„Da ist Gras drüber gewachsen“,  sagt eine deutsche Redensart, wenn eine böse alte Geschichte sich aus dem Gedächtnis geschlichen hat. Eine böse Geschichte für Irland ereignete sich im Juni 1602, als englische Truppen Dunboy Castle, die Haupt-Burg von Donal Cam O’Sullivan Bere, auf der Südseite der Beara Halbinsel, stürmten und sie dem Erdboden gleichmachten. Da Irland seine Niederlagen feiert, wie andere Nationen ihre Siege, wurden die Zerstörung Dunboys und der anschließende Große Rückzug („The Great Retreat“) Donal O`Sullivan´s (Foto unten) ins 400 Kilometer entfernte Leitrim von den Iren immer in bester Erinnerung gehalten. Bis heute ist bekannt, wo und wie die fast 1000 Menschen, die sich auf den großen Marsch gemacht haben, auf der Strecke blieben: Donal erreichte sein Ziel im Norden mit nur 35 Getreuen. 
2002 wurde der  400. Jahrestag der Niederlage, die den „letzten Prinz von Irland“ um Macht, Reichtum und Wohnsitz brachten, noch pompös gefeiert. Die Ruine von Dunboy Castle präsentierte sich zum Jubiläum aufgeräumt und mit Gedenkplaketten aufgehübscht. Der große Clan der O’Sullivans trug das seine dazu bei, dass Donal, der letzte unabhängige gälische Stammesführer, nicht in Vergessenheit geriet.
Heute allerdings, acht Jahre später, bietet Dunboy Castle ein trauriges Bild: Eines der wichtigsten Denkmäler der irischen Geschichte scheint heute ein vergessener Ort. Wohl dient er noch als Kulisse für ungestörte nächtliche Feten und Gelage. Ansonsten aber ist nun wohl endgültig Gras über Dunboy Castle gewachsen. Die restaurierten Grundmauern des Burg-Kellers verschwinden zusehends unter der munter wuchernden irischen Vegetation. Wilhelm Busch hatte einst gescherzt:
„Wenn über eine dumme Sache