Wann ist die beste Zeit für eine Gartenreise in Irland?

Von |13. Januar 2019|0 Kommentare
Irland Gartenreisen

Die Mimose blüht in diesem Jahr in Irland schon im Januar

Irlands herrliche Gärten besuchen: Wann ist denn die beste Jahreszeit für Irlandreisen? Das werde ich regelmäßig gefragt. Als Gartenliebhaberin und Aromatherapeutin ist meine Antwort ganz klar. Im April ist die Blüte auf dem Höhepunkt: Wir erleben dann die schönsten und am intensivsten duftenden Blüten, überall grünt und sprießt es, in der Regel liegen wir drei bis vier Wochen vor dem kontinentalen Frühling. Noch so gerade können wir im April auch die meisten Kamelien bewundern, die frühen Exemplare beglücken uns wie die Mimosen bereits Ende Januar, wenn es drumherum noch recht winterlich ist. Mein persönlicher Favorit unserer Gartenreisen in Irland ist deshalb auch die Tour Ende April.

Collage_Raritaeten

Schon Ende März leuchtet der riesige Rhododendron arboreum (Baum-Rhododendron) mit seinen leuchtend pinkfarbenen Blüten auf blaustichigem dunkelgrünem Laub. Er überragt so manches Haus und muss oft brutal gestutzt werden, weil er selbst in großen Gärten zu viel Platz einnehmen möchte.

 

Markus Bäuchle Wanderlust Irland

 

Im April kommen dann bei dem meistens sehr schönen Wetter, freilich mit subtropisch anmutender Luftfeuchtigkeit, zahlreiche andere Rhododendren zum Zug. Die viele Meter hohen und großblättrigen Exemplare des Rhododendron sinensis zeigen cremeweiße Blütenbecher, oft mit wunderschöner purpurfarbener Zeichnung im Inneren. Ähnlich sieht Rhododendron macabeanum aus, seine Blätter sind größer als alle mir bekannten Schuhsohlen (circa 30 cm), seine Blüten sind gelblich mit leuchtend hellrotem Stempeln. Diese Art wurde 1928 von einem der letzten Pflanzenjäger aus dem östlichen Himalaya-Gebirge nach Europa gebracht: Frank Kingdon Ward (1885-1958). Ein Exemplar, das aus genau diesen Samen gezogen wurde, wächst auf der Insel Garinish Island, die wir auf unseren Gartentouren besichtigen.

Markus Bäuchle Wanderlust Irland

Im parkartigen Garten von Ballylickey House & Chalets, wo unsere Gäste untergebracht sind

Nicht so extravagant und auch verhältnismäßig zierlich, doch geradezu narkotisierend im Duft ist RhododendronLady Alice Fitzwilliam’ mit seinen weißen Blüten. Die Knospen mancher Exemplare sind zart rosa und erinnern an platt gedrückte Marshmallows. Auf Garinish Island können wir uns im April schnuppernd von Strauch zu Strauch hangeln, denn im April blüht die Skimmie, deren unscheinbare Blüten stärker nach Maiglöckchen duften als die Maiglöckchen selbst. Aus den leicht zitronig duftenden Blättern dieser Verwandten der Zitrusfrüchte wird ein frisch-grün duftendes ätherisches Öl destilliert.

 

Clianthus_puniceus

Clianthus puniceus, Papageienschnabel

Kaum jemand bemerkt auf unseren Ausflügen die winzigen weißen Blüten des Duftblüten-Strauches, die Art Osmanthus delavayi blüht oft bereits im März. Die Blüten des nahen Verwandten Osmanthus fragrans werden in China traditionell zur Beduftung von Tee eingesetzt, der Duft des durch Hexanextraktion gewonnenen Riechstoffes erinnert an getrocknete Aprikosen und ist unter Parfumeuren ein begehrter Rohstoff.

Zu dieser Zeit laufen auch viele Menschen am eher unscheinbaren ZickzackStrauch vorbei, dessen winzige gelbe Blüten nach einer ganzen Tüte mit Vanillepudding-Pulver duften. Auf dem Kontinent würde er nicht draußen gedeihen können, in Südwest-Irland übersteht er die gemäßigten Winter meistens sehr gut. Nicht zu übersehen sind jedoch die wunderschönen in voller Blüte stehenden Exemplare von Myrtus lechleriana, einer sehr frostempfindlichen Myrtenart. Selbst wenn die Mini-Blütchen abgefallen sind, denkt fast jeder, der große Strauch blühe noch, denn rötlich angehauchte sternförmige Kelchblättchen verleiten zu dieser Annahme.

