Nach einem langen Patrick´s Day Wochenende ist heute endlich Patrick´s Day. Viele mögen vom Feiern schon erschöpft sein, in Dublin und in vielen anderen Orten in Irland geht es erst richtig los: Die Paraden stehen an.   

Hier auf dem Land in West Cork war schon am Sonntag Paradetag, und so lädt ein stabiles atlantisches Hoch mit Sonne und viel blauem Himmel heute am Nationalfeiertag zum Arbeiten in den Garten oder zum Wandern in die Berge. Feiertag und Arbeiten, das geht hier bestens zusammen: Katholizismus hin, Frömmigkeit her: Wat mut, dat mut. In Irland haben sonntags viele Geschäfte offen, und wer am schönen Sonntag die Wiese mähen, eine Mauer bauen oder einen Baum fällen muss, der macht sich an die Arbeit.  Da kann der Herrgott doch nichts dagegen haben – allenfalls ein paar ausgelaugte ruhebedürftige Engländer, und der ein oder andere Deutsche, der auch abseits der Heimat von seiner alten Kehrwochenmentalität dominiert wird. 
Neben der falschen Vorstellung, am siebten Tage würde der katholische Ire bevorzugt ruhen, können wir ins unserer kleinen Reihe „Irland – Schein und Sein“ auch gleich noch mit einem anderen falschen Vorurteil aufräumen: Die Gemütsmenschen in Grün seien besonders tierlieb, hört man immer wieder. Uns wunderte in unseren ersten Irlandjahren, wie wenig dies vor allem für die Leute auf dem Lande zutrifft. Sollte man das Verhältnis von Mensch und Tier hier an der Peripherie als zumindest äußerst distanziert bezeichnen? 
Der Hund (Foto oben, unten), das ist Tommi. Der Border Collie stammt aus einem Neuner-Wurf, den ein Mädchen vor Jahren aus dem Coomhola River gefischt hat. Junge Hunde in Plastiktüten im Fluß? Das machen manche Farmer hier so, der Fluss dient auch der Entsorgung von Müll und unerwünschtem Leben  – vier der jungen Hunde in der Plastiktüte waren tot, fünf überlebten. Das nur ein Beispiel von Vielen. Angesichts der zweifelhaften Qualität des Tierschutzes auf der Insel haben sich sogar merkwürdige Rettungsorganisationen etablieren können, die Border Collies außer Landes vermitteln.