Ob die Wirte Irlands wohl zu den Gewinnern der großen Wirtschaftskrise gehören würden, hatten wir im Dezember auf dem Irland Blog gefragt. Immerhin reimte schon Wilhelm Busch in der Frommen Helene: „Es ist bekannt von altersher, wer Sorgen hat, hat auch Likör“. Sorgen haben derzeit viele Menschen auf der Insel, doch möglicherweise nehmen sie ihre vermeintliche Medizin inzwischen bevorzugt zuhause ein. Warum sonst hätte der Verband der irischen Pubs (außerhalb Dublins) gestern einen derart dramatischen Appell abgesetzt: „Rettet das Irish Pub“ skandiert die Wirte-Lobby „Vintners Federation of Ireland“ (VFI) und ruft ungeniert nach Staatshilfen.


Die Wirte machen geltend, dass seit Jahresbeginn im ländlichen Irland ein besorgniserregendes Pub-Sterben eingesetzt habe, das sich nach der Urlaubssaison noch verschärfen würde. Einer Umfrage zufolge berichten über 80 Prozent der befragten Wirte im Jahresvergleich über Umsatzeinbußen in der Hauptferienzeit dieses Sommers. 5000 Pub-Arbeitsplätze sieht der VFI bereits verloren und fordert deshalb ein staatliches Beshäftigungsprogramm, den Verzicht auf die geplante Absenkung der Promillegrenze von 0,8 auf 0,5 sowie die Senkung der Mehrwertsteuer auf Getränke und der Wassergebühren.

Das Gejammer über den Niedergang des Pubs gibt es natürlich schon lange. Heute allerdings ist ein Pub mit Schanklizenz, traditionell die Lizenz zum Gelddrucken, schon für den Preis eines Appartements zu haben. Der lange Abstieg des Pubs begann in den 70er Jahren, als das Fernsehgerät in der Bar und in allen Wohnungen Einzug hielt. Seitdem hat sich der irische Lebensstil dramatisch verändert, die Leute sind abends genauso müde vom hektischen Arbeitsalltag wie andernorts in Europa, sie können vergleichsweise preiswerteren Alkohol in Supermärkten und vielen Off-License-Geschäften kaufen und genehmigen sich ihren Absacker lieber zuhause. Dass die Leute selbst am Wochenende oft nicht mehr ins Pub strömen, besorgt viele Wirte umso mehr.


Als Nachrichtenbörse, Heiratsmarkt und Lebensmittelladen hat das Pub ohnedies lange ausgedient. Dazu kam im April 2004 das erste Rauchverbot in ganz Europa; und seit ein, zwei Jahren überzieht die Polizei auch die ländlichen Straßen regelmäßig mit Alkoholkontrollen. Vorbei die Zeiten, als John und Mary ihre Halbwüchsigen am Freitagabend in den Jugendclub fu