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Der Crinodendron oder Laternenbaum blüht Ende Mai

 

Eine der extravagantesten Blüten des ganzen Jahres ist auch bereits im April zu bewundern: Clianthus puniceus, die neuseeländische Rankpflanze namens Papageienschnabel oder Ruhmesblume, erinnert eher an ein Krebstier mit Scheren als an eine Verwandte der Erbse, auf englisch heißt sie den auch tatsächlich Lobster Claw (Hummerschere).

Eine Rarität ist auch Michelia doltsopa, eine enge Cousine der Magnolien, sie steht an einer wärmenden Steinmauer und doch sieht man ihr immer wieder an, dass es ihr zu kalt geworden ist. Was den Baum, der aus der Gegend um Bhutan stammt, jedoch nicht davon abhält, jeden April mit reinsten Parfumerie-Wolken zu verschönern: Zitronenschale, Vanille und ein Schuss Gewürznelken-Aroma duften wirklich verführerisch.

 

Markus Bäuchle Wanderlust Irland

Im warmen Klima des Golfstromes gedeihen viele subtropische Gewächse

Drimys winteri, die Winterrinde oder Gewürzrinde blüht auch im April, ihre hübschen scharf-würzigen Blüten schmecken fein im Salat. Einst verordnete Captain Winter, der mit Sir Francis Drake die Welt umsegelte, dass die Mannschaft eine Abkochung dieser Rinde einzunehmen habe. Somit konnte die „Pest“ der Seefahrer, Skorbut, verhindert werden. Der schöne Großstrauch wird zu Hause in Patagonien nicht so hoch wie im Südwesten Irlands, wo er zum rechten Baum heranwachsen kann.

Muss ich bei so viel Pracht noch die Straßenränder erwähnen? Diese sind ab Januar mit den großen runden Blättern der Pestwurz begrünt, bereits ab Mitte Februar sprießen die zartgrünen Montbretienblätter, die bis Mitte April kilometerlang die Straßenlandschaft dominieren. Ab Juli gesellen sich die winzigen orangefarbenen Mini-Gladiolenblüten dazu.

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Auch der Spaß kommt bei unseren Gartenreisen nicht zu kurz. Balancieren auf dem Ast einer Japanischen Sicheltanne

All das und noch viel mehr, nämlich viele sehr unterschiedliche traumhaft angelegte Gärten und Parks, werden wir während unserer Irland-Gartenreise erkunden. Sie haben zu jeder Jahreszeit ihren Reiz, einige von ihnen liegen am Meer und nutzen den Atlantik als Gestaltungselement, andere sind in zauberhafte Berg- und Flusslandschaften integriert. Kenner sagen, die schönsten englischen Gärten liegen am Golfstrom in Irland.

Irland Gartenwandern Markus BäuchleDas Geschenk zum Mitnehmen: Zum Abschluss dieser vier abwechslungsreichen Wochen wird jede TeilnehmerIn eine Komposition aus den  selbst erlebten Naturdüften gestalten, um die Erinnerungen später zu Hause als olfaktorischen Anker aufleben zu lassen.

 

Die Gartenreise-Ferien im Jahr 2019:

27. April bis 4. Mai 2019: Irland im Blütenrausch

18. Mai bis 25. Mai 2019: Der wilde Rhododendron blüht

22. Juni bis 29. Juni 2019: Irland im Zeichen der Sommerblüte

13. Juli bis 20. Juli 2019: Irlands tiefblaue Hortensien

Alle Informationen zu den Wanderlust Gartenreisen 2019 finden Sie hier

Die neue ausführliche Broschüre mit dem Garten-Programm gibt es hier ab 15. Januar 2019.

Das Anmeldeformular mit der Preisübersicht finden Sie hier

 

Gartenreisen Irland

Callistemon, der Pfeifenputzer, blüht im Juni und Juli

Autor(in) dieses Beitrags:

Eliane Zimmermann ist passionierte Aromatherapeutin und schrieb ein halbes Dutzend Bücher zum gesunden Umgang mit ätherischen Ölen. In den bald 18 Jahren in der subtropisch geprägten Natur Südwest-Irlands ist sie auch zur Pflanzenkennerin geworden. Sie geht der Kultivierung von duftenden und essbaren Pflanzen genau so leidenschaftlich nach wie auch der "Jagd" nach wissenschaftlichen Studien mit ätherischen Ölen. Regelmäßige Artikel dazu sind im ersten deutschsprachigen Blog über Aromatherapie www.blog.aromapraxis.de (seit 2008) nachzulesen.

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