Irland ist ein kleines Land. Man kennt sich. Fast jeder kennt jeden – oder zumindest einen, der die kennt, die man noch nicht kennt. Die Wege sind kurz. Auch die Wege in die Medien. Der Wind muss nur sanft das Gerstenfeld streicheln  -– das Pendant zum Sack Reis in China – und schon berichten der „Herald“ oder das „Echo“ darüber. Dass die Nachbarin mal eben in der TV-Show „Winning Streak“ 20.000 Euro und einen Neuwagen abräumt, dass die eigenen Kinder auf RTE zur besten Sendezeit die Einweihung einer Eisdiele im Nachbarort gestalten dürfen: Alles fast Normalität.

Gestern abend nun schaffte die derzeit angesagteste Pub-Band von Glengarriff und Bantry, West Cork, den Sprung ins Rampenlicht. Die „Calvinists“ spielten live in der großen Samstagabendsendung „Saturday Night Show“ auf RTE One.  Gestern noch im „Blue Loo“ und heute in der Prime Time auf RTE: Das nennt man Karriere auf Irisch. Keine Frage: Die vier jungen Musiker können was. Der Zufall, das Schicksal und die Fügung halfen dennoch  ganz entscheidend mit.

Vor einigen Wochen reiste der bekannte amerikanische Reise-Journalist Matt Gross durch Irland. In Bantry angekommen ging Gross auf ein paar Pints und ein paar Songs in den „Schooner“  – und hörte die Calvinists. Matt selber fand die Musik ziemlich gut, ein Einheimischer soufflierte ihm dann noch, dies seien „die nächsten U2“, und nach vier Pints hielt es Matt für möglich, dass er gerade Zeuge eines großen Moments geworden sein könnte. Gross schrieb die Geschichte, wie man heute halt so schreibt, ganz authentisch zusammen und veröffentlichte sich am 22. Oktober in der New York Times:

„One night in Bantry, a lovely seaside town not far from the Cork-Kerry county line, I popped into the Schooner, a pub, solely because I’d spotted a poster advertising a local band called the Calvinists — a fantastic name, especially in Catholic Ireland. And indeed, the Calvinists (who chose the name because of John Calvin’s total opposition to music) were awesome: straight-up rock with a country accent, courtesy of the banjoist Taidhg Burke, and the range to cover both Johnny Cash and Gorillaz, thanks to Noel Maguire’s effortless voice.

“They’re the next U2!” shouted the older gent next to me, Cornelius “Corney with an ‘e’ ” Kelly (“like Ned Kelly!”). And I believed him; the whole room hummed with enthusiasm and pride. I was part of something. Maybe this was a moment that, years from now, I’d remember as a big on