Wasser, umgab und schützte sie.
Um die Millenniums-Wende allerdings fiel den Bürgern der Coomhola Borlin-Region auf, dass der Schwanenhügel immer öfter im Meer verschwand, erst bei starker Flut, und dann ganz regelmäßig. Die Schwäne blieben aus, ihre Gelege waren auf dem gefluteten Schwanenhügel nicht mehr sicher. Die Menschen von Coomhola Borlin und Dromkeal wußten, wem sie die Vertreibung der Schwäne zu verdanken hatten: dem steigenden Meeresspiegel, am Ende dem Menschen, uns allen, sich selbst.
Ein Häufchen Romantiker und Idealisten wollte das nicht akzeptieren. Anwohner taten sich vor fünf Jahren zusammen, bestellten etliche Lastwagenladungen Erde und erhöhten den Schwanenhügel um zwei Fuß. Heute ragt er wieder rund um die Uhr aus dem Wasser – die Schwäne sind zurück gekehrt und vermehren sich auf dem Swan Hill wieder fleißig.
Den Wanderer erinnern die Schwäne von Dromkeal (sorry für das schlechte Foto, die weißen Punkte, das sind die Schwäne . . .) beim Vorbeifahren an die Menschen auf den Malediven, auf den tellerflachen Pazifikinseln, oder an den Küsten der Niederlande, Italiens, Irlands . . . Der Kampf um den Schwanenhügel wird weiter gehen – und nicht nur dieser.
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