Wer sich über die Geschäftswelt in Deutschland aufregt, fühlt sich im anarchischen Business-Chaos in Irland vielleicht besser aufgehoben. Einige Erfahrungen dieser Woche:

* Das Unternehmen, das unsere Webseiten verwaltet, stellt uns im fünften Jahr die ausgewiesenen Preise für Internet-Hosting in Rechnung. Wir haben mittlerweile bemerkt, dass die Konkurrenz nur die Hälfte für vergleichbare Leistungen berechnet. Unser Hinweis provoziert eine erstaunliche Reaktion: Ja, kein Problem, den Preis bieten wir auch. So vereinbart man sich auf die neuen halbierten Preise. Pacta sunt servanda. Tage später fragt Irlands zweitgrößter Internetprovider per Email an: „Unser neues Verwaltungs-System macht Probleme. Welche neuen Preise haben wir vereinbart?“ Nun fragen wir uns: Wie tief können die Preise noch sinken? 

* Der Provider für Satelliten-Breitband ist trotz mehrjähriger Übung bis heute nicht in der Lage, eine regelmäßige monatliche Rechnung, geschweige denn eine vom Finanzamt akzeptierte Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer zu erstellen. Auch das Abbuchen vom Konto mittels „Direct Debit“ (Lastschriftverfahren) will seit vielen Monaten nicht gelingen. Es lebe der alte Scheck, oder die Zahlungsverweigerung?

* Nur fünf Jahre nach der ersten Ankündigung hat die Ex-Staats-Telefonfirma Eircom es geschafft, den örtlichen Verteilerknoten in Glengarriff, West Cork „broadbandfähig“ zu schalten. Das klingt wie der verspätete Eintritt ins 21.Jahrhundert, ist es aber nicht. Je weiter sich die Kunden vom „Switch“, der Nabelschnur der modernen Existenz, angesiedelt haben, umso schmaler wird das Internet-Breitband. Egal. Wir bestellen bei Eircom Broadband /DSL – und bekommen es. Vielleicht. Nicht. 

Zuerst müssen wir als langjährige ISDN-Kunden eine zusätzliche Leitung, eine analoge PSTN-Leitung bestellen und diese mindestens ein halbes Jahr lang mieten (macht 150 Euro, die Einrichtung ist in dieser Aktionswoche (!!!) sogar umsonst.